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Zentrales Verzeichnis Antiquarischer Bücher

Nichts zu verlieren : DBC Pierres „Jesus von Texas“

von bardola

Der 15-jährige Vernon Gregory Little aus der fiktiven texanischen Kleinstadt Martirio (Nomen est omen: Die Stadt steht symbolisch für alle hinterwäldle- rischen Städte in Zentral-Texas, dem Land der Bush-Dynastie) – pubertie- render, ständig fluchender Ich-Erzähler, verklemmter Außenseiter an der High School, Muttersöhnchen und geborener Verlierer – fiel bislang immer aus der Rolle. Doch jetzt wird ihm von den Stadtbewohnern und den Medien eine Rolle auf den Leib geschneidert: die Rolle eines Täters. (Weiterlesen …)

17. October 2011

Der Bibliothekar auf Schatzsuche

von buch_und_maus

Meine Lieblingsberufe waren Missionar, Entwicklungshelfer und
– Bibliothekar. Nicht, dass sie etwas miteinander zu tun
hätten, denn ein Bibliothekar bewegt sich in halbdunklen,
totenstillen Räumen, während sich die anderen beiden Berufe
dem Abenteuer in der weiten Welt verschreiben. Aber
vielleicht sind diese gegensätzlichen Interessen der Grund
dafür, dass immer wieder Bücher wie dieses meine
Aufmerksamkeit auf sich ziehen: «Mit Schweizern rund um die
Erde».
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25. October 2010

Kafka am Strand

von bardola

Leider erfährt die schwierige Zielgruppe 14+ nur selten, dass es Bücher gibt, die nicht bei MTV, in der Yam oder sonst einer Teeny-Zeitschrift und auch nicht in der Schule erwähnt werden, die nicht in den Jugendbuchabteilungen der Bibliotheken und Buchhandlungen stehen und die trotzdem ein perfektes Mittel gegen die gefährliche Lesefaulheit in der Pubertät sind. Die Hauptursache für diese „Unsichtbarkeit“ ist banal: Diese Bücher erscheinen nicht in Jugendbuchverlagen.
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24. August 2010

Broken Hero

von bardola

„Race Evarts versteckte seine neuesten Schuhe immer im alten Pumpenhaus. Er kam auf dem Heimweg vom Lauftraining daran vorbei; es lag ganz hinten an der Weide und war vom Haus der Smithons aus nicht zu sehen.“ So beginnt der Roman. Race versteckt viele Schuhe im Pumpenhaus. Vor allem teure, nagelneue Laufschuhe. Diebesbeute. Race klaut auch Klamotten. Er nimmt die Bestellungen seiner Freunde auf und erfüllt seinen Kumpels und Freundinnen ihre Wünsche. Frauenfüße sind ihm wichtig, nicht nur das adäquat schmückende Schuhwerk dazu, auch beim Liebesspiel. Manchmal bleibt es dem Leser überlassen, sich auszumalen, was sich Race bei seltsamen Ereignissen so denkt. Manchmal kommen später erklärende Puzzleteile hinzu. (Weiterlesen …)

12. July 2010

Ihr kennt mich nicht!

von bardola

Im National Geographic hat John alles über den afrikanischen Stamm Lashasa Palulu gelesen, und nun müssen ihm die Palulus in brenzligen Situationen immer wieder den Weg weisen. Eingesperrt in einem Zimmer und bedroht von einem „Bulldozer von einem Mann“ erinnert sich John: „In den Annalen der Lashasa Palulu gibt es ein Ereignis, das beispielhaft für eine Rettung in letzter Sekunde steht.“

Die naturkundlichen Kenntnisse, die sich John ebenfalls angeeignet hat, helfen ihm, Gefahrensituationen richtig einzuschätzen. Als John bei seinem ersten Date mit Gloria Porter glücklich spazieren geht, ertönt plötzlich ein lautes Grollen. John ahnt, dass es vom eifersüchtigen Billy Banane stammt:
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11. May 2010

Celine oder Welche Farbe hat das Leben

von lesartige
Was Jugendliche über das Buch denken:
Kiril Dimova
   Kiril Dimova

Leseeindrücke von Kiril Dimova (13 Jahre)
Celine ist 16 Jahre alt und lebt mit ihrer Stiefmutter zusammen in Chicago. Ihre Mutter ist als Forscherin in Südamerika unterwegs, und auch ihr Vater ist selten zu Hause und lässt Celine mit ihrer Stiefmutter allein, dich sich zwar um das Mädchen kümmert, aber genug eigene Dinge im Kopf hat. Darum ist Celine oft allein. Sie malt sehr gern, liest einen Haufen schwieriger Bücher, schaut viel Fern und macht sich über die Sendungen lustig.
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22. February 2010

Brücken und Löcher – Silence and pleasure

von bardola
Louis Sachran - Holes

Eineinhalb Jahre brauchte Louis Sachar, um Löcher zu schreiben. Und in all der Zeit wusste niemand etwas davon, nicht einmal seine Frau und seine Tochter. Sachar glaubt, dass das Schweigen beim Schreiben hilft – wie bei allem, wozu man sich selbst motivieren muss. Je mehr man über etwas rede, desto weniger nehme man in Angriff, so der Autor.

Wenn es also darum geht, seine Fähigkeiten zu forcieren, spricht Sachar wenig. Fast schon folgerichtig sind Bridge und Tennis seine wichtigsten und liebsten Hobbies. Über Bridge, das bekannteste Kartenspiel im englischsprachigen Raum, sagt man, es sei Schach mit Karten, nur komplizierter, und auch: Bridge is silence and pleasure – Stille und Vergnügen.
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8. February 2010

Antje Babendererde in La Push – ohne Werwölfe!

von bardola

Antje Babendererde schrieb mehrere Romane für Erwachsene, die bei den nordamerikanischen Indianern spielten. Dieses Thema – Indianer – wurde immer wieder mit Kindern- und Jugendlichen in Verbindung gebracht und die Autorin demzufolge zu Schullesungen eingeladen. „Aber welch 13- oder 14-Jähriger interessiert sich für die Sorgen und Nöte von 40-jährigen Protagonisten? Also wurde ich wiederholt gebeten: ‚Schreib doch mal etwas für Jugendliche!’”, erinnert sich Babendererde. Sie wand sich, dachte, sie könne das nicht, und war der Meinung, sie müsste ihren Schreibstil ändern. Zudem sorgte sie sich, sie könnte die Probleme, die ihr wichtig sind, in einem Jugendbuch nicht so zum Tragen bringen. „Durch Zufall las man im Arena Verlag meinen Erstling Der Pfahlschnitzer und war sehr angetan: ‚Frau Babendererde, schreiben Sie uns doch mal ein Jugendbuch!’, schlug die Cheflektorin Frau Röhrig vor.” Ein Jahr später wurde die Sache konkret: Um Wale sollte es gehen; und so schrieb Antje Babendererde Der Gesang der Orcas. Das Buch wurde ein Überraschungserfolg.

Mein größtes Problem war meine Traurigkeit. Das zweitgrößte war ich selbst: Sofie Tanner, fünfzehn Jahre alt, rothaarig und sommersprossig, von den meisten meiner Klasse für merkwürdig und eigenbrötlerisch gehalten.

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14. September 2009

Cecily von Ziegesar: Gossip Girl

von bardola

An keiner anderen Gattung lassen sich Tradition und Veränderung im Buchmarkt besser erkennen als am Jugendbuch. Jung sollen sie sein: die Autoren, die Lektoren und die Übersetzer, um möglichst nah dran an der Zielgruppe 14+ zu sein. Und die ergrauten Kritiker? Sie wundern sich über TV-Serien, die auf Büchern basieren, aktuell über Gossip Girl auf ProSieben. Sie nehmen skeptisch das gleichnamige Buch in die Hand – „Soap!“, schreit aus von den Umschlagtexten –, klappen es auf und lesen das Motto: „‚I’m your Venus, I’m your fire. At your desire.’ Bananarama, Venus.” (Weiterlesen …)

11. May 2009