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Zentrales Verzeichnis Antiquarischer Bücher

ILAB Pop-up Buchmessen 2016

von Larissa Dawirs
popup

Am 23. April wird der Welttag des Buches (UNESCO World Book and Copyright Day) wieder international gefeiert. Die im letzten Jahr ins Leben gerufenen ILAB Pop-up Books Fairs werden auch in diesem Jahr wieder hier und da ‘aufpoppen’ und besondere antiquarische Schmuckstücke präsentieren.

Überall wo Sie ein Poster mit einem leeren Bücherregal erblicken, können Sie nicht nur Literatur und Lesen zelebrieren, sondern auch das Leseförderungsprojekt der UNESCO im Südsudan unterstützen und die Bücherregale füllen.

Im Laufe des Tages wandern die Buch-Pop-ups von Australien über Asien, Afrika und Europa bis in die USA. Im deutschsprachigen Raum gibt es in diesem Jahr drei Teilnehmer: München, Wien und Zürich.

In München werden die “Cocktails & Book Tales” aus dem letzten Jahr neu aufgelegt. Das Kaufmanns-Casino am Odeonsplatz wird wieder zur besonderen Kulisse für die Buchmesse nach englischer Manier. Antiquare, Buchliebhaber und Interessierte können hier bei Fingerfood und Getränken einzigartige Sammlerstücke aus der Nähe betrachten.

 

Als Einleitung wird ein besonderes Schmankerl geboten, ein Vortrag zum „Antiquariatshandel in Deutschland im 20. Jahrhundert” von Klaus G. Saur.

Die Antiquare in Wien haben sich etwas Besonderes ausgedacht: Getreu dem Motto „Bücher mal ganz anders”, steigt die diesjährige Pop-up Buchmesse ins Wiener Riesenrad ein und trägt Besucher und Ausstellungsstücke von 10 bis 12 Uhr hoch über die Dächer der Stadt.

 

Den Startschuss setzen die Wiener bereits am 16. April um 17 Uhr im Antiquariat Dr. Paul Kainbacher mit einem bibliophilen Salon zum Thema „Im Herz der Finsternis – Österreicher in Zentralafrika”.

Während andererorts Shakespeare und Cervantes anlässlich der 400. Todestage eine besondere Rolle spielen, wird in Zürich ein anderes Jubiläum gefeiert: 100 Jahre Dada. Die Pop-up Buchmesse findet im Cabaret Voltaire statt – dort wo die Kunstrichtung die keine ist 1916 ins Leben gerufen wurde – und präsentiert seltene Erstausgaben und Dada hautnah.

 

Alle weltweiten Pop-up Buchmessen werden auf der Homepage der ILAB (International League of Antiquarian Booksellers) angekündigt. Auf dem ILAB-Blog wird außerdem aktuell zu den Events berichtet.

Wie bereits im letzten Jahr wird das ZVAB wieder einige Impressionen vor Ort einfangen, und anschließend im Blog darüber berichten – falls Sie es nicht abwarten können, schauen sich zum Einstimmen die Bilder der Events von 2015 an!

(Das Bildmaterial stammt aus unserem Archiv, von der ILAB und Cabaret Voltaire)

 

Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen auf den Pop-up Buchmessen in den Kommentaren mit!

 

13. April 2016

Vor 50 Jahren lässt Günter Grass den Aufstand auferstehen

von Larissa Dawirs
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Am 15.01.1966 wird im Berliner Schillertheater Die Plebejer proben den Aufstand von Günter Grass uraufgeführt. Das politisch-motivierte Theaterstück dreht sich um die zentrale Figur „Chef“ – eine nicht namentliche Darstellung des Dramatikers Berthold Brecht – und thematisiert eine Shakespeare-Inszenierung vor dem Hintergrund des Volksaufstandes am 17. Juni 1953 in der DDR.
Zunächst bringt dieser Stoff vom vermeintlichen Versagen der Intellektuellen dem Autor keine Lorbeeren ein.

Marcel Reich-Ranicki titelt in der Zeit vom 21.01.1966 Trauerspiel von einem deutschen Trauerspiel und auch die Politik in BRD und DDR spricht von „Anti-Brecht-Stück“ bzw. „antikommunistischen Vorbehalten gegen Andersdenkende.“ Und doch findet Reich-Ranicki schließlich auch positive Worte zu Motiven, Szenerie und Ausdruck für diesen „Gesprächsgegenstand von hoher Bedeutung.“

Am 17. Juni 2003 zum 50. Jahrestag des Aufstandes liest Grass sein Werk selbst live für rbb und Radio Bremen und auch fast alle ARD-Kulturwellen übertragen die Lesung. Seit 2012 ist diese Theaterlesung beim Steidl Verlag auch als Hörbuch erhältlich.

Grass selbst erinnert sich wie folgt an die Entstehung seines Werks:

„Es ging in vier Akten um die Macht und die Ohnmacht, um geplante und spontane Revolution, um die Frage, ob Shakespeare sich ändern lasse, um Normerhöhungen und einen zerfetzten roten Lappen, um Worte und Gegenworte, um Hochmütige und Kleinmütige, um Panzer und Steinewerfer, um einen verregneten Arbeiteraufstand, der, kaum war er niedergeschlagen, auf den 17. Juni datiert, zur Volkserhebung verfälscht und zum Feiertag verklärt wurde.“

Heute, am 15. Januar 2016 jährt sich die Uraufführung zum 50. Mal. Günter Grass ist letztes Jahr verstorben, eine Jubiläumsaufführung wird es nicht geben. Dennoch lohnt es sich „Die Plebejer proben den Aufstand“ nocheinmal anzuhören oder zu lesen und damit das vielleicht umstrittenste Drama des Nobelpreisträgers zu feiern – ob Trauerspiel oder nicht.

15. January 2016

Martin Walser stirbt nicht aus

von Larissa Dawirs
Sterbender-Mann

Heute erscheint Martin Walsers neuester Roman Ein sterbender Mann. Trotz des pessimistisch anmutenden Titels handelt das aktuelle Buch aus der Feder des bekannten Erzählers nicht nur von Verlust und Verrat und – in deren Folge – dem Wunsch nach dem Sterben, sondern ist gleichermaßen geprägt von den großen Emotionen der Liebe und des Tangos.

Der Spiegel beschreibt “einen herrlich leichten, selbstironischen, tragisch-schönen Roman”, während die FAZ von “einer absichtsvoll vertrackten Parodie über die Sprache der Liebe im Alter” spricht. In welche Richtung es tatsächlich geht, hängt vermutlich von dem jeweiligen Leser ab. Eindeutig ist jedenfalls, dass Walser bereits vor der tatsächlichen Veröffentlichung wieder viel diskutiert wird.

Die Publikation eines neuen Werks rückt immer auch den Werdegang des Autors ins Rampenlicht. So sieht die Süddeutsche Zeitung thematische Parallelen zu Ein liebender Mann (2008) und der Tagesspiegel erkennt eine ähnliche Erzählweise wie in Das 13. Kapitel (2012).

Auch die Leserschaft erinnert sich an die vorangegangen Schriften und der ein oder andere schaut vielleicht auch in sein Bücherregal, auf der Suche nach seiner Sammlung oder einem besonderen Stück von eben diesem Autor. In unserem virtuellen Bücherregal, respektive dem ZVAB-Katalog, finden sich natürlich einige besondere Ausgaben von Martin Walsers Werken. Außerdem gibt es auch eine Menge anderer Ausgaben, um eine Martin Walser Sammlung zu komplettieren.

Während die Presse nun bereits munkelt, der neue Roman mute wie ein Abschied vom Schreiben an, bleibt dem Leser immer die Gewissheit, dass der Autor Martin Walser, mit seinen Höhen und Tiefen des Lebens, uns noch eine ganze Weile erhalten bleiben wird – zumindest in unseren Bücherregalen.

 

Eine kleine Auswahl besonderer Ausgaben

Seine erste Veröffentlichung von Erzählungen Ein Flugzeug über dem Haus und andere Geschichten (1955) enthält eine Widmung Walsers an den Verleger Albrecht Knaus.

Ehen-in-Phillipsburg

 

Walsers erster Roman Ehen in Phillipsburg (1957) ) ist mit einer persönlichen Widmung Walsers an einen ehemaligen Lehrer oder auch als signierte Erstausgabe zu haben.

 

Aber auch aktuellere Werke, zum Beispiel Die Amerikareise oder Das geschundene Tier sind als signierte Erstausgaben vorhanden.

8. January 2016

Aufbruch in die Moderne – die russischen Symbolisten

von wietek

K. A. Somow: Feuervogel

Die große Zeit der russischen Literatur war das 19. Jahrhundert gewesen. Es war die Zeit des Realismus, für die große Namen wie Nikolaj Gogol, Ivan Turgenev, Fëdor Dostoevskij und Lev Tolstoj (um nur die berühmtesten zu nennen) stehen. In ihren Werken wurde die Lebenswirklichkeit in allen Bereichen geschil- dert – gesellschaftlich, politisch und rein menschlich; die Schriftsteller sahen ihre Auf- gabe darin, aufklärend, kritisch, im weitesten Sinn des Wortes erzieherisch zu wirken. Zum Zeitpunkt des Todes von Dostoevskij 1881 war der Höhepunkt des Realismus erreicht. Danach sank das Interesse sowohl der Schriftsteller als auch der Leser ständig; immer weniger sahen die Schriftsteller ihre Auf- gabe darin, „belehrend“ – d. h. positive Lösungsansätze aufzeigend – zu wirken. Die Schriftsteller des sich aus dem Realismus entwickelnden Naturalismus – wie Boborykin und Mamin-Sibirjak – beschränkten sich darauf, schonungslos die Finger auf die blutenden Wunden der Gesellschaft zu legen. Čechov – ursprünglich ein aufrechter Realist – glitt in Ironie und Zynismus, ja fast in die Hoffnungslosigkeit, ab. Lev Tolstoj verwarf in seinem Werk Die Beichte (1882) gar sein ganzes bisheriges Leben und Schaffen. Was war geschehen? (Weiterlesen …)

15. July 2011

Lev Tolstoj: „Der Meister aller Meister, ein allwissender Shakespeare …“

von wietek

Das ist eine erstklassige Sache! Welch ein Künstler und welch ein Psycholog! Ich brach in Rufe der Begeisterung aus während der Lektüre… Ja, das ist stark, sehr stark… Der Meister aller Meister, ein allwissender Shakespeare …

[Gustave Flaubert in einem Brief an I. S. Turgenev aus dem Jahre 1880 nach der Lektüre von Krieg und Frieden]

Lev Tolstoj (auch Lew oder Leo Tolstoi) war zeit seines Lebens davon besessen, das, was er als Wahrheit erkannt hatte, auch auszusprechen; sich selbst, anderen und vor allem auch seinen Lesern wollte er nichts als die (oder besser: seine) Wahrheit sagen. Das führte einerseits zu jener schonungslosen Selbstkritik, von der seine Tagebücher geradezu strotzen, andererseits zu einer völlig unduldsamen Haltung seinen Diskussionspartnern gegenüber, die durch Tolstojs aristokratisches Bewusstsein noch verstärkt wurde. Nun war er aber auch und schon von Kindheit an ein unentwegt reflektierender, ja philosophierender Mensch; seine Wahrheiten änderten sich zwangsläufig mit seinem jeweiligen Erkenntnisstand, wodurch sich manch Widersprüchliches in seinem Werk findet – beispielsweise wird aus der Bewunderung soldatischer Tugenden (Sevastopoler Erzählungen) am Ende seines Lebens ein anarchischer Pazifismus.

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11. November 2010

Sex auf Distanz

von konecny

„Ich war ein verlogenes Kind, das kam vom Lesen“, schrieb Isaak Babel. Klar ist übersprudelnde Phantasie auch eine schwere Last für den Fabulierer, bis er sich für seine Lügnereien ein hübsches Alibi zurechtgelegt hat – man schreibt einen Roman! Ab da ist man nicht mehr Lügner, man ist der Herr Schriftsteller. Das gelingt nicht jedem. Die meisten Bafler werden keine Schriftsteller, sie müssen sich weiter direkt von Mensch zu Mensch in ihren Weltrausch reden und nicht in einem Roman, sie brauchen den Zauber der direkten Rede. Wenn du einen Bafler in der Kneipe triffst, erzählt er dir gleich unbändig Geschichten, in denen er alles verdreht und maßlos übertreibt. Der Bafler will deine Burg aus anerzogener Distanz stürmen, dich ganz für seine Geschichte einnehmen! Der Bafler sucht „Körpernähe“, möchte dich zum Schwitzen bringen. Ein Lügner will dich betrügen, um für sich irgendwelche Vorteile zu ergattern, ein Bafler will dich staunen lassen. Und aus dem Staunen kommt die Freude! Ein Bafler beglückt dich also. Zum Beispiel mein Freund Pepino in Mähren, der mal erzählte, wie er den Hamster seiner Freundin aus dem 9. Stock eines Plattenbaus mit einem kleinen Fallschirm habe runter springen lassen.
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9. August 2010

Eine Mischung aus Kant und Chaplin

von tergast

Anonymus ist ein immer wieder gerne benutztes Pseudonym, wenn der Verfasser eines Textes – aus welchem Grund auch immer – nicht erkannt werden will. Dass einer das irgendwie langweilig findet, das Wörtchen “anonym” einfach umdreht und dann als Mynona Literaturgeschichte schreibt, ist allerdings einzigartig.
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15. March 2010

Literarischer Valentinstag

von zvab

   Paolo und Francesca

Im Blog der Online-Partnerbörse be2 findet sich anlässlich des bevorstehenden Valentinstag eine schöne Liste mit den berühmtesten Liebespaaren der Literaturgeschichte.

Wir würden die Liste noch um Paolo und Francesca ergänzen, deren tragische Geschichte Dante in der Göttlichen Komödie erzählt.

Hier nun die Plätze 1-5:

  1. Romeo und Julia (Shakespeare)
  2. Tristan und Isolde
  3. Cathy und Heathcliff (Emily Brontë – Sturmhöhe)
  4. Ferdinand von Walter und Luise Miller (Friedrich Schiller – Kabale und Liebe)
  5. Leonce und Lena (Georg Büchner)

Weiterlesen im be2 Blog.

9. February 2010

kultiversum – Die neue Kulturplattform

von zvab

Mit www.kultiversum.de gibt es erstmals eine umfassende Kulturplattform für den gesamten deutschsprachigen Raum, auf der alle wichtigen Kunstformen kompetent präsentiert werden.

Der Bereich Literatur und Bücher im kultiversum bietet Ihnen aktuelle Beiträge der Zeitschrift „Literaturen” und weitere News aus der Buch- und Literatur-Welt und ihren Schriftstellern und Autoren.
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6. November 2009

Deon Meyer: ein Mann mit Leidenschaften

von litprom

Deon Meyer, der erfolgreiche Autor von Kriminalromanen aus Südafrika, entspricht genau dem Bild, das man sich von einem ehemaligen Rugbyspieler macht. 1958 in Paarl in der westlichen Kap-Provinz in Südafrika geboren, wuchs er in der Goldgräberstadt Klerksdorp auf, leistete seinen Militärdienst im angolanischen Bürgerkrieg ab, studierte an der Potchefstroom-Universität und arbeitete dann als Reporter beim „Volksblad“, einer afrikaanssprachigen Tageszeitung in Bloemfontein. Nach jahrelanger Tätigkeit unter anderem als Pressesprecher, Webdesigner, Manager für BMW Südafrika und in der Werbebranche ist er heute freier Schriftsteller, sein Traumberuf seit seinem 14. Lebensjahr.
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7. April 2008

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