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Zentrales Verzeichnis Antiquarischer Bücher

Sex auf Distanz

von konecny

„Ich war ein verlogenes Kind, das kam vom Lesen“, schrieb Isaak Babel. Klar ist übersprudelnde Phantasie auch eine schwere Last für den Fabulierer, bis er sich für seine Lügnereien ein hübsches Alibi zurechtgelegt hat – man schreibt einen Roman! Ab da ist man nicht mehr Lügner, man ist der Herr Schriftsteller. Das gelingt nicht jedem. Die meisten Bafler werden keine Schriftsteller, sie müssen sich weiter direkt von Mensch zu Mensch in ihren Weltrausch reden und nicht in einem Roman, sie brauchen den Zauber der direkten Rede. Wenn du einen Bafler in der Kneipe triffst, erzählt er dir gleich unbändig Geschichten, in denen er alles verdreht und maßlos übertreibt. Der Bafler will deine Burg aus anerzogener Distanz stürmen, dich ganz für seine Geschichte einnehmen! Der Bafler sucht „Körpernähe“, möchte dich zum Schwitzen bringen. Ein Lügner will dich betrügen, um für sich irgendwelche Vorteile zu ergattern, ein Bafler will dich staunen lassen. Und aus dem Staunen kommt die Freude! Ein Bafler beglückt dich also. Zum Beispiel mein Freund Pepino in Mähren, der mal erzählte, wie er den Hamster seiner Freundin aus dem 9. Stock eines Plattenbaus mit einem kleinen Fallschirm habe runter springen lassen.
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9. August 2010

Wer ist hier der Schriftsteller, verdammt?

von konecny

Zur Feier des Erscheinens meiner Mährischen Rhapsodie in Tschechien traf ich einige tschechische Freunde in Ostrava in einem Biergarten. Dort lernte ich Pepino kennen, einen hochgeschossenen Langhaarigen. „Ich könnte nie Schriftsteller sein!“, sagte Pepino und nahm einen Schluck von seinem Pilsner Urquell. „Mir passieren nur krasse Sachen! Die kauft mir keiner ab! Aber das Leben ist eben unglaubwürdig, verdammt noch mal!“
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14. July 2008