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Mein Irrglaube an den Janoschik

von konecny

Den Reichen zu nehmen, um die Armen zu beschenken, empfand die Volksseele noch im ausgehenden Feudalismus als eine vornehme Tat. Räuber wie Robin Hood, den Slowaken Jánošík oder sogar den Schinderhannes verehrte das Volk wie Helden. Gegen diesen Irrglauben musste sich der anbrechende Kapitalismus wehren: Das Eigentum eines Milliardärs ist unantastbar! Und muss hemmungslos weiter wuchern! Wie sollte man aber die ehemaligen Untertanen schröpfen, nachdem sie sich einiges an Menschenrechten erkämpft hatten? Eine legale Großraubinstitution musste her! Und so entstand die Börse. Immer, wenn die Leute etwas Geld einsammeln, wird mittels Börse das mühsam Ersparte geschoren. Das heißt dann der Börsenkrach. Dieser leitet eine grandiose Ausbeutung breiter Bevölkerungsschichten ein – die Finanz- und die Wirtschaftskrise. Gerade im letzten Jahr hat mir meine Bank meinen Dispokredit aberkannt. “Ihre Bonität hat sich geändert, Herr Konecny!”, hat mir damals der Bankberater mit einem Lächeln gesagt. Wie stolz war ich gleich in diesem Jahr, dass ich mit Hilfe der Regierung der Bank selbst etwas Geld leihen konnte. Obwohl sich ihre Bonität auch krass geändert hatte.
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9. February 2009