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Kaiser Alexander III. – Der Anfang vom Ende

von wietek

Alexander II.
Als am Ende des „finsteren Jahrsiebts“ 1855 Nikolaus I. starb, atmete ganz Russland auf. Sein Sohn Alexander II. folgte ihm auf dem Thron. Dessen Erzieher und Lehrer war der frühromantische Dichter und Übersetzer (von Goethe, Schiller, Hebel) Wassili Schukowski (*1783, †1852) gewesen, der die aufgeklärten, humanistischen Ideen des europäischen Westens im Vaterländischen Krieg gegen Napoleon (1812) kennengelernt und schon 1822 die Leibeigenschaft auf seinem Landgut abgeschafft hatte. Alexander II. – weiterhin von Schukowski beraten – war von dessen liberalen Vorstellungen geprägt, als er seine Regentschaft begann; die Aufhebung der Leibeigenschaft war eine seiner ersten Reformen. Nach einem Attentatsversuch 1866 nahm er zwar vorübergehend eine restriktivere Haltung ein, doch schließlich erkannte er trotz (oder wegen) eines weiteren Attentats, dass Russland nur durch eine Liberalisierung vorangebracht werden konnte, und begann, noch radikalere Reformen einzuleiten. 1881 kam Alexander II. bei einem Bombenanschlag ums Leben; noch am Morgen hatte er die Bildung eines Ausschusses angeordnet, der die Mitwirkung der öffentlichen Meinung an der Gesetzgebung einführen und festschreiben sollte – ein großer Schritt hin zur Demokratie, der dann aber unterblieb.
Sein Tod war eine Tragödie für Russland.
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19. Oktober 2009