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Karl Gutzkow: bewegt, zensiert und streitbar. Ein literarisches Leben im 19. Jahrhundert

von Tergast

In ärmlichen Verhältnissen, als Sohn eines Stallmeisters des Prinzen Friedrich Wilhelm Karl, wurde am 17. März 1811 in Berlin ein Mann geboren, der knapp 25 Jahre später eines der berüchtigsten Werke der Literatur des 19. Jahrhunderts schaffen sollte. So berüchtigt, dass es ihm sogar eine einmonatige Gefängnisstrafe einbrachte.
Der Roman, von der zeitgenössischen Kritik als „unsittlich und gotteslästerlich“ gebrandmarkt, hieß Wally, die Zweiflerin, sein Autor war Karl Gutzkow, der neben seiner Wally eine große Menge weiterer literarischer Werke schuf und für die jungdeutsche Literatur von nicht unerheblicher Bedeutung war.
Gutzkow etwa war es, der dafür sorgte, dass Georg Büchners Dantons Tod in der von Eduard Duller herausgegebenen Zeitschrift Phönix. Frühlings-Zeitung für Deutschland erscheinen konnte, für die Gutzkow das so genannte Literaturblatt erstellte. Büchner war zu jener Zeit durch einen intensiven Briefwechsel mit Gutzkow verbunden und empfand ihn als einen seiner ersten Förderer. (Weiterlesen …)

17. August 2007

Heinrich Heine letzter Dichter der Romantik

von ZVAB

Heinrich Heine (1797 – 1856) ist zugleich Vertreter und Überwinder der Romantik. Nicht ohne Grund nennt er seinen ersten Prosatext "Die Romantik". Doch sein Abstand zur Romantik wächst. Immer häufiger tauchen Ironie und Desillusion in seinen Werken auf. Häufig benutzt er romantische Stilmittel allein, um eine tiefgehende Reflexion zu erreichen. Seinen frühen literarischen Ruhm erlangt er durch seine "Reisebilder", mit denen er eine neue Form der Reiseliteratur begründet. Trotz seiner Individualität als Reisender hat Heinrich Heine eine tiefe Bindung zu seinem Vaterland, was nicht zuletzt in der "Harzreise" deutlich wird. Doch von ständiger Ausgrenzung und Diskriminierung verfolgt, geht Heine 1831 nach Paris ins Exil. (Weiterlesen …)

17. Februar 2007

Index Librorum Prohibitorum – Verbotene Bücher

von ZVAB

Was haben so unterschiedliche Autoren, Schriftsteller, Geistliche, Wissenschaftler und Philosophen wie beispielsweise Heinrich Heine, Martin Luther, Nikolaus Kopernikus und Immanuel Kant gemeinsam? Ihre Werke standen bis ins Jahr 1966 auf dem Index, genauer gesagt auf dem Index Librorum Prohibitorum, einem im 16. Jahrhundert gegründeten päpstlichen Verzeichnis verbotener Bücher. Zuletzt waren dort 6000 Bücher aufgeführt, die bei Strafe der Exkommunikation von Katholiken weder gelesen, besessen noch verkauft werden durften. Der Index war in drei Klassen aufgeteilt:

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9. April 2006