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Zentrales Verzeichnis Antiquarischer Bücher

Ich möchte mit dir Sex haben

von konecny
Für Simone

Manon ist eine Blume vom Land. Vielleicht aus der Provence, vielleicht von einem Meer mit einem Fisch darin, der jeden Fischer mit Geschichten über Manon vollquatscht, statt ihm seine drei Wünsche zu erfüllen! Diese Fischer suchen dann nach Manon, finden sie nicht, weil Manon nun mal wie jede kluge Frau nie dort ist, wo man sie sucht. Die Fischer sind so unglücklich darüber, dass sie Drogen nehmen müssen! Manon ist eine Wildblume – wenn du sie pflückst und in eine Vase auf einen Tisch zwischen Beton und Beton steckst, verwelkt sie. Zum Leben braucht Manon die Musik der weiten Wiese! Wenn am Abend die Singzikadenmännchen ihre Melodien zirpen, um Weibchen anzulocken, malt Manon diese Sehnsucht auf ihre bunten Blütenblätter, um sie in der Nacht für die Nachtfalter zu entfalten. Manons Bilderblütenbuch! Manon mag es, eine Nachtblume zu sein. Doch am schönsten blüht Manon an der Sonne auf. Manon ist eine Sonnenblume und eine Nachtblume! Manchmal freilich auch die Prinzessin aus Paris. Wenn ihr das Landleben auf den Geist geht. Mal so, und mal so!
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4. January 2010

Antje Babendererde in La Push – ohne Werwölfe!

von bardola

Antje Babendererde schrieb mehrere Romane für Erwachsene, die bei den nordamerikanischen Indianern spielten. Dieses Thema – Indianer – wurde immer wieder mit Kindern- und Jugendlichen in Verbindung gebracht und die Autorin demzufolge zu Schullesungen eingeladen. „Aber welch 13- oder 14-Jähriger interessiert sich für die Sorgen und Nöte von 40-jährigen Protagonisten? Also wurde ich wiederholt gebeten: ‚Schreib doch mal etwas für Jugendliche!’”, erinnert sich Babendererde. Sie wand sich, dachte, sie könne das nicht, und war der Meinung, sie müsste ihren Schreibstil ändern. Zudem sorgte sie sich, sie könnte die Probleme, die ihr wichtig sind, in einem Jugendbuch nicht so zum Tragen bringen. „Durch Zufall las man im Arena Verlag meinen Erstling Der Pfahlschnitzer und war sehr angetan: ‚Frau Babendererde, schreiben Sie uns doch mal ein Jugendbuch!’, schlug die Cheflektorin Frau Röhrig vor.” Ein Jahr später wurde die Sache konkret: Um Wale sollte es gehen; und so schrieb Antje Babendererde Der Gesang der Orcas. Das Buch wurde ein Überraschungserfolg.

Mein größtes Problem war meine Traurigkeit. Das zweitgrößte war ich selbst: Sofie Tanner, fünfzehn Jahre alt, rothaarig und sommersprossig, von den meisten meiner Klasse für merkwürdig und eigenbrötlerisch gehalten.

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14. September 2009

Alexas Lelle

von bardola

Lelle mit ihrem extrem strapaziösen Teenager-Alltag ist frech, witzig und böse und trägt auch gerne mal dick auf. Andererseits ist sie verletzlich, traurig und allein und findet es schlimm, 15 Jahre alt zu sein. Kuschelig ist das alles nicht: Wenn es Lelle zu viel wird, schlägt sie den Kopf gegen die Wand, raucht Kette, steckt sich nach einer furchtbaren Möhrenmalzeit im Klo den Finger in den Hals, fürchtet den anschließenden Anhauchtest der Mutter und würde oft am liebsten in Ohnmacht fallen, was ihr gelegentlich auch gelingt. Käme nur der TV-Star und streichelte ihr sanft den Rücken… (Weiterlesen …)

21. April 2009

Die verzauberte Ella

von bardola

„Mandy schnitt den Kuchen an, gab mir das erste Stück und sagte, ohne zu denken: ‚Iss.’
Der erste Bissen schmeckte wundervoll und ich aß das Kuchenstück freudig auf. Als der Teller leer war, schnitt Mandy mir ein zweites Stück ab. Bei diesem Stück wurde es schon schwieriger, doch ich aß auch dieses auf. Danach gab mir niemand mehr ein neues, aber ich wusste, dass ich weiteressen musste. Ich spießte meine Gabel in das große Kuchenstück.
‚Ella, was tust du da?’, fragte Mutter.
‚Kleines Ferkel.’ Mandy lachte. ‚Aber heute ist ihr Geburtstag, Lady. Heute darf sie so viel essen, wie sie mag.’ Und sie legte mir ein drittes Stück auf den Teller.
Mir war schlecht und ich hatte Angst. Warum konnte ich bloß nicht aufhören zu essen?
Das Schlucken war ein Kampf. Jeder Bissen lag mir schwer auf der Zunge und fühlte sich an wie zäher, klebriger Leim, während ich darum rang, ihn hinunterzuwürgen. Ich begann zu weinen, während ich aß.
Mutter merkte es als Erste. ‚Hör auf zu essen, Ella!’, befahl sie.
Und ich hörte auf.
Jeder konnte mich mit einem Befehl beherrschen.“

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17. June 2008

Das weibliche Gehirn, Karin und die Sittengeschichte

von konecny

Die Gehirnforschung hat entdeckt, dass Karin und ich ganz anders strukturierte Gehirne haben: Ich denke, also bin ich anders! Als Karin meine ich. Daher kommen wohl die ganzen Probleme zwischen uns! Sollte ich ihr besser nicht vorspielen, dass ich so denke wie sie? Wenn ich denke, wie ich denke – also wie ein Mann – ist sie auf mich sauer!

„Warum machst du wieder so ’ne betrübte Miene, he?“, fragte ich früher öfter Karin, wenn sie von der Arbeit kam. Die Frage machte sie komischerweise noch betrübter.

„Lass mich!“, sagte sie. „Bin halt etwas gestresst!“

„Jogg doch ein bisschen, Schnucki!“, sagte ich sofort. „Dann geht’s dir gleich besser!“

Klar flippte sie aus. „Ich will keine blöden Tipps hören!“, kreischte sie. „Kannst du manchmal nicht einfach nur zuhören, verdammt?“

Hä? Nur zuhören! Wenn so viele heiße Lösungsvorschläge für ihre Probleme deine Zunge grillen? Doch wenn der Mann keine Krapfen mehr bekommt, ist das Mannsein einfach tragisch. „Was erwartest du von deinem Mann“, fragte ich eine Freundin, „wenn du traurig, müde oder gestresst bist?“

„Er soll mich an der Hand und das Maul halten!“, sagte sie.

„Ja, willst du gar nicht deine Probleme lösen?“, fragte ich.

„Jedes komplexe Problem hat eine einfache Lösung, und die ist falsch!“, sagte sie frei nach Umberto Eco.
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21. January 2008

Hermann Bahr: Rastloser Prophet – Vergessener Literat

von tergast

„Niemals und immer derselbe“. Dieser Versuch einer Selbstbeschreibung kann als programmatisch für Hermann Bahr gelten. 1863 ist er in Linz als Sohn des Rechtsanwalts, Notars und Landtagsabgeordneten Dr. Alois Bahr und seiner Frau Wilhelmine (Minna), geborene Weidlich, zur Welt gekommen, um diese fortan mit immer neuen Erkenntnissen zur Literatur und Kunst zu bereichern.

„Niemals und immer derselbe“, das bedeutet für Bahr, der in Wien Klassische Philologie, Philosophie, Rechtswissenschaften und Nationalökonomie studierte, nichts anderes als seine Betrachtungen und Theorien vor allem zur Literatur der Moderne ständig in neue Richtungen zu lenken und das Alte zu verwerfen, sobald es den Ruch des Etablierten anzunehmen schien. In dieser Unberechenbarkeit jedoch war er höchst berechenbar, denn genau das war sein Lebensmotto: Vordenker der Moderne sein, antizipieren, was kommt und wichtig wird, und sobald es soweit ist, das Ganze verwerfen und den nächsten Schritt wagen. (Weiterlesen …)

10. September 2007

Ethan Hawkes: "Hin und weg" und "Aschermittwoch" – Glanzlichter moderner Jugendliteratur

von bardola

Ethan Hawke lebte mit seiner Frau, der Schauspielerin und Produzentin Uma Thurman und den gemeinsamen zwei Kindern einige Jahre in New York. Kurz nach Erscheinen seines zweiten Romans Aschermittwoch trennten sie sich und ließen sich 2004 scheiden. Welche Stufe ihre Beziehung wohl erlangt haben mag?

Dass Ethan Hawke sowohl vor der Kamera als auch am Schreibtisch Talent hat, ist unbestritten. Seine verschiedenen Ausdrucksformen befruchten sich gegenseitig. Als 18-Jähriger spielte er in Club der toten Dichter einen der Schüler, die Robin Williams für die Literatur begeistert. Im richtigen Leben, im Englischunterricht, hatte Hawke dank Salingers Fänger im Roggen schon Feuer gefangen und schrieb fortan selbst Kurzgeschichten. Seine beiden bisher erschienenen Romane sind Glanzlichter moderner Jugendliteratur. (Weiterlesen …)

17. September 2006

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