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Lew Kopelew zum 100. Geburtstag

von zvab
Lew Kopelew

Im neuen ZVAB-Special berichtet Hanns-Martin Wietek über das Leben des russischen Germanisten und Schrifstellers Lew Kopelew, der heute hundert Jahre alt geworden wäre.

Von seiner frühen Liebe zur deutschen Kultur, von politischen Verwirrungen, von Menschlichkeit und Idealen wie Toleranz und Wahrheit sowie von seiner langjährigen Freundschaft zu Heinrich Böll.  Im Jahr 1981 erhielt Lew Kopelew den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Von ihm stammen die Worte:

“Bücher sind die sichersten Bausteine für die Brücken, die die Völker miteinander verbinden. Es ist der Sinn unseres Lebens, diese Brücken zu bauen.”

5. April 2012

14. Februar – nicht nur Valentinstag!

von wietek

Man bekriegte sich, man siegte und man verlor an diesem Tag, gerade so wie an jedem anderen. Wenn man diese traurige “Normalität” außen vor lässt und resignierend unbeachtet lässt, wer wen in welcher Schlacht schlug oder wer vernichtet wurde und wer sich gegen und mit wem verbündete oder intrigierte, was gab es dann noch an einem 14. Februar?


   Obwohl Nikita Chruschtschow mit
   seiner Geheimrede schon 20 Jahre
   zuvor die Entstalinisierung ein-
   geleitet hatte, wurde der russische
   Schriftsteller Alexander Solschenizyn
   am 14. Februar 1976 gegen seinen
   Willen des Landes verwiesen, weil
   er die Verbrechen des Stalin-Regimes
   in seinen Werken anprangerte.

Ein hoffnungsvoller Tag war – um bei der Politik zu bleiben – der 14. Februar 1956. An diesem Tag begann in Moskau der 20. Parteitag der KPdSU, auf dem Nikita Chruschtschow mit einer fünfstündigen Geheimrede die Entstalinisierung ein- leitete. In den KGB-Archiven hatte er die Belege für die Verbrechen Stalins an der eigenen Bevölkerung und an den hohen Parteigenossen sammeln lassen (seine Mitbeteiligung daran aber vorsichtshalber verschwiegen) und offenbart, worüber bisher niemand zu sprechen wagte. Es war ein erster Versuch, politische Reformen einzuleiten. Man kann es als den bescheidenen Anfang dessen sehen, was Gorbatschow 1989 vollendete.
Bis es soweit war, floss allerdings noch sehr viel Wasser die Moskwa hinunter und so wurde z. B. am 14. Februar 1976 der russische Schriftsteller und Nobelpreisträger Alexander Solschenizyn, der in seinem Werk Der Archipel Gulag eben diese Verbrechen beschrieb, aus Russland verbannt und nach Frankfurt/Main ausgeflogen. Willy Brandt hatte sich bereit erklärt, ihn in Deutschland aufzunehmen, bei Heinrich Böll kam er erst einmal unter. (Weiterlesen …)

14. February 2012

Nobelpreis für Literatur

von zvab

Die Schwedische Akademie in Stockholm wusste mit ihrer Wahl der Literaturnobelpreisträger der letzten beiden Jahre (2005 Harold Pinter, 2004 Elfriede Jelinek) die Öffentlichkeit durchaus zu überraschen. Der diesjährige Gewinner Orhan Pamuk war dagegen schon seit geraumer Zeit in den Feuilletons als heißester Anwärter gehandelt worden – zusammen mit dem seit einigen Jahren stets mit favorisierten, aber immer leer ausgehenden Philip Roth.

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12. October 2006