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Zentrales Verzeichnis Antiquarischer Bücher

1213141516 – tempus fugit

von haezeleer

Der Unix-Zeitstempel und andere Kalender

Freitag, der 13. ein Unglückstag? Tatsächlich ereignen sich an diesem Datum statistisch gesehen mehr Verkehrsunfälle als an anderen Wochentagen. Dem Gregorianischen Kalender haben wir es zu verdanken, dass der 13. Wochentag eines Monats jedes Jahr mindestens einmal und höchsten dreimal auf einen Freitag fällt. Eine andere Zeitzählung hat uns in dieser Woche am Mittwoch, 11. Juni 2008, in aller Herrgottsfrühe um 1 Uhr 45 Minuten und 16 Sekunden den Unix-Zeitstempel mit dem denkwürdigen Wert 1213141516 beschert – beides Anlässe, die dazu einladen, sich mit der Geschichte der kalendarischen Zeitzählung ein bisschen intensiver auseinanderszusetzen.
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13. June 2008

Auf Schnäppchenjagd

von konecny

Als die Deutschen noch das Volk der Dichter und Denker waren, konntest du auf dem Flohmarkt echte Buchschnäppchen machen. Dank des guten Internetgeschäfts haben aber viele Dichter und Denker die Flohmärkte leer gekauft. Sie sind Händler mit alten Büchern geworden und haben so die höchste Stufe der intellektuellen Karriereleiter erreicht: Student, Dichter, Antiquar. Ich dagegen wurde als Vollzeitantiquar nur an alten Büchern reich. Mit fünfzig musste ich mir einen sichereren Hauptberuf suchen. Da gerade aus vielen Schriftsteller-Freunden ZVAB-Antiquare geworden waren, sah ich sofort die Marktlücke und hopp, hopp hinein. Mensch! Wenn du Schriftsteller bist, gehen deine Bücher weg wie warme Semmeln. Und lauter schöne Damen umlagern dich und wollen, dass du ihnen dein Buch signierst…

Klar gibt es Glückspilze, die auf dem Flohmarkt noch heutzutage seltene Bücher zu Spottpreisen ausgraben. Gerade vor kurzem habe ich auf dem Münchner Messegelände in Riem einen ganz begabten Schnäppchenopa miterleben dürfen. Als er einem balkanischen Flohmarkthändler ein Originalfoto abluchsen wollte. Die Ware auf dem Tapeziertisch stammte wohl aus einer Wohnungsräumung. Auf dem Bild eine halbnackte Athletin aus den dreißiger Jahren. Na, wenn das kein Vintage Print von Leni Riefenstahl war! Auf einer Auktion würde das Bild wohl ein paar Tausend Euro bringen. “Zehn Euro!” nannte der Flohmarkthändler seinen Preis. “Das ist ein Nacktfoto!” (Weiterlesen …)

24. April 2007

Ich heirate ein Buch

von zvab
booklovers

Die Süddeutsche Zeitung berichtete in ihrer gestrigen Ausgabe in der Rubrik „Leute“ über einen besonders schweren Fall der Bibliophilie: „Mina Devi, 60, Inderin, hat ein Buch geheiratet.“ Über das Werk, das die Frau sich zum Gatten gewählt hat, erfährt man leider nichts. Das ist schade, denn trotz intensiven Grübelns will mir kein Titel einfallen, den ich heiraten möchte. Vielleicht liegt es daran, dass das Motiv des Gattenmords im westlichen Literaturkanon keine bloße Randerscheinung darstellt. Um die Hand von Shakespeares Dramen möchte ich nicht anhalten weder um die von Hamlet noch Othello oder MacBeth. Tragödien sind vermutlich überhaupt ein gänzlich ungeeignetes Genre, ebenso wie das bürgerliche Trauerspiel. Dass ich überhaupt zunächst in diese Richtung gedacht habe, verrät natürlich einiges über mich – sowohl über meine literarische Sozialisation als auch meine Einstellung zur Institution Ehe. Bevor es also zu psychologisch wird, machen wir doch eine Art Partyspiel daraus! Ich gebe also die Frage an unsere Leser weiter: Welches Buch würden Sie heiraten?

4. April 2007

Aus den Weiten des Webs

von zvab

Vielen dient das Internet als Quelle für Ratschläge in allen Lebenslagen. Großer Beliebtheit erfreuen sich in diesem Kontext Listen. Warum das so ist, darüber klärt das netbusinessblog in einer (was sonst?) übersichtlich gestalteten Liste mit „8 Gründen, warum die Massen Listen lieben“ auf. Ein schönes Beispiel so einer wohlwollend rezipierten Aufstellung findet man auf msn, wo Liz Pulliam Weston „10 Dinge, die man nicht neu kaufen sollte“ aufzählt. Bücher führen unangefochten den ersten Platz dieser Anleitung zum Sparsamsein an. So sehr wir vom ZVAB auch eine Aufforderung zum Kauf gebrauchter Bücher unterstützen, so wenig teilen wir die Auffassung der Autorin, die kaum ein Buch für ein zweites Mal lesenswert hält und als Ausnahme dieser Regel allein Nachschlagewerke gelten lässt.

Folgt man ihrem Rat zum Trend gegen das Zweitbuch, so besteht bestimmt kein Bedarf an neuen Bücherregalen. Das ist sehr schade, denn wie innovativ sich die in Bibliotheken eingesetzten mobilen Regale, die Bücherwagen, gestalten lassen, zeigen die Einsendungen von Teilnehmern am „Pimp My Bookcart Contest“ des Overdue Media Blogs.

Es gibt übrigens von oben erwähnter Kolumnistin auch eine Liste der „10 Dinge, die man niemals gebraucht kaufen sollte“, auf der ich jedoch so wichtige Punkte wie Zahnspangen, Windeln und Airbags vermisse – unendlich ließe sich das fortsetzen, denkt man erstmal ernsthaft 😉 drüber nach …

7. February 2007