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Zentrales Verzeichnis Antiquarischer Bücher

Aufbruch in die Moderne – die russischen Symbolisten

von wietek

K. A. Somow: Feuervogel

Die große Zeit der russischen Literatur war das 19. Jahrhundert gewesen. Es war die Zeit des Realismus, für die große Namen wie Nikolaj Gogol, Ivan Turgenev, Fëdor Dostoevskij und Lev Tolstoj (um nur die berühmtesten zu nennen) stehen. In ihren Werken wurde die Lebenswirklichkeit in allen Bereichen geschil- dert – gesellschaftlich, politisch und rein menschlich; die Schriftsteller sahen ihre Auf- gabe darin, aufklärend, kritisch, im weitesten Sinn des Wortes erzieherisch zu wirken. Zum Zeitpunkt des Todes von Dostoevskij 1881 war der Höhepunkt des Realismus erreicht. Danach sank das Interesse sowohl der Schriftsteller als auch der Leser ständig; immer weniger sahen die Schriftsteller ihre Auf- gabe darin, „belehrend“ – d. h. positive Lösungsansätze aufzeigend – zu wirken. Die Schriftsteller des sich aus dem Realismus entwickelnden Naturalismus – wie Boborykin und Mamin-Sibirjak – beschränkten sich darauf, schonungslos die Finger auf die blutenden Wunden der Gesellschaft zu legen. Čechov – ursprünglich ein aufrechter Realist – glitt in Ironie und Zynismus, ja fast in die Hoffnungslosigkeit, ab. Lev Tolstoj verwarf in seinem Werk Die Beichte (1882) gar sein ganzes bisheriges Leben und Schaffen. Was war geschehen? (Weiterlesen …)

15. July 2011

Kafka am Strand

von bardola

Leider erfährt die schwierige Zielgruppe 14+ nur selten, dass es Bücher gibt, die nicht bei MTV, in der Yam oder sonst einer Teeny-Zeitschrift und auch nicht in der Schule erwähnt werden, die nicht in den Jugendbuchabteilungen der Bibliotheken und Buchhandlungen stehen und die trotzdem ein perfektes Mittel gegen die gefährliche Lesefaulheit in der Pubertät sind. Die Hauptursache für diese „Unsichtbarkeit“ ist banal: Diese Bücher erscheinen nicht in Jugendbuchverlagen.
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24. August 2010

Anton Pawlowitsch TschechowVersuch eines Porträts

von wietek

Dies Dichtertum hat es mir angetan. Seine Ironie gegen den Ruhm, seine Zweifel am Sinn und Wert seines Tuns, der Unglaube an seine Größe hat von stiller, bescheidener Größe so viel.

Thomas Mann

Über Anton Pawlowitsch Tschechow (Anton Pavlovič Čechov), einen der größten russischen Schriftsteller, dessen Werke bis in die heutige Zeit hinein wirken, ist viel geschrieben worden. Es gibt viele ausführliche und detaillierte Beschreibungen seines Lebens und seines Schaffens (siehe Literaturangaben), nicht zuletzt Peter Urbans Čechov Chronik und der erst kürzlich im Internet erschienene exzellente Artikel von Alexander Savin et al.
Die wohl treffendste Besprechung Čechovs, seiner literarischen Entwicklung und seiner Zeit ist bei einem Zeitgenossen, dem Anarchisten Fürst Pëtr Alekseevič Kropotkin (*1842, †1921), in einem kurzen Kapitel seiner russischen Literaturgeschichte Ideale und Wirklichkeit in der russischen Literatur nachzulesen. (Weiterlesen …)

29. January 2010

„Das Papier mein Acker, die Feder mein Pflug“ – wie ein Rektor aus Böhmen in die Moderne aufbrach

von tergast

Darf man jemanden einen Dichter nennen, der nur ein einziges Werk verfasst hat? Und jemanden als „vergessen“ bezeichnen, mit dem sich die Gelehrten bis heute immer wieder befassen? Man darf, wenn es um einen Dichter geht, der – gleichwohl Gegenstand der akademischen Forschung – doch nicht im Bewusstsein derjenigen verankert ist, die die Literatur in all ihren heutigen Formen, Farben und Themen lieben, obwohl all diese Formen, Farben und Themen ohne die Grundlegung in seinem einzigen Werk vielleicht anders aussehen würden.
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12. January 2009