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Zentrales Verzeichnis Antiquarischer Bücher

Erzählt es euren Kindern

von bardola

In Schweden war das Jugendbuch Erzählt es euren Kindern – Der Holocaust in Europa (ab 12 Jahre) das auflagenstärkste der gesamten 1990er-Jahre. Verfasst haben es der schwedische Historiker Stéphane Bruchfeld und sein lange schon in Stockholm lebender amerikanischer Kollege Paul Levine – im Auftrag der Schwedischen Regierung. Ein solche Initiative wäre auch in Deutschland fällig; die Literaturwissenschaftlerin Rachel Salamander äußert sich besorgt darüber, dass in den letzten Jahren immer weniger Bücher zum Thema Holocaust erscheinen. Aber dass eine deutsche Regierung Experten beauftragt, ein historisch wichtiges Jugendbuch zu schreiben, ist bislang leider undenkbar. (Weiterlesen …)

14. June 2010

Kein Sinn im Leben außerhalb der Kunst – Wilhelm Lehmann, Großmeister der Naturlyrik

von tergast

1923 erhält Robert Musil den Kleist-Preis. Doch nicht nur er, sondern noch ein weiterer Zeitgenosse wird von Alfred Döblin in diesem Jahr mit dem renommierten Preis geehrt: ein gewisser Wilhelm Lehmann, dessen Name heute selbst bei fleißigen Lesern im Gegensatz zu Musil und Döblin vor allem Achselzucken hervorrufen dürfte. (Weiterlesen …)

20. July 2009

Amok in der Schule: Morton Rhues „Ich knall euch ab!“

von bardola

„Wenn wir nichts daran ändern, wie wir andere innerhalb und außerhalb der Schule behandeln, wird es nur noch mehr – und schrecklichere – Tragödien geben“, schreibt Rhues fiktive Herausgeberin Denise Shipley, Journalistik-Studentin und Stiefschwester von Gary, dem tragischen Protagonisten, mit dessen Abschiedsbrief der Roman Ich knall euch ab! von Morton Rhue beginnt:

Ich hätte mich auch ganz still aus dem Staub machen können, aber das wäre ja noch sinnloser gewesen. Wenn ich so gehe und bei meinem Abgang die Leute mitnehme, die mir das Leben zur Hölle gemacht haben, dann kommt vielleicht eine Botschaft rüber. Vielleicht ändert sich dann etwas, und irgendwo wird irgendein anderer Junge, der so unglücklich ist wie ich, besser behandelt und findet vielleicht einen Grund weiterzuleben.

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17. March 2009

„Wenn früher zwei Menschen aufeinander geschossen haben, dann waren es ein Cowboy und ein Indianer…“

von bardola

Ein Interview mit Morton Rhue zum Thema Gewalt an den Schulen

Das folgende Interview mit Morton Rhue fand am 15. März 2002, also über einen Monat vor dem Massaker von Erfurt statt. Der amerikanische Autor, der zwanzig Jahre nach seinem Bestseller Die Welle wieder ein brisantes Thema aufgegriffen hatte, hatte kurz vor unserem Gespräch eine Lesereise durch Deutschland beendet. Der Tenor an den deutschen Schulen lautete angesichts der von Rhue in Ich knall euch ab! beschriebenen Bluttat: „Zum Glück kann so etwas bei uns nicht geschehen, allein schon, weil es in den deutschen Haushalten nicht so viele Waffen gibt…“ Wenige Wochen nach den Ereignissen von Erfurt, nachdem die Realität das Vorstellungsvermögen aller überstiegen hat, wurde diese Haltung widerlegt. (Weiterlesen …)

17. March 2009

Anton Philipp Reclam – 200. Geburtstag

von zvab

Als der am 28. Juni vor 200 Jahren in Leipzig geborene Anton Philipp Reclam im November 1867 damit begann, Weltliteratur preiswert in der Reihe Reclam Universal-Bibliothek zu veröffentlichen, konnte er nicht ahnen, dass sie eine unvergleichliche verlegerische Erfolgsgeschichte im deutschen Bildungsbetrieb schreiben würde.

Preiswert waren die Lektüren von Anfang an – dank eines neuen Gesetzes. So galten ab dem 9. November des gleichen Jahres Werke, deren Autoren vor mehr als 30 Jahren verstorben waren, als gemeinfrei, so dass der Verlag weder den Autor vergüten noch Nutzungsrechte bezahlen musste. Der erste Band, der in der Universalbibliothek erschien, war – wie könnte es anders sein – der erste Teil von Goethes Faust, dem „deutschesten aller Dramen“ (Thomas Mann).
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26. June 2007