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Zentrales Verzeichnis Antiquarischer Bücher

Amok in der Schule: Morton Rhues „Ich knall euch ab!“

von bardola

„Wenn wir nichts daran ändern, wie wir andere innerhalb und außerhalb der Schule behandeln, wird es nur noch mehr – und schrecklichere – Tragödien geben“, schreibt Rhues fiktive Herausgeberin Denise Shipley, Journalistik-Studentin und Stiefschwester von Gary, dem tragischen Protagonisten, mit dessen Abschiedsbrief der Roman Ich knall euch ab! von Morton Rhue beginnt:

Ich hätte mich auch ganz still aus dem Staub machen können, aber das wäre ja noch sinnloser gewesen. Wenn ich so gehe und bei meinem Abgang die Leute mitnehme, die mir das Leben zur Hölle gemacht haben, dann kommt vielleicht eine Botschaft rüber. Vielleicht ändert sich dann etwas, und irgendwo wird irgendein anderer Junge, der so unglücklich ist wie ich, besser behandelt und findet vielleicht einen Grund weiterzuleben.

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17. March 2009

„Wenn früher zwei Menschen aufeinander geschossen haben, dann waren es ein Cowboy und ein Indianer…“

von bardola

Ein Interview mit Morton Rhue zum Thema Gewalt an den Schulen

Das folgende Interview mit Morton Rhue fand am 15. März 2002, also über einen Monat vor dem Massaker von Erfurt statt. Der amerikanische Autor, der zwanzig Jahre nach seinem Bestseller Die Welle wieder ein brisantes Thema aufgegriffen hatte, hatte kurz vor unserem Gespräch eine Lesereise durch Deutschland beendet. Der Tenor an den deutschen Schulen lautete angesichts der von Rhue in Ich knall euch ab! beschriebenen Bluttat: „Zum Glück kann so etwas bei uns nicht geschehen, allein schon, weil es in den deutschen Haushalten nicht so viele Waffen gibt…“ Wenige Wochen nach den Ereignissen von Erfurt, nachdem die Realität das Vorstellungsvermögen aller überstiegen hat, wurde diese Haltung widerlegt. (Weiterlesen …)

17. March 2009

Karl Valentin – 125 Jahre

von zvab

“Er ist ein Phänomen und spottet der Analyse. Er ist ein Gespenst und doch ein Münchner”. – Alfred Polgar

Gemeint ist der am 04. Juni 1882 in München/Au geborene Valentin Ludwig Fey, der berühmte bayerische Kabarettist, Komiker und Filmproduzent. Zu seinem Künstlernamen Karl Valentin kam er 1902, als er zum ersten Mal in Nürnberg auftrat.
Im Jahr seiner Geburt starben seine Brüder Karl (8) und Max (6) an der Diphterie, der kleine Valentin überlebte die Krankheit nur knapp. Er besuchte sieben Jahre lang die Schule, die er selbst als “Zuchthausstrafe” erlebte. Neben seiner Schreinerlehre nahm er noch Unterricht im Zitherspielen bei Ignaz Heppner. Durch sein handwerkliches Geschick baute er seine später betretenen Bühnen stets selber. Er zog sich auch gerne mal in die Werkstatt in seinem Haus in Planegg bei München zurück. 2 Jahre lang arbeitete er noch als Geselle in verschiedenen Schreinerbetrieben in München, absolvierte aber bereits kleinere Auftritte, z.B. bei Vereinsveranstaltungen. Nach dem Tod des Vaters übernahmen er und seine Mutter die Spedition “Falk & Fey”. Nebenbei baute er sein Musikinstrument: das “Lebende Orchestrion”, mit dem er sich nach dem Verkauf der Spedition auf Tournee durch verschiedene Städte begab darunter Leipzig, Bamberg, Halle an der Saale und Berlin. Obwohl diese Reise ein Misserfolg wurde, hielt sich Karl Valentin weiterhin als Zitherspieler und Komiker mit Unterstützung vom Druckereibesitzer und Komiker Franz Erlacher und dem Münchener Wirt und Künstler Ludwig Greiner über Wasser. (Weiterlesen …)

4. June 2007