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Anton Pawlowitsch TschechowVersuch eines Porträts

von wietek

Dies Dichtertum hat es mir angetan. Seine Ironie gegen den Ruhm, seine Zweifel am Sinn und Wert seines Tuns, der Unglaube an seine Größe hat von stiller, bescheidener Größe so viel.

Thomas Mann

Über Anton Pawlowitsch Tschechow (Anton Pavlovič Čechov), einen der größten russischen Schriftsteller, dessen Werke bis in die heutige Zeit hinein wirken, ist viel geschrieben worden. Es gibt viele ausführliche und detaillierte Beschreibungen seines Lebens und seines Schaffens (siehe Literaturangaben), nicht zuletzt Peter Urbans Čechov Chronik und der erst kürzlich im Internet erschienene exzellente Artikel von Alexander Savin et al.
Die wohl treffendste Besprechung Čechovs, seiner literarischen Entwicklung und seiner Zeit ist bei einem Zeitgenossen, dem Anarchisten Fürst Pëtr Alekseevič Kropotkin (*1842, †1921), in einem kurzen Kapitel seiner russischen Literaturgeschichte Ideale und Wirklichkeit in der russischen Literatur nachzulesen. (Weiterlesen …)

29. January 2010

Das Erbe der Dekabristen, Teil 2

von wietek

So bedrückend und wirr das 19. Jahrhundert in Russland auch war, so „golden“, so ruhmreich, so glanzvoll (man könnte noch viele begeisterte Worte anfügen) war es in Literatur, Musik und Kunst. In der zweiten Hälfte kehrte sich die „Blickrichtung“ gar um: Hatte bisher das literarische Russland nach Westen geschaut, blickte jetzt der literarische (und nicht nur der literarische) Westen nach Russland. Die Übersetzungen der Werke von Puschkin, Lermontow, Gogol, Turgenjew und später von Dostojewski und Tolstoi wurden zu literarischen Ereignissen in ganz Europa. (Turgenjew lebte seit den 1860er-Jahren in Deutschland und Frankreich und hatte engen Kontakt zu Gustave Flaubert, Émile Zola, Theodor Storm, Paul Heyse, Berthold Auerbach und vielen anderen.) Nikolai Nekrassow und Anton Tschechow sind noch zu nennen.
Bei den Malern waren es u.a. Ilja Repin, Iwan Kramskoi und Wassili Perow, die Weltruhm erlangten.
Peter Tschaikowsky, Modest Mussorgski, Nikolai Rimski-Korsakow, Sergej Rachmaninow, Milij Balakirew, Alexander Borodin u.a. setzten Zeichen in der Musikgeschichte. (Weiterlesen …)

22. September 2008

Nikolaj Wassiljewitsch Gogol, die russische Seele

von wietek

Der „göttliche“ Alexander Puschkin, der „wild- draufgängerische“ Offizier Michail Lermontow und die „Seele“ Nikolaj Gogol – diese drei Namen stehen für den Übergang von der Romantik zum Realismus in der Epoche der nicht nur literarischen Zeitenwende Russlands in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Puschkin – noch ganz Romantiker – begründete seinen Ruhm noch mit Poemen, Gedichten, mit Lyrik, und begann erst am Schluss seines Lebens, in Prosa zu schreiben. Lermontow feierte seine Erfolge ebenfalls noch mit Lyrik, ging aber sehr bald zu einer Prosa über, die schon Züge des Realismus trägt. Und Gogol feierte seinen einzigen, dafür aber großen Misserfolg mit seiner ersten Veröffentlichung, der Versidylle Hans Küchelgarten (1829). Er verbrannte die Reste der Auflage und „flüchtete“ nach Lübeck, Travemünde und Hamburg. Nie wieder versuchte er sich an der Lyrik; er wurde zum Begründer eines „fantastischen“, eines grotesken Realismus, der bis in unsere heutigen Tage zu einem Spezifikum der russischen Literatur geworden ist.
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7. August 2008

Alexander Sergejewitsch Puschkin, Revolutionär im goldnen Käfig

von wietek

Über seine Bedeutung für die Literatur große Worte zu verlieren, hieße „Eulen nach Athen zu tragen“; es wäre, als wollte man lobende Worte über Goethe schreiben.

Obwohl: Als ich mich einst telefonisch in einem Kino erkundigte, welcher Film gegeben werde, bekam ich zur Antwort „Wilhelm Meisters Lehr- und Wanderjahre“. Verdutzt fragte ich „Wie? Von Goethe?“ Die Stimme verstummte, Musik im Hörer, dann „Ja, Goethe heißt der Mann.“
Den Namen Puschkin hätte ich der Dame sicher buchstabieren müssen, und auch dann hätte sie mit ihm nichts anfangen können.
Das trifft natürlich für die Leser des ZVAB nicht zu.
Dennoch, es muss über seine Bedeutung gesprochen werden; es sollen jedoch am besten die größten der russischen Schriftsteller zu Wort kommen und über diesen Olympier sprechen.
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6. February 2008