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Zentrales Verzeichnis Antiquarischer Bücher

Carmen Martin Gaites märchenhaftes New York: Rotkäppchen in Manhattan

von bardola

Wer in diesen dollarschwachen Zeiten das Shoppingparadies New York besuchen will, sollte den Kaufrausch mit einer zauberhaften Prosa begleiten: Die kleine Sarah Allen im roten Regenmantel mit Kapuze und am Arm den mit einer karierten Serviette bedeckten Henkelkorb, ist am Tag ihres zehnten Geburtstages in einer U-Bahn-Station nähe Central Park auf Hilfe angewiesen. Geträumt hat sie schon lange von Manhattan, jener „Insel in der Form eines Schinkens mit einem Spinatkuchen in der Mitte, der Central Park heißt.“ Es ist Sarahs erster selbständiger Ausflug zu ihrer Großmutter nach Manhattan von Brooklyn aus, wo sie allzu behütet im 14. Stockwerk eines Hochhauses wohnt.
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7. April 2008

Käthi Bhend: Wenn Risikobücher zu Longsellern werden. “Die Nacht im Zauberwald”

von bardola

Vor zwanzig Jahren erschien erstmals das Bilderbuch „Im Traum kann ich fliegen“ mit einem Text der Schweizer Autorin Eveline Hasler und Bildern von Käthi Bhend. Die Redaktion übernahm Gisela Stottele für Ravensburger. Es ist ein mutiges Bilderbuch – allein schon wegen der fünf Protagonisten: zwei Würmer, ein Käfer, ein Engerling und eine Raupe. Auch der Schauplatz ist ungewöhnlich: Fast die gesamte Geschichte ereignet sich unter der Erde. Gänge treiben in Wort und Bild die Handlung voran und entfachen die Neugier der Leser.
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6. March 2008

Scott O'Dell: Doppelter Bruch mit der Erzähltradition

von bardola

Wer ist der Mann, der 1959 den Klassiker “Insel der blauen Delphine” schrieb, ein Roman, der bis heute Kinder und Erwachsene gleichermaßen fasziniert?

Scott O’Dell wurde als Odell Gabriel Scott 1898 in Los Angeles geboren, studierte Psychologie, Philosophie, Geschichte und Englisch, lektorierte danach Drehbücher und veröffentlichte 1924 eine Aufsatzsammlung über erfolgreiche Stummfilm-Scripts, worauf er von Paramount Pictures engagiert wurde. Er arbeitete in Hollywood auch als Kameramann, u.a. bei den Filmaufnahmen zu Ben Hur in Rom. Italien gefiel ihm so gut, dass er ein Jahr lang dort lebte und einen Roman schrieb, den er jedoch verbrannte. 1934 erschien “Woman of Spain” und nach dem Zweiten Weltkrieg zwei weitere Romane für Erwachsene. Von 1947 bis 1955 arbeitete er als Redakteur für die „Los Angeles Daily News“.
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28. January 2008

Günter Ohnemus: Der Fänger in Deutschland

von bardola

Der Tiger auf deiner Schulter

“Es gibt dich und Karen, und das darf niemand zerstören. Das könnt ihr beide vielleicht kaputtmachen, aber sonst hat niemand das Recht dazu.”
Welcher Teenager wünscht sich nicht so eine Mutter, die ihrem Sohn das Auto leiht und Tipps gibt für die Suche nach seiner Freundin! Damit endet dieser preisgekrönte moderne Klassiker.

Vincent, genannt Gogo, heißt der Sohn, der sich auch mit seinem Vater gut versteht. Die Konflikte liegen woanders: Vincent sehnt sich nach Ehrlichkeit, liebt Literatur, philosophiert gerne. Er liebt Karen, muss aber feststellen, dass diese Beziehung von den Erwachsenen torpediert wird. “Alligators all around” warnt sie ihn. Während eines High-School-Jahres in Amerika hatte er sich in Tiffany verliebt, doch deren Eltern unterbanden die Beziehung. Dieser doppelte Konflikt bildet den Kern des Romans. Niemand schildert verletzte Gerechtigkeitsliebe in der Adoleszenz besser als Ohnemus. (Weiterlesen …)

24. October 2007

Edwin A. Abbott: Flächenland – Ein mehrdimensionaler Roman

von bardola

Es war der letzte Tag des Jahres 1999 … Ich saß neben meiner Frau und dachte über die Ereignisse des vergangenen Jahres nach und über die Aussichten des kommenden, über das kommende Jahrhundert und über das kommende Jahrtausend … Nur wenig Sand war noch in dem Halbstundenglas übrig. Ich erhob mich aus meinen Gedanken und drehte die Sanduhr zum letzten Mal im alten Jahrtausend nach Norden …
Edwin A. Abbotts Quadrat hat sich in der Sylvesternacht auf den Weg durch fremde Welten gemacht. Der Traum vom Linienland und die Reise durch das Punkt- und das Raumland gehören zu den faszinierendsten Leseerlebnissen für Jung und Alt. Abbotts „Flatland. A Romance of Many Dimensions“ erschien erstmals in England im Jahr 1884. Doch das ist nicht der Hauptgrund für die überraschende Ausdrucksweise des Ich-Erzählers, eines alten Quadrates, das die nur einmal alle tausend Jahre wiederkehrende Chance erhält, eine neue Dimension kennen zu lernen. Seine Welt, die nur Länge und Breite, also nur die ersten beiden, jedoch nicht die Höhe, die dritte Dimension, kennt, ist der Grund dafür, dass das Stundenglas nicht auf den Kopf gestellt werden kann. Sein Land ist flach wie ein Blatt Papier. Darauf leben Linien, Kreise, Dreiecke und viele andere zweidimensionale Figuren wie Schatten, unfähig aufzusteigen oder abzutauchen. Doch sie ahnen nichts von diesem Mangel und können sich weder Höhe noch Tiefe vorstellen. (Weiterlesen …)

1. October 2007

Ralf Isau: Museum der Erinnerungen

von bardola

Die Götterskulpturen im Pergamonmuseum in Berlin geben in Ralf Isaus vor zehn Jahren erschienen Roman Das Museum der gestohlenen Erinnerungen Rätsel auf: “… und so könnte ich dir noch viele Beispiele nennen. Ob es dabei um die Archäomagnetik oder irgendeine andere Methode geht. Die Wissenschaft ist niemals objektiv und schon gar nicht fehlbar gewesen – das widerspräche sogar ihrer wahren Natur. Leider haben viele Menschen sie zu einem Glaubensbekenntnis gemacht, um eigenes, sehr subjektives Handeln zu rechtfertigen. So verhält es sich auch mit Marduks Schicksalstafeln … “, heißt es gegen Ende dieses fesselnden Abenteuers, das nicht Fantasy nach angloamerikanischem Muster ist, sondern ein Versuch des Autors, mit Geschichten und Geschichte das Denken der Leser zu schärfen, flexibler zu gestalten und zudem über viele faszinierende historische Ereignisse oder philosophische Betrachtungen zu informieren. (Weiterlesen …)

3. September 2007

Joachim Ringelnatz – Frech und herzbetrunken

von bardola

Mit Joachim Ringelnatz kann man nicht früh genug beginnen. Schon für Kinder ab fünf Jahren bieten seine Gedichte viel Stoff zum Nachdenken und Lachen. Manchmal sind die Texte so erfrischend für den Nachwuchs, aber so grausam zum Alter, dass die beste Lösung für peinlich berührte Erzieher und noch nicht alphabetisierte Kinder eine Hör-CD ist.

 

Lieber Gott mit Christussohn,
Ach schenk mir doch ein Grammofon.
Ich bin ein ungezog’nes Kind,
Weil meine Eltern Säufer sind.
Verzeih mir, dass ich gähne.
Beschütze mich in aller Not,
Mach meine Eltern noch nicht tot
Und schenk der Oma Zähne.

 
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7. August 2007

Mats Wahls Erzählkunst

von bardola

1996 wurde Mats Wahl auf einen Schlag in Deutschland berühmt. Drei seiner Bücher waren in verschiedenen Kategorien für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Die Winterbucht, Stockholms breiter Wassergraben zwischen Arm und Reich, der Hauptschauplatz seines gleichnamigen Romans, wurde schließlich ausgezeichnet.

Erzählt wird die Geschichte von John-John, einem dunkelhäutigen, 16-jährigen Schweden aus einfachen und zerrütteten Verhältnissen. John-John muss an vielen Fronten emotional und handgreiflich kämpfen: Die zwei schlimmsten Schlachtfelder werden einerseits vom Freund seiner Mutter dominiert, der John-Johns Schwester vergewaltigt, und von seinem Freund Fighter, der ihn zu kleinkriminellen Handlungen verführt und später Neonazi wird. John-John flüchtet sich an die Schauspielschule und verliebt sich in ein Mädchen aus reichem Haus.
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12. July 2007

Roberto Piumini – Das Geheimnis der Osterinsel

von bardola

Die Osterinsel befindet sich rund fünf Flugstunden von Tahiti und fast ebenso weit von Chile entfernt, unter dessen Herrschaftsbereich sie steht. Der italienische Kinderbuchautor Roberto Piumini hat sie bereist und sich seine Gedanken gemacht: „Die Osterinsel liegt so verlassen inmitten des Ozeans wie eine winzige Brotkrume, die dem verloren gegangen ist, der einst die Kontinente knetete …“ Die berühmten Steinkolosse auf der Insel, Zeugen aus einer anderen Welt, richten ihren Blick über die Wellen in die Ferne. Wer hat die 638, ursprünglich wohl über 1000 Moais gebaut und modelliert? Wie kam es dazu? (Weiterlesen …)

6. June 2007

Robert Cormier – Reporter und Romancier

von bardola

  Robert Cormier

Sommer in Monument, einer Kleinstadt in Massachusetts. Die Unruhe unter der Bevölkerung ist groß, denn das siebenjährige Mädchen Alicia wurde ermordet aufgefunden. Das Verbrechen – so will es der Senator – soll schnellstmöglich aufgeklärt werden.
Dies ist die Ausgangslage des letzten Romans Das Verhör des im Alter von 75 Jahren im Jahr 2000 verstorbenen amerikanischen Autors Robert Cormier. Er gilt als Meister des realistischen Jugendromans. Über dreißig Jahre arbeitete er als Journalist und Reporter, wurde mehrfach ausgezeichnet und kam über diese Arbeit auch zu den Stoffen für seine Bücher.

Der Schokoladenkrieg machte ihn 1974 mit einem Schlag berühmt. Seine Romane und Erzählungen, inzwischen moderne Klassiker der Jugendliteratur, wurden in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt, vielfach ausgezeichnet und zum Teil auch verfilmt. (Weiterlesen …)

25. April 2007

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