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Zentrales Verzeichnis Antiquarischer Bücher

Graf Aleksej Konstantinovic Tolstoj

von wietek

Jeder, der den Namen Tolstoj liest oder hört, denkt sofort an das große, streitbare, weltberühmte Schriftstellergenie Lev Nikolaevič. Aber es gab noch zwei andere große Tolstojs, die in seinem Schatten standen: Aleksej Konstantinovič (*1817, †1875) und Aleksej Nikolaevič (*1883, †1945), der zu Sowjetzeiten „der rote Graf“ genannt wurde. Ersterer stand dort, was seine literarische Größe betrifft, ganz sicher zu Unrecht.
Alle drei Tolstojs waren Schriftsteller und mehr oder weniger nah miteinander verwandt, sie hatten einen gemeinsamen Urahnen – Aleksej Nikolaevič in der sechsten und Lev Nikolaevič und Aleksej Konstantinovič, von dem dieser Essay handeln wird, mit einem gemeinsamen Urgroßvater in der vierten Generation (Stammbaum der drei Tolstoj-Schriftsteller hier als PDF). Bei dem riesigen Stammbaum des Geschlechtes der Grafen Tolstoj, der bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht und ca. 650 Personen umfasst, ist dies schon ein erwähnenswertes Detail. (Weiterlesen …)

16. February 2011

Bettina von Arnim – von der schwärmerischen Dichterverehrerin zur engagierten Sozialkämpferin

von g.leitner

Liebe Leserinnen und Leser,

dieses Mal habe ich Gabriele Trinckler eingeladen, einen Gastbeitrag über die Dichterin Bettina von Arnim für meine ZVAB-Kolumne zu verfassen. Gabriele Trincker ist Redakteurin der Zeitschrift DAS GEDICHT und beschäftigt sich als Mitveranstalterin des Salons der Dichterinnen, »Schamrock« (München) schwerpunktmäßig mit der Lyrik von Frauen.

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9. December 2009

Das Erbe der Dekabristen, Teil 2

von wietek

So bedrückend und wirr das 19. Jahrhundert in Russland auch war, so „golden“, so ruhmreich, so glanzvoll (man könnte noch viele begeisterte Worte anfügen) war es in Literatur, Musik und Kunst. In der zweiten Hälfte kehrte sich die „Blickrichtung“ gar um: Hatte bisher das literarische Russland nach Westen geschaut, blickte jetzt der literarische (und nicht nur der literarische) Westen nach Russland. Die Übersetzungen der Werke von Puschkin, Lermontow, Gogol, Turgenjew und später von Dostojewski und Tolstoi wurden zu literarischen Ereignissen in ganz Europa. (Turgenjew lebte seit den 1860er-Jahren in Deutschland und Frankreich und hatte engen Kontakt zu Gustave Flaubert, Émile Zola, Theodor Storm, Paul Heyse, Berthold Auerbach und vielen anderen.) Nikolai Nekrassow und Anton Tschechow sind noch zu nennen.
Bei den Malern waren es u.a. Ilja Repin, Iwan Kramskoi und Wassili Perow, die Weltruhm erlangten.
Peter Tschaikowsky, Modest Mussorgski, Nikolai Rimski-Korsakow, Sergej Rachmaninow, Milij Balakirew, Alexander Borodin u.a. setzten Zeichen in der Musikgeschichte. (Weiterlesen …)

22. September 2008

Das Erbe der Dekabristen, Teil 1

von wietek

Der Anfang des ersten Essays in der Kolumne Russlands romantische RevolutionäreRussische Schriftsteller der Emigration(en) – lautete:

„Ohne die vielen russischen Dichter, Komponisten, Musiker und Künstler aus dem 18. und 19. Jahrhundert ist die europäische und besonders die deutsche Kultur nicht denkbar – und selbst danach, zu Beginn bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts, haben die verschiedenen Emigrantenwellen ungeheuer befruchtend auf unser Geistesleben gewirkt, – wieweit das auch für die neueren Wellen gilt, wird man erst rückblickend sagen können.
In Russland waren Politik und Literatur schon immer eng miteinander verquickt; Dichter waren weit mehr als im Westen das soziale Gewissen der Nation. Schon Puschkin, der für den Beginn der russischen Literatur steht, musste leidvolle Erfahrungen hinnehmen.“

Für keine Zeit in der Geschichte Russlands trifft das Gesagte mehr zu als für die, von der hier die Rede sein soll. Allerdings kann man ab dem Beginn des russischen Realismus nicht mehr von „romantischen“ Revolutionären sprechen. Ab diesem Zeitpunkt gab es nicht mehr den Hauch von Romantik – und wenn, dann doch immer mit einem leicht bitteren Beigeschmack. (Weiterlesen …)

15. September 2008

Nikolaj Wassiljewitsch Gogol, die russische Seele

von wietek

Der „göttliche“ Alexander Puschkin, der „wild- draufgängerische“ Offizier Michail Lermontow und die „Seele“ Nikolaj Gogol – diese drei Namen stehen für den Übergang von der Romantik zum Realismus in der Epoche der nicht nur literarischen Zeitenwende Russlands in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Puschkin – noch ganz Romantiker – begründete seinen Ruhm noch mit Poemen, Gedichten, mit Lyrik, und begann erst am Schluss seines Lebens, in Prosa zu schreiben. Lermontow feierte seine Erfolge ebenfalls noch mit Lyrik, ging aber sehr bald zu einer Prosa über, die schon Züge des Realismus trägt. Und Gogol feierte seinen einzigen, dafür aber großen Misserfolg mit seiner ersten Veröffentlichung, der Versidylle Hans Küchelgarten (1829). Er verbrannte die Reste der Auflage und „flüchtete“ nach Lübeck, Travemünde und Hamburg. Nie wieder versuchte er sich an der Lyrik; er wurde zum Begründer eines „fantastischen“, eines grotesken Realismus, der bis in unsere heutigen Tage zu einem Spezifikum der russischen Literatur geworden ist.
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7. August 2008

Heinrich Heine letzter Dichter der Romantik

von zvab

Heinrich Heine (1797 – 1856) ist zugleich Vertreter und Überwinder der Romantik. Nicht ohne Grund nennt er seinen ersten Prosatext "Die Romantik". Doch sein Abstand zur Romantik wächst. Immer häufiger tauchen Ironie und Desillusion in seinen Werken auf. Häufig benutzt er romantische Stilmittel allein, um eine tiefgehende Reflexion zu erreichen. Seinen frühen literarischen Ruhm erlangt er durch seine "Reisebilder", mit denen er eine neue Form der Reiseliteratur begründet. Trotz seiner Individualität als Reisender hat Heinrich Heine eine tiefe Bindung zu seinem Vaterland, was nicht zuletzt in der "Harzreise" deutlich wird. Doch von ständiger Ausgrenzung und Diskriminierung verfolgt, geht Heine 1831 nach Paris ins Exil. (Weiterlesen …)

17. February 2007