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Zentrales Verzeichnis Antiquarischer Bücher

Uri Orlev und die Bleisoldaten

von bardola

Manche der wichtigsten Bücher erscheinen nur durch Zufall in deutscher Sprache oder dank engagierter Fürsprecher. Mirjam Pressler übersetzte 1994 für Elefanten Press Uri Orlevs kurze Autobiografie Das Sandspiel, ein schmales Bändchen, das auf Hebräisch nie erschienen war. Pressler war von dieser knappen Schilderung eines Kinderschicksals im Zweiten Weltkrieg, das Orlev auf Anregung des deutschen Verlages geschrieben hatte, sehr bewegt.

Im Mittelpunkt steht das Kinderspiel zweier Brüder und die Frage: Wie viele Kinder wirst du haben? Der „Prophet″ nimmt eine Handvoll Sand, wirft ihn in die Luft und fängt ihn mit dem Handrücken auf. Natürlich bleiben zu viele Körner übrig und der Vorgang wird wiederholt. Die Sandkörner, die dabei neben die Hand fallen, stehen für jene Kinder, die auf verschiedene Art und Weise verloren gegangen sind. „Ich ging mit meinem Sohn zum Sandkasten und zeigte ihm das Spiel. Und ich erklärte ihm, dass uns die Deutschen ‚in die Luft geworfen’ hätten. Und jedes Mal starben viele Menschen. Aber wir, mein Bruder und ich, fielen immer auf eine sichere Stelle”, erinnert sich Orlev. (Weiterlesen …)

12. October 2009

Als ob man mit einer Wassermelone auf Ameisen zielte

von litprom

Vor 20 Jahren endete mit dem Abkommen von Taif der libanesische Bürgerkrieg. Die 1925 geborene libanesische Allroundkünstlerin Etel Adnan veröffentlichte mit Sitt Marie Rose einen der wichtigsten Romane über diese Epoche der libanesischen Geschichte. Seither hat Etel Adnan sich als bildende Künstlerin, Dichterin und Essayistin immer wieder mit der Frage beschäftigt, wie Kriegs- und Gewalterfahrungen die Individuen und die Beziehungen von Menschen prägen – zuletzt in dem Erzählband Im Herzen der Finsternis. Im Rahmen ihrer künstlerischen Arbeiten zu Krieg und Nachkriegszeiten setzte Etel Adnan sich auch intensiv mit dem deutschen Dramatiker Heiner Müller auseinander. Martina Sabra hat Etel Adnan nach ihrer Identität, ihrer Beziehung zur arabischen Welt und nach dem Umgang der Libanesen mit ihrer Vergangenheit gefragt.
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28. May 2009