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	<title>ZVABlog &#187; Lies doch mal!</title>
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	<description>das offizielle Blog des ZVAB rund um antiquarische und vergriffene Bücher - Literatur, Kolumnen, Lesetipps und Autoren-Nachrufe.</description>
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		<title>Nichts zu verlieren : DBC Pierres „Jesus von Texas“</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Oct 2011 13:04:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicola Bardola</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
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		<description><![CDATA[Der 15-j&#228;hrige Vernon Gregory Little aus der fiktiven texanischen Kleinstadt Martirio (Nomen est omen: Die Stadt steht symbolisch f&#252;r alle hinterw&#228;ldle- rischen St&#228;dte in Zentral-Texas, dem Land der Bush-Dynastie) – pubertie- render, st&#228;ndig fluchender Ich-Erz&#228;hler, verklemmter Au&#223;enseiter an der High School, Mutters&#246;hnchen und geborener Verlierer – fiel bislang immer aus der Rolle. Doch jetzt wird [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der 15-j&#228;hrige Vernon Gregory Little aus der fiktiven texanischen Kleinstadt Martirio (Nomen est omen: Die Stadt steht symbolisch f&#252;r alle hinterw&#228;ldle- rischen St&#228;dte in Zentral-Texas, dem Land der Bush-Dynastie) – pubertie- render, st&#228;ndig fluchender Ich-Erz&#228;hler, verklemmter Au&#223;enseiter an der High School, Mutters&#246;hnchen und geborener Verlierer – fiel bislang immer aus der Rolle. Doch jetzt wird ihm von den Stadtbewohnern und den Medien eine Rolle auf den Leib geschneidert: die Rolle eines T&#228;ters.<span id="more-5647"></span></p>
<div class="bildrechts"><img class="alignright size-full wp-image-5650" title="&quot;Jesus von Texas&quot; in der deutschen Ausgabe vom Aufbau-Verlag" src="http://blog.zvab.com/wp-content/uploads/2011/10/jesus-von-texas_buchcover.jpg" alt="" width="134" height="225" /></div>
<p>Der Anlass: Vernons Freund Jesus Navarro, Sohn mexikanischer Einwanderer und ein typischer Underdog (<em>„falsche Turnschuhe, falsches Leben“</em>), wird an der Schule so lange gemobbt, bis er 16 Mitsch&#252;ler und Lehrer und anschlie&#223;end sich selbst erschie&#223;t. Nun belagern die Medien die triste, abgelegene und von der Sonne verdorrte &#214;lf&#246;rderstadt. Die B&#252;rger Martirios und die TV-Zuschauer brauchen einen S&#252;ndenbock, einen Schuldigen, den sie bestrafen k&#246;nnen, und als einziger &#220;berlebender des Amoklaufs ger&#228;t Vernon in den Verdacht der Komplizenschaft. Was kann diese <em>„faulige H&#252;lle sinnloser Markennamen“</em> (so f&#252;hlt sich Vernon!) tun, um sich nicht <em>„ans Kreuz nageln zu lassen“</em>?  Muss er – wie sein Freund Jesus – f&#252;r Martirio den Opfertod sterben? Es beginnt eine aberwitzige H&#246;llenfahrt durch ein Provinz-Amerika, das sich in den letzten Jahren nicht wesentlich ver&#228;ndert hat.</p>
<p>Vernons Dad ist tot, seine Mum versucht vergeblich, dem Schlankheitsideal zu entsprechen, und das Geld ist immer knapp – soziale Verh&#228;ltnisse, die ein gefundenes Medienfressen sind. Vernon war zum Zeitpunkt des Massakers nicht in der Schule. Zun&#228;chst will er seine Unschuld nicht beweisen. Sp&#228;ter kann er es nicht mehr. Der Ruf als mutma&#223;licher Massenm&#246;rder erscheint ihm besser, als seine Schw&#228;chen einzugestehen. Was ist angenehmer: als analfixierter Junge mit einer Vorliebe f&#252;r M&#228;d- chenh&#246;schen oder als gewaltt&#228;tiger Psychopath traurige Ber&#252;hmtheit zu erlangen?</p>
<p>Vernon ist kein Ausbund an N&#228;chstenliebe, und doch wirkt er in seiner Not mit all seiner Trotteligkeit sympathisch. <a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=dbc+pierre"><strong>DBC Pierre</strong></a> schreibt ruppig und wortgewaltig und stellt seinen vom Pech verfolgten Helden so in eine von <a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=mark+twain">Mark Twains</a> Huck Finn, <a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=j.d.+salinger">J.D. Salingers</a> Holden Caulfield oder <a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=philip+roth">Philip Roths</a> Alexander Portnoy gepr&#228;gte Tradition. Die den Helden umgebenden komplexen Personenkonstellationen sind dabei Pierres Besonderheit. Mit spielerischer Leichtigkeit springt er zwischen Gef&#252;hlslagen und Interessenkonflikten mehrerer Figuren hin und her. Es ist ein Vergn&#252;gen, den slangreichen und unangestrengt kunstvollen Kaskaden Vernons zu folgen.</p>
<blockquote><p>Dann kommt die Stimme meiner alten Dame dahergeschleimt.<br />
„Vernon, geht’s dir gut?“<br />
Ihr Gegreine f&#252;hlt sich an, als w&#252;rde sie mir tats&#228;chlich ihre Zunge ins Ohr schieben, wie ein Ameisenb&#228;r oder so. Ich k&#246;nnt’ kotzen und heulen, beides zugleich, so sieht’s aus. Sie geht aufs Ganze, und warum? Ich werd’s euch verraten: weil ich jetzt nicht mehr nur im Knast bin, sondern eventuell auch noch verr&#252;ckt. Das w&#228;re ihr verdammtes Eldorado – verr&#252;ckt, auch das noch! Dann h&#228;tte sie nur das Problem, dass sie ihre besten Wimmernummern alle schon gebracht hat.</p></blockquote>
<div class="bildlinks"><img class="alignright size-full wp-image-5658" title="Jesus von Texas, H&#246;rbuch von Radioropa" src="http://blog.zvab.com/wp-content/uploads/2011/10/jesus-von-texas_h&#246;rbuch.jpg" alt="" width="200" height="200" /></div>
<p><em>„Mit der Wahl eines Teenagers als Erz&#228;hler wollte ich einen m&#246;glichst unverstellten Tonfall erreichen. Ein Halbw&#252;chsiger kann ehrlicher sein als ein Erwachsener und blickt anders auf das Leben. Er ist in einem Alter, in dem er beginnt, die Diskrepanz zwi- schen dem, was ihm gesagt wird, und dem, was passiert, zu hinterfragen“</em>, sagt Pierre. Die &#220;bersetzerin hat sich gl&#252;cklicherweise zur&#252;ckgehalten: Viele Amerikanismen und un&#252;bersetzbare Original-Wortspiele kennzeichnen den Text. In Duktus, Erz&#228;hlhaltung und auch atmosph&#228;risch klingt <a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=andrew+wellman">Andrew M. Wellmans</a> <em><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=wellman&amp;title=fucking+what">SFW &#8211; So Fucking What</a></em> (1990, der Titel wurde f&#252;r die deutsche Ausgabe nicht &#252;bersetzt), einer der pr&#228;gendsten, aber bis heute leider wenig beachteten und untersch&#228;tzten Romane zur Jugendgewalt, immer wieder bei Pierre an. Pierres Groteske &#252;ber moderne Medienpolitik, diese Satire &#252;ber die Gewaltkultur in Schulen, greift jedoch tiefer als Wellmans Roman. Das Verh&#228;ltnis zwischen distanzierter Justiz und sensationsl&#252;s- ternen Medien, zwischen &#252;berforderten Staatsanw&#228;lten und Richtern und respektlosen Reportern, wird hier mit Gewinn karikiert. Es ist der heuchlerische Journalist Eulalio „Lally“ Ledesma, der ein Verh&#228;ltnis mit Vernons Mutter anf&#228;ngt, um an Insider-Informationen zu gelangen. Lally berichtet nicht objektiv, sondern klagt an, indem er sp&#228;ter selbst zweifelhafte Zeugen bestimmt und &#246;ffentlich befragt. Gegen Ende entwickelt sich der Roman zu einer schwarzen Romanze, denn es stellt sich heraus, dass die Protagonistin von Vernons feuchten Tr&#228;umen eine Schlampe ist, die seiner Hingabe nicht wert ist, denn sie verr&#228;t ihn.</p>
<p>In Mexiko wird Vernon von dem Spruch <em>Me ves y sufres</em> (dt. <em>Sieh mich und leide</em>) elektrisiert. Diesem Detail liegt eine autobiographischer Episode zu Grunde: Pierre verstand als Kind in Mexiko ohne Spanischkenntnisse zun&#228;chst nicht, dass dieser Satz Jesus meint. Der Satz ist das Motto des f&#252;nften und letzten Aktes des Romans und prangt vor der Hinrichtung t&#228;towiert auf Vernons Brust, denn Vernon findet sich im Todestrakt wieder, wo Ledesma Kameras f&#252;r das ultimative Reality-TV installiert hat. Nach der t&#246;dlichen Injektion erz&#228;hlt Vernon weiter. Auch das macht die Qualit&#228;t dieser finster-funkelnden Kom&#246;die aus. Doch dann war es nur die Bet&#228;ubungsspritze und pl&#246;tzlich besteht wieder Hoffnung auf Begnadigung…</p>
<p><em><strong><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=pierre&amp;title=jesus+texas">Jesus von Texas</a></strong></em> (im Original <em><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=pierre&#038;title=vernon+god+little">Vernon God Little</a></em>) wurde 2003 mit dem renommierten Booker Prize ausgezeichnet und ist in &#252;ber 40 L&#228;ndern erschienen. Das aggressive, &#252;berzeichnete und oft genug geschmacklose Teenagerdrama rund um ein High-School-Massaker, das auch in der H&#246;rbuchfassung und als Theaterst&#252;ck empfehlenswert ist, regt die Leser nicht zuletzt zum Nachdenken &#252;ber die Todesstrafe nach. Das Massaker von Columbine fand 1999 statt – da stand schon ein Gro&#223;teil des Romans, sagt der Autor. Egal. Das Thema bleibt wichtig.</p>
<div class="bildrechts"><img class="alignright size-full wp-image-5657" title="DBC Pierre" src="http://blog.zvab.com/wp-content/uploads/2011/10/DBC_Pierre.jpg" alt="" width="200" height="211" /><br />
<small>&nbsp;&nbsp;&nbsp;DBC Pierre, Foto von B. Mitterrand</small></div>
<p><strong><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=dbc+pierre">DBC Pierre</a></strong> wurde 1961 unter dem Namen Peter Warren Finlay als Sohn britischer Eltern in Australien geboren. Von der Comic-Figur Dirty Pierre inspi- riert nennt er sich als Autor DBC Pierre (was f&#252;r „Dirty But Clean Peter“ steht). Sein Vater arbeitete f&#252;r die UN. Die Familie Finlay genoss in Mexiko, wo Pierre ab dem siebten Lebensjahr wohnte, diplomatischen Status. Als Jugendlicher geriet Pierre auf die schie- fe Bahn. Als er 16 war, erkrankte sein Vater an einem Gehirntumor, an dem er drei Jahre sp&#228;ter starb. Auf Mexiko folgten Aufenthalte u.a. in Australien, Gro&#223;britannien und den USA und schlie&#223;lich der R&#252;ckzug nach Irland. Kreditkartenbetrug, Gl&#252;cksspiel, Drogen, (Wett-)Schulden, mehrere Bew&#228;hrungsstrafen begleiteten diesen Werdegang.</p>
<p>In Irland kommt Pierre vom Rauschgift los, sucht den Sinn seines verkorks- ten Lebens in der Literatur und schreibt auf eigenes Risiko seinen ersten Roman:</p>
<blockquote><p>Man wei&#223;, wenn man schreibt, nie wirklich, was man tut. Das ist harte Arbeit. Worte sind tr&#252;gerische kleine Bastarde. Sie sind wie Ratten, die man fangen und an die richtigen Stellen bringen muss. Als Anf&#228;nger fragt man sich auch, ob das alles je jemand lesen wird. Ich habe alle 18 Stunden gedacht: Mann, du bist ein Idiot, du musst damit aufh&#246;ren und etwas Ernsthaftes machen. Ich hatte nur das Gef&#252;hl, dass ich das Buch zu Ende bringen musste, im Namen von – allem.</p></blockquote>
<p>Dieses Gef&#252;hl empfindet Pierre als Wette auf sich selbst. Zudem hat er darauf gewettet, dass er den Booker Prize gewinnen wird. Seitdem er diese Wette gewonnen hat, l&#228;sst er die Finger vom Gl&#252;cksspiel: <em>„Jetzt, mit dem Erfolg, habe ich pl&#246;tzlich etwas zu verlieren – und ich denke: Schei&#223;e, das Einzige, was ich nicht verlieren will, ist, nichts verlieren zu k&#246;nnen.“<br />
</em></p>
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		<title>Zur&#252;ck zum Gl&#252;ck</title>
		<link>http://blog.zvab.com/2011/02/08/zurueck-zum-glueck/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Feb 2011 09:49:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicola Bardola</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Katherine Hannigans Roman mit dem langen Titel Ida B. &#8230; und ihre Pl&#228;ne, so viel Spa&#223; wie m&#246;glich zu haben, Unheil zu vermeiden und (eventuell) die Welt zu retten erz&#228;hlt in einer ungew&#246;hnlich poetischen Prosa von Zufriedenheit, Krise und Gl&#252;ck. Ich setzte mich auf die Veranda und schaute das Land und den Berg und die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="bildlinks"><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=Hannigan+Katherine&#038;title=Ida+B+Pl%E4ne"><img src="http://blog.zvab.com/wp-content/hannigan-katherine-ida-b.jpg" width="135" height="216" alt="" title="Ida B ... und ihre Pl&#228;ne, so viel Spa&#223; wie m&#246;glich zu haben, Unheil zu vermeiden und (eventuell) die Welt zu retten" /></a></div>
<p><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=Hannigan+Katherine"><strong>Katherine Hannigans</strong></a> Roman mit dem langen Titel <a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=Hannigan+Katherine&#038;title=Ida+B+Pl%E4ne"><strong>Ida B. &#8230; und ihre Pl&#228;ne, so viel Spa&#223; wie m&#246;glich zu haben, Unheil zu vermeiden und (eventuell) die Welt zu retten</strong></a> erz&#228;hlt in einer ungew&#246;hnlich poetischen Prosa von Zufriedenheit, Krise und Gl&#252;ck.</p>
<p>Ich setzte mich auf die Veranda und schaute das Land und den Berg und die B&#228;ume und die Sterne an, die, wei&#223; Gott, nicht meine waren und es auch nie sein w&#252;rden. Aber in einiger Hinsicht w&#252;rden sie mir trotzdem immer geh&#246;ren und es war v&#246;llig unm&#246;glich mir vorzustellen, dass ich ihnen nicht geh&#246;rte. In Worten ausgesprochen ergibt das vielleicht keinen Sinn, aber an dem Abend ergab es f&#252;r mich durchaus einen Sinn.<br />
<span id="more-4905"></span><br />
Alles ist zun&#228;chst bestens bei dem fr&#246;hlichen M&#228;dchen Ida B Applewood. Die Farm ihres Vaters Evan und ihrer Mutter Ida ist eine Idylle, die Ida B jeden Tag genie&#223;en kann, weil sie nicht zur Schule muss. Ida B wusste schon am ersten Schultag, dass sie mit Lehrern, Klassenzimmern und Kameraden nicht klarkommen w&#252;rde. Sie protestierte sofort so geschickt, dass ihr die Mutter das Versprechen gab, nie mehr in die Schule zu m&#252;ssen, vorausgesetzt, der Heimunterricht w&#252;rde klappen. Seither lehren Mam und Dad Ida B, die jedes Jahr ein &#246;ffentliches Examen mit sehr guten Ergebnissen ablegt.</p>
<div class="bildrechts"><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=Hannigan+Katherine"><img src="http://blog.zvab.com/wp-content/hannigan-portrait.jpg" width="161" height="225" alt="" title="" /></a><br /><small>&nbsp; &nbsp; Katherine Hannigan</small></div>
<p>Also verbringt Ida B ihre Zeit da, wo es ihr am besten gef&#228;llt: mit den Eltern, den B&#228;umen oder dem Berg vor dem Haus. „Wir sind die H&#252;ter der Erde“, sagt der Vater und die Tochter entgegnet, „ich glaube, die Erde beh&#252;tet uns.“ Ida spricht mit einem Bach und mit Apfelb&#228;umen, denen sie Namen gegeben hat. Sie ist erfinderisch, zeichnet, schreibt, tr&#228;umt und hat ihren Hund Rufus und ihre Katze Lulu. Und wenn sie in der Obstplantage spielt, sprechen die B&#228;ume mit vielen verschiedenen Stimmen zu ihr.<br />
&#196;rger mit den Eltern kriegt sie nur, wenn sie beispielsweise auf der Suche nach der bahnbrechenden Entwicklung einer „Seifenmaske“ ihr Gesicht mit Hilfe eines Sp&#252;lmittels in einen Anti-Schmutzpanzer verwandelt, der Kinder und Erwachsene dauerhaft vor dem l&#228;stigen Gesichtwaschen befreien soll.<br />
Alles k&#246;nnte so sch&#246;n weitergehen, wenn nicht Mam pl&#246;tzlich schwer erkranken w&#252;rde. Mit unersch&#252;tterlicher Zuversicht stellt sich Ida B zun&#228;chst dem Drama, legt beispielsweise die ausgefallenen Haare in Ida B’s Tasche vermischter Dinge f&#252;r nicht fest umrissene Pl&#228;ne. Doch in der Folge verschlimmert sich das Leben Ida B’s drastisch. Der Vater muss ein St&#252;ck des Landes verkaufen, um die Klinik-Kosten zu bezahlen. Auf diesem Grund stehen auch einige von Ida B’s Lieblingsb&#228;umen. Sie m&#252;ssen gef&#228;llt werden, damit die neuen Eigent&#252;mer ihr Haus bauen k&#246;nnen. Zudem muss Ida B wieder in die Schule, da die Mutter zu schwach ist, um sie weiterhin zu unterrichten. Damit bricht die Mutter ihr Versprechen. Der Vertrauensverlust, der Schmerz &#252;ber die gef&#228;llten B&#228;ume und der weiterhin ungewisse Gesundheitszustand der Mutter f&#252;hren dazu, dass sich Ida B zur&#252;ckzieht und radikal abschottet. Sie l&#228;sst ihr Herz „steinhart werden“, denn sie ist die Besch&#252;tzerin des Tales, die die neuen Nachbarn, die K&#228;ufer des Grundst&#252;cks, u.a. die nette Claire aus ihrer Klasse, verjagen muss. Mit den Eltern und in der Schule spricht sie nur das N&#246;tigste. In ihrer gro&#223;en Not holt sie sich einen schwachen Trost bei den B&#228;umen, die ihr zufl&#252;stern, dass alles wieder in Ordnung komme.<br />
Mit au&#223;erordentlich viel psychologischem Feingef&#252;hl schildert Katherine Hannigan die emotionale Notlage Ida B’s, ein schwieriges Jahr, in der Ida B die Frage „wie war dein Tag?“ nicht ertragen kann. Und als sie doch wieder ert&#246;nt, denkt Ida B: Und jetzt hatte ich ein Problem. Ich musste einen Weg finden, die Befragung durchzustehen, ohne den Entschluss meines Herzens zu gef&#228;hrden, und gleichzeitig die Laune eines Daddys umschiffen, der bestimmt nicht h&#246;ren wollte, was irgendwie, und sei es auch nur ganz leicht, nach Unversch&#228;mtheit kl&#228;nge. Schlie&#223;lich brachte ich Folgendes heraus, das zwar passender klang als alle anderen M&#246;glichkeiten, aber auf jeden Fall weit weg von gut: „Es war okay“, sagte ich. Aber in meinem Kopf sah „okay“ so aus: O.K. Die beiden Buchstaben standen f&#252;r ‚Oberpeinliche Katastrophe’“<br />
	Die Eltern kapitulieren vor Ida B’s Halsstarrigkeit. Nur Miss Washington, ihrer Lehrerin, gelingt es langsam und behutsam, Ida B in den Alltag zur&#252;ckfinden zu lassen. Sie gibt Ida B Aufgaben, sei es laut Vorlesen, sei es Mathe-Nachilfe f&#252;r Ronnie, mit dem sich Ida B wider willen allm&#228;hlich anfreundet. Der zweite Teil dieses Romans schildert den schwierigen Weg Ida B’s von der Trauer- und Trotzblockade zur&#252;ck zum Gl&#252;ck. Sie verwandelt sich nicht in ihr altes munteres Selbst, aber in ein reiferes M&#228;dchen, das um wichtige Erfahrungen reicher ist.<br />
Katherine Hannigans Sprache macht diese wunderbare Geschichte zu einem pr&#228;genden Leseerlebnis. Isoliert m&#246;gen Hannigans Vergleiche, ihre ungew&#246;hnliche Wortwahl &#252;berraschen, im Kontext verst&#228;rken sie die starken Stimmungen innerhalb der kleinen Familie, die neben ihrer Plantage und umgeben von Natur weitab st&#228;dtischer Allt&#228;glichkeit lebt. Allein die Bilder f&#252;r den Tonfall bei Gespr&#228;chen sensibilisieren die Wahrnehmung der Leser, beispielsweise wenn Ida B den Vater beschreibt, wie er zur kranken Mutter spricht: &#8230; und seine Stimme war weich wie ein Kaninchenfell und leicht wie Rauch oder die Mutter, wie sie Ida B. bittet, ihr irgendwann auch einmal die Geschichte vorzulesen, die Ida B. ihrer Klasse vorgelesen hatte, wodurch sie sie sich wieder zu &#246;ffnen begann: das sagte sie so sanft wie Schritte in frischem Schnee. Die Wahrhaftigkeit nach der gro&#223;en Angst und Trauer, nach der Isolation und K&#228;lte, zu der sich Katherine Hannigans Figuren durchringen m&#252;ssen, springt auf die Leser &#252;ber.</p>
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		<title>Kafka am Strand</title>
		<link>http://blog.zvab.com/2010/08/24/kafka-am-strand/</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 09:31:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicola Bardola</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Leider erf&#228;hrt die schwierige Zielgruppe 14+ nur selten, dass es B&#252;cher gibt, die nicht bei MTV, in der Yam oder sonst einer Teeny-Zeitschrift und auch nicht in der Schule erw&#228;hnt werden, die nicht in den Jugendbuchabteilungen der Bibliotheken und Buchhandlungen stehen und die trotzdem ein perfektes Mittel gegen die gef&#228;hrliche Lesefaulheit in der Pubert&#228;t sind. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Leider erf&#228;hrt die schwierige Zielgruppe 14+ nur selten, dass es B&#252;cher gibt, die nicht bei MTV, in der <em>Yam</em> oder sonst einer Teeny-Zeitschrift und auch nicht in der Schule erw&#228;hnt werden, die nicht in den Jugendbuchabteilungen der Bibliotheken und Buchhandlungen stehen und die trotzdem ein perfektes Mittel gegen die gef&#228;hrliche Lesefaulheit in der Pubert&#228;t sind. Die Hauptursache f&#252;r diese „Unsichtbarkeit“ ist banal: Diese B&#252;cher erscheinen nicht in Jugendbuchverlagen.<br />
 <span id="more-4304"></span></p>
<div class="bildlinks"><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=murakami&#038;title=kafka+strand"><img src="http://blog.zvab.com/wp-content/kafka_strand.jpg" width="119" height="180" alt="" title="Kafka am Strand" /></a></div>
<p>Das gilt auch f&#252;r <strong><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=haruki+murakami">Haruki Murakamis</a></strong> <em><strong><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=murakami&#038;title=kafka+strand">Kafka am Strand</a></strong></em>. Wenn „Kafka“ im Titel steht, bekommen schon manche Erwachsenen Angst, das aber ist hier unbegr&#252;ndet. <em>„Als mein f&#252;nfzehnter Geburtstag gekommen war, ging ich von zu Hause fort, um in einer fernen, fremden Stadt in einem Winkel einer kleinen Bibliothek zu leben.“</em> Kafka Tamura, der von einer klugen Kr&#228;he begleitete Held (Kafka hei&#223;t auf Tschechisch Kr&#228;he) dieser magischen Reissaus-Geschichte, wird insbesondere fantasyges&#228;ttigten Lesern einen neuen, wichtigeren und lebensnaheren literarischen Horizont aufzeigen. Kafka war vier Jahre alt, als seine Mutter und seine Schwester ihn verlie&#223;en. Jetzt erwartet er Antworten auf seine Fragen. <em>„Vor langer Zeit habe ich verlassen, was ich nicht verlassen durfte“, sagt sie. „Es war dasjenige, was ich am meisten liebte. Denn ich f&#252;rchtete, es irgendwann zu verlieren. Deshalb musste ich selbst fortgehen.“ </em></p>
<p>Japanische Elemente dominieren nicht. Beethoven oder Schubert sind wichtig, aber auch die griechische Mythologie, der franz&#246;sische Existentialismus, die amerikanische Road-Movie-Romantik oder der schottische Galgenhumor – all das sind Ingredienzien, die Murakami mit Tr&#228;umen, Mystik, surrealen Elementen und japanischer Leidenschaft und Disziplin (Kafka will der st&#228;rkste Junge der Welt werden) verschmilzt. Wissen und Entschiedenheit, Gef&#252;hle, Geduld und Mut werden hier ebenso trainiert wie Muskeln:</p>
<blockquote><p>W&#228;hrend ich ein paar Dehn&#252;bungen zur Lockerung mache, entspanne ich mich allm&#228;hlich und erlange meine Fassung zur&#252;ck. Ich bin wieder bei mir. Die Konturen meines Ichs schieben sich &#252;bereinander und rasten mit einem leisen Klicken ein. So. Ich bin an meinem gewohnten Platz. Ich beginne mit einem Zirkeltraining. W&#228;hrend ich auf meinem Mini-Discman eine CD von Prince h&#246;re, drehe ich eine volle Stunde lang an sieben Ger&#228;ten die Runde. </p></blockquote>
<p>Muss man einzelne Szenen und Erz&#228;hlstr&#228;nge, gar den ganzen Roman deuten und interpretieren? Ist Kafka der sinnsuchende Junge, der seine ungl&#252;ckliche Mutter Saeki-san erl&#246;st, indem er Nakata, den wirren Analphabeten, der mit Katzen sprechen kann, zu ihr f&#252;hrt, weil vielleicht er der Geliebte aus ihrer Jugend war, den sie nicht vergessen kann? <em>Kafka am Strand</em> ist kein nachzuerz&#228;hlender Plot; das Buch ist ein Leseabenteuer, auf das man sich einlassen sollte, um bereichert als Teil einer neuen, einer literarisch-komplexen, verf&#252;hrerischen, packenden und unvergesslichen Welt aufzuwachen. Ganz nebenbei findet man neue Zug&#228;nge zu klassischer Musik und zur Literatur – Kafkas Begeisterung ist ansteckend. Und dann liest man auch noch eine moderne &#214;dipus-Geschichte, denn Murakamis Protagonist flieht vor demselben Fluch wie der griechische Held. Ich kenne keine rauschhaftere Lekt&#252;re, um die Geheimnisse des Erwachsenenlebens eingef&#252;hrt zu werden. Die erste Strophe eines Liedes namens<em> Kafka am Strand </em>enth&#228;lt einen von vielen Schl&#252;sseln zu den R&#228;tseln des Romans: </p>
<blockquote><p>Wenn du am Rande der Welt stehst,<br />
bin ich in einem toten Vulkan.<br />
Im Schatten der T&#252;r stehen<br />
Worte, die ihre Zeichen verloren. </p></blockquote>
<div class="bildrechts"><img src="http://blog.zvab.com/wp-content/HarukiMurakami.jpg" width="190" height="156" alt="" title="Haruki Murakami" /><br /><small>&nbsp;&nbsp;&nbsp;Haruki Murakami<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;(Photo: wakarimasita, Flickr)</small></div>
<p>Hier formt sich der Eindruck, mit Mura- kamis <em>Kafka am Strand</em> einen globalen Roman zu lesen, der einen hoffnungs- vollen Ausblick auf die Literatur des neuen Jahrhunderts gibt und Teen- agern viele T&#252;ren &#246;ffnet. <a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=stephen+king">Stephen King</a> k&#246;nnte die gruseligen Katzen-Szenen nicht grausamer schildern und Ingmar Bergmann den &#214;dipus-Komplex nicht eindringlicher in Szene setzen.</p>
<p><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=haruki+murakami"><strong>Haruki Murakami </strong></a>wurde 1949 in Kyoto geboren. Er lebte l&#228;ngere Zeit in den USA und in Europa. F&#252;r seine zahlreichen Romane und Erz&#228;hlungen hat er viele literarische Auszeichnungen erhalten. Inzwischen gilt er als einer der bekanntesten japanischen Autoren. Zudem arbeitet er als &#220;bersetzer: <a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=raymond+chandler">Raymond Chandler</a>, <a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=john+irving">John Irving</a>, <a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=truman+capote">Truman Capote </a>und <a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=raymond+carver">Raymond Carver</a> wurden von ihm ins Japanische &#252;bertragen.</p>
<p>Murakamis manchmal nicht nur phantastisches, sondern auch poetisches, surreales und immer mehrb&#246;diges Erz&#228;hlen entwickelt rasch einen Sog, in dem sich Moderne, M&#228;rchen und Mythen entfalten. Der japanische Junge l&#246;st nicht alle r&#228;tselhaften Bilder auf und versteht manch geheimnisvollen Vorfall nicht (so wie auch der jugendliche oder erwachsene Leser), aber er dringt tief in die eigene Seele ein. Er ist ein Lernender und ein Vorbild f&#252;r Jugendliche und sp&#252;rt am Ende nach vielen bestandenen Pr&#252;fungen, dass die Verletzungen aus seiner Kindheit vernarben und die Welt der Erwachsenen nun kommen kann.</p>
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		<title>Broken Hero</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 09:57:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicola Bardola</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Lies doch mal!]]></category>
		<category><![CDATA[Einsamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendbuch]]></category>
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		<category><![CDATA[Neuanfang]]></category>
		<category><![CDATA[Nicola Bardola]]></category>
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		<description><![CDATA[„Race Evarts versteckte seine neuesten Schuhe immer im alten Pumpenhaus. Er kam auf dem Heimweg vom Lauftraining daran vorbei; es lag ganz hinten an der Weide und war vom Haus der Smithons aus nicht zu sehen.“ So beginnt der Roman. Race versteckt viele Schuhe im Pumpenhaus. Vor allem teure, nagelneue Laufschuhe. Diebesbeute. Race klaut auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>„Race Evarts versteckte seine neuesten Schuhe immer im alten Pumpenhaus. Er kam auf dem Heimweg vom Lauftraining daran vorbei; es lag ganz hinten an der Weide und war vom Haus der Smithons aus nicht zu sehen.“</em> So beginnt der Roman. Race versteckt viele Schuhe im Pumpenhaus. Vor allem teure, nagelneue Laufschuhe. Diebesbeute. Race klaut auch Klamotten. Er nimmt die Bestellungen seiner Freunde auf und erf&#252;llt seinen Kumpels und Freundinnen ihre W&#252;nsche. Frauenf&#252;&#223;e sind ihm wichtig, nicht nur das ad&#228;quat schm&#252;ckende Schuhwerk dazu, auch beim Liebesspiel. Manchmal bleibt es dem Leser &#252;berlassen, sich auszumalen, was sich Race bei seltsamen Ereignissen so denkt. Manchmal kommen sp&#228;ter erkl&#228;rende Puzzleteile hinzu. <span id="more-4204"></span></p>
<div class="bildlinks">
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=abbott&#038;title=racer"><img src="http://blog.zvab.com/wp-content/abbott_maro.jpg" width="152" height="230" alt="" title="Racer, erschienen beim Maro-Verlag" /></a></div>
<p>Zum Auftakt der rasanten Story, die der amerikanische Autor <a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=keith+abbott"><strong>Keith Abbott</strong></a> in seinem Kurzroman <em><strong><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=abbott&#038;title=racer">Racer </a></strong></em>(zu empfehlen ab 12 Jahren) erz&#228;hlt,  ist Race Evarts auf dem H&#246;hepunkt seines Teenager-Daseins. Es gelingt ihm alles: Sportliche H&#246;chstleistung auf der Aschenbahn kombiniert er locker mit Alkohol, Zigaretten, M&#228;dchen und seinen dreisten Raubz&#252;gen. Logisch, dass das nicht ewig so weitergehen kann. Im Hintergrund lauert schon das Ungl&#252;ck. Ein Geschenk an den Lauftrainer Singleterry l&#246;st – mit Verz&#246;gerung – die unvermeidliche Krise aus. </p>
<p>Die Einsamkeit des jugendlichen Mittel- und Langstreckenl&#228;ufers Race Evarts ist eine besondere und sie wird durch den Bruch mit Singleterry verst&#228;rkt: Der Junge w&#228;chst n&#228;mlich bei Pflegeeltern auf. Die Smithon-Familie ist das zehnte Zuhause, in dem der „Broken Heroe“ wieder nicht heimisch werden wird. Hin- und hergerissen zwischen Pflicht und Vergn&#252;gen verliert Race allm&#228;hlich die Orientierung. Seine High-School-Leichtathletik-Mannschaft erwartet von ihm sportlichen Einsatz und Erfolge, doch Race nutzt sein Talent vorwiegend daf&#252;r, aus Kaufh&#228;usern und Boutiquen Schuhe, Pullover oder Hemden zu entwenden. Niemals hat jemand vom Verkaufspersonal ihn schnappen k&#246;nnen. Mit der Ware unter der Jacke verschwindet er uneinholbar im Strom der Passanten. Allein die Schilderungen dieser au&#223;ergew&#246;hnlichen Diebst&#228;hle sind die Lekt&#252;re dieses Buches wert: Spannend wie ein Krimi liest sich der Roman, der zugleich gespickt ist mit Szenen voll von jugendlichem Irrsinn und mit Zeichen der Sehnsucht nach gro&#223;en Gef&#252;hlen. </p>
<p>Race geht es nicht ums Geld, sondern um die richtigen – zugegebenerma&#223;en teuren – Accessoires. Es geht um Freiheit und Protest, um Imponiergehabe und Qualit&#228;t. Und ja, es geht auch um Zeit – ob auf der Rennbahn oder auf der Mannschaftsmatratze, wo Race die h&#252;bsche Sigrid in 22 Minuten – absolute Bestzeit – vernascht. Und Races Clique bewundert und beneidet ihren coolen L&#228;ufer. Er ist der Schnellste, obwohl er sein Training nicht ernst genug nimmt. </p>
<p>Races Gl&#252;cksstr&#228;hne endet, als die Diebestouren bekannt werden. Race fliegt von der High School, trennt sich von der Clique und jobbt als Schuhverk&#228;ufer in einem Gesch&#228;ft. Dort ist die blonde Mittdrei&#223;igerin Mrs. Lowry eine gute, aber schwierige Kundin und Race nimmt sich mit Erfolg ihrer an. Mrs. Lowry wohnt allein mit ihrer 14-j&#228;hrigen Tochter Patricia in einer f&#252;r die beiden zu gro&#223;en Villa. Sie trinkt etwas zu viel und zweifelt etwas zu oft am Sinn des Lebens. Race erz&#228;hlt ihr von der einzigen Begegnung mit seiner Mutter, an die er sich erinnern kann. Damals hatte Race vom Kinderbett aus nur ihre Beine, ihre F&#252;&#223;e und ihre Schuhe gesehen.<br />
Mrs. Lowry nimmt Race wie einen Sohn auf, um ihm in einem anderen Sportverein eine weitere Chance zu geben. Letztlich &#252;bt sie jedoch einen schlechten Einfluss auf den Jungen aus. Race schw&#228;nzt immer &#246;fter das Lauftraining, stattdessen trinkt und raucht er viel – und wird Mrs. Lowrys Geliebter. Die Szenen, in denen seine Abst&#252;rze geschildert werden, sind unvergesslich, mal dramatisch, mal komisch:</p>
<blockquote><p>Er lachte. „Dann fang ich mit dem Training an.“ Er lachte und paffte seine Zigarette. „Wenn ich an Training denke, dann h&#246;r ich immer tsch-tsch-tsch, verstehst du, tsch-tsch? Tsch-tsch-tsch. Tsch-tsch-tsch-tsch!“<br />
Race rollte vom Bett auf den Boden und versch&#252;ttete dabei sein Glas mit dem schon etwas w&#228;ssrigen Whiskey auf dem Teppich. Er stellte sich auf H&#228;nde und F&#252;&#223;e. „Hier ist Race, der die Meile unter f&#252;nf Minuten l&#228;uft, und er macht tsch-tsch-tsch! Ich bin im Training. Im Training!“<br />
Er lachte und krabbelte auf allen vieren &#252;ber den Teppich. Dabei paffte er an seiner Zigarette und stie&#223; dichte Rauchwolken aus.</p></blockquote>
<p>Danach verwandelt sich Race auf dem Teppich in einen schnuppernden Jagdhund und kehrt schlie&#223;lich mit Tsch-tsch-Lauten als qualmende Dampflok zur&#252;ck zu seiner G&#246;nnerin ins Bett.<br />
Keith Abbott variiert die Reifepr&#252;fung-Situation. Die Szenen zwischen Mutter und Tochter wechseln rasch. Action: Feuer, Sex, Polizei. Das scheinbare Gl&#252;ck bei den Lowrys endet abrupt, als Mrs. Lowry Race vorwirft, ihre Tochter verf&#252;hrt zu haben. Doch die verd&#228;chtigen (Sperma-)Spuren auf Pats Hosen stammen nicht von Race. Erneut stellt sich die Einsamkeit des L&#228;ufers auch &#228;u&#223;erlich ein. Race muss wieder ein Zuhause finden.</p>
<p>Races dramatische Story ist der Leidenschaft des Protagonisten entsprechend in hohem Tempo erz&#228;hlt. Einerseits zieht sich jugendlicher Erlebnishunger durch die Geschichte, andererseits klingt stets der Ausruf „Du schaffst es!“ mit, dieser st&#228;ndig wiederkehrende Vorsatz der Kids in der amerikanischen Provinz, es durch Flei&#223;, Ehrgeiz und Disziplin dereinst besser zu haben als ihre Eltern. Dieses hintergr&#252;ndige Mantra ist auch eines der wenigen Details, an denen der Leser merkt, dass die Geschichte 1961 in l&#228;ndlicher Umgebung au&#223;erhalb von Tacoma im Bundesstaat Washington spielt. Wie auch die Szene, in der Race nach den K&#252;hen seiner Zieheltern sehen muss; in solchen Momenten erinnert der Protagonist an den einsamen Cowboy.</p>
<p>Im &#220;brigen ist Race ein aufm&#252;pfiger Kleinganove, ein arroganter Sozialfall mit zweifelhaftem sportlichen Ehrgeiz. Ein tragischer Held. Race hat keine Chance. Seine Zukunftsaussichten sind so d&#252;ster wie das lange schwarze Band der Asphaltstra&#223;e, auf der die Polizisten am Ende auf ihn warten. Es bleibt den Lesern selbst &#252;berlassen, das Finale zu deuten. Denn Race rennt am Ende nicht, um Verk&#228;ufern aus Sportgesch&#228;ften zu entkommen, um Rekorde zu brechen und Medaillen zu gewinnen oder um in eine Elite-Universit&#228;t aufgenommen zu werden, sondern er rennt um sein Leben. Er rennt in die Freiheit, hinauf zu den Bergen, hinter denen die rettende Grenze liegt. Aber auf dem Gipfel h&#228;lt er inne und dreht um.<br />
Ich lese das Finale dieses Miniatur-Meisterwerks amerikanischer Prosa als Zeichen f&#252;r einen vielversprechenden Neuanfang:</p>
<blockquote><p>Race lief von der Stra&#223;e weg und auf die gro&#223;en violetten Berge zu, durch die der Pass nach Oregon lief. Er h&#246;rte den Motor des Wagens anspringen und dann das Heulen der Sirene. Er lief immer weiter, brachte sich in den richtigen Rhythmus, horchte auf das Ger&#228;usch seines Atems (&#8230;). Race lief leicht und locker dahin. Und er kam vor dem Wagen an die Stelle, an der der Wagen ihm den Weg h&#228;tte abschneiden k&#246;nnen. Er bekam jetzt die zweite Luft. Er f&#252;hlte sich wohl. Er wusste, dass er au&#223;er Reichweite des Wagens w&#228;re, wenn der Wagen am Ende der Stra&#223;e ank&#228;me.<br />
Er sp&#252;rte, dass er jetzt pl&#246;tzlich alles das hatte, was ihm gefehlt hatte, was er wiederhaben wollte. Er hatte das Gef&#252;hl, dass seine Lunge wieder frei war, sauber, und er sp&#252;rte die Kraft in seinen Beinen. Als er einen kleinen Abhang hinauflief, schaute er zur&#252;ck und sah, dass der Polizeiwagen an der Abflussschlucht hielt, die quer &#252;ber den Asphalt lief und die Stra&#223;e zerst&#246;rt hatte. Die beiden Polizisten stiegen aus dem Wagen.<br />
Race kam oben auf dem Abhang an, und er wusste, dass er noch eine ganze Menge Reserven hatte, wenn auch nicht mehr so viel, wie er sich gew&#252;nscht h&#228;tte. Wenn er wollte, konnte er leicht noch ein paar Meilen laufen. Er wurde langsamer, drehte oben auf dem Abhang einen Kreis und kehrte um. Er legte alles, was er hatte, in seinen Lauf. </p></blockquote>
<p>Die Meisterschaft des Autors besteht unter anderem darin, seinen schwierigen Protagonisten, diesen Jack-Kerouac-Helden im Jogging-Anzug, der zuletzt seinem Schicksal vielleicht nicht mehr davonrennen will, diesen geborenen Verlierer mit der arroganten W&#252;rde als umwerfend sympathischen Kerl darzustellen.</p>
<p>Keith Abbott, geboren 1945 im &#228;u&#223;ersten Nordwesten der USA in Tacoma, Washington, ging nach der High School nach Kalifornien, wo er schnell Teil der lebendigen Literaturszene San Franciscos wurde; seine Artikel und Kritiken erschienen u.a. im Rolling Stone, dem San Francisco Chronicle und der Los Angeles Times. In den USA ver&#246;ffentlichte er Romane, Theaterst&#252;cke, Gedichte und Short Stories. <em>Racer </em>hat er in den 1980er-Jahren verfasst. Popkultur-Guru <a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=greil+marcus">Greil Marcus</a> w&#252;rdigte Keith Abbott, der mit seiner Biografie &#252;ber <a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=richard+brautigan">Richard Brautigan</a> einen internationalen Erfolg feierte, mit den Worten: <em>„Niemand schreibt besser &#252;ber High-School-Sex als Abbott.“</em> Nach 28 Jahren in Kalifornien zog Abbott mit seiner Frau nach Longmont, Colorado, wo er heute noch lebt. An der literarischen Fakult&#228;t der Naropa University in Boulder ist er seit 1989 als Dozent t&#228;tig und unterrichtet u.a. im Bereich Asiatische Kalligraphie.</p>
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<div class="bildrechts"><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=abbott&#038;title=racer"><img src="http://blog.zvab.com/wp-content/rac3r.jpg" width="100" height="159" alt="Keith Abbott - Racer" title="Keith Abbott - Racer" /></a></div>
<p><strong>Keith Abbott: <a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=abbott&#038;title=racer">Racer</a>.</strong> Aus dem Amerikanischen von G&#252;nter Ohnemus. Maro Verlag bzw. dtv/Reihe Hanser 2006
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		<title>Erz&#228;hlt es euren Kindern</title>
		<link>http://blog.zvab.com/2010/06/14/erzaehlt-es-euren-kindern/</link>
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		<pubDate>Mon, 14 Jun 2010 13:34:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicola Bardola</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In Schweden war das Jugendbuch Erz&#228;hlt es euren Kindern &#8211; Der Holocaust in Europa (ab 12 Jahre) das auflagenst&#228;rkste der gesamten 1990er-Jahre. Verfasst haben es der schwedische Historiker Stéphane Bruchfeld und sein lange schon in Stockholm lebender amerikanischer Kollege Paul Levine – im Auftrag der Schwedischen Regierung. Ein solche Initiative w&#228;re auch in Deutschland f&#228;llig; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="bildlinks"><img src="http://blog.zvab.com/wp-content/Cover_Erzaehlt....jpg" width="137" height="199" alt="" title="Cover: Erz&#228;hlt es euren Kindern" /></div>
<p>In Schweden war das Jugendbuch <em><strong><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?title=erzaehlt+kindern+holocaust">Erz&#228;hlt es euren Kindern &#8211; Der Holocaust in Europa</a></strong></em> (ab 12 Jahre) das auflagenst&#228;rkste der gesamten 1990er-Jahre. Verfasst haben es der schwedische Historiker <strong><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=stephane+bruchfeld">Stéphane Bruchfeld</a></strong> und sein lange schon in Stockholm lebender amerikanischer Kollege <strong><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=paul+levine">Paul Levine</a></strong> – im Auftrag der Schwedischen Regierung. Ein solche Initiative w&#228;re auch in Deutschland f&#228;llig; die Literaturwissenschaftlerin Rachel Salamander &#228;u&#223;ert sich besorgt dar&#252;ber, dass in den letzten Jahren immer weniger B&#252;cher zum Thema Holocaust erscheinen. Aber dass eine deutsche Regierung Experten beauftragt, ein historisch wichtiges Jugendbuch zu schreiben, ist bislang leider undenkbar.<span id="more-4109"></span></p>
<p><em>Erz&#228;hlt es euren Kindern &#8211; Der Holocaust in Europa</em> wurde schwedischen Erziehern umsonst angeboten, um ihnen die M&#246;glichkeit zu geben, mit den Kindern &#252;ber die schlimmsten Verbrechen aller Zeiten zu sprechen. Zudem wurde das Buch in Schweden in sieben Sprachen &#252;bersetzt, damit auch die dort lebenden Ausl&#228;nder es lesen k&#246;nnen. Anschlie&#223;end ist der Titel auch in England, Frankreich, Italien und in Russland erschienen. In Deutschland wurde er 2001 f&#252;r den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Ein Sch&#252;ler, der in der Jury sa&#223;, stellte fest: <em>„Das Besondere an diesem Buch ist auch, dass man nicht gesagt bekommt, dass es falsch ist, sondern dass man es selber merkt.”</em></p>
<p>Jeder sei m&#252;de von der Opferzahl sechs Millionen, sagen Bruchfeld und Levine. Sie konzentrieren sich daher auf Individualschicksale von Juden, Sinti und Roma, Behinderte, osteurop&#228;ische B&#252;rger, sowjetische Kriegsgefangene, Homosexuelle und Zeugen Jehovas. Dabei sind ihre Erwartungen realistisch: <em>„Dokumente und Bilder k&#246;nnen nur zeigen, was war und wie es erlebt wurde. Erkl&#228;ren k&#246;nnen sie nichts. (&#8230;) Aber nur wer wei&#223;, was m&#246;glich ist, wird daran arbeiten, dass es sich nicht wiederholt.”</em></p>
<div class="bildrechts"><img src="http://blog.zvab.com/wp-content/Bruchfeld_Levine.jpg" width="148" height="190" alt="" title="" /><br /><small>&nbsp;&nbsp;&nbsp;Stéphane Bruchfeld und<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;Paul Levine</small></div>
<p>Das Buch wurde in Schulen unz&#228;hlige Male mit Erfolg gelesen. Es konzentriert sich fast aus- schlie&#223;lich auf den Holocaust und berichtet genau und eindr&#252;cklich von den Massent&#246;tun- gen durch die Nationalsozialisten. Gleichzeitig stellt es einen Bezug her zu den Schicksalen von Einzelnen, meist Kindern.<br />
Die Autoren erkl&#228;ren Hintergr&#252;nde, werten und kommentieren aber fast nie. Der Bericht wird unterbrochen von Grafiken und Zeit- tafeln, von Fotos und Gedichten, von Tage- buchaufzeichnungen und Erinnerungen von Opfern, aber auch von &#196;u&#223;erungen der T&#228;ter. Rassenwahn, Antisemi- tismus und systematischer, industrialisierter Massenmord sind hier keine starren Begriffe, sondern m&#252;nden in Geschichten. Das Buch ist dadurch weit mehr als eine schonungslose Dokumentation des V&#246;lkermords der Nazis. Es dient als Ausgangspunkt f&#252;r Gespr&#228;che.</p>
<p>Die Dokumentation ist in ihrer Knappheit beeindruckend und schreckt immer wieder auf, auch durch Zitate, die nicht in Vergessenheit geraten d&#252;rfen: <em>„Diese Verbrechen haben wegen der schockierenden Anzahl ihrer Opfer kein Gegenst&#252;ck. Was sie noch schockierender macht, ist die gro&#223;e Zahl von Menschen, die sich zusammentaten, um sie zu begehen, sie entwickelten einen Wettbewerb in Grausamkeit und Verbrechen”</em>, schrieb beispielsweise Robert H. Jackson, der amerikanische Hauptankl&#228;ger beim N&#252;rnberger Kriegsverbrecherprozess.</p>
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<div class="s">Bruchfeld, Stéphane/ Levine, Paul:<br />
<strong><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?title=erzaehlt+kindern+holocaust">Erz&#228;hlt es euren Kindern &#8211; Der Holocaust in Europa</a></strong><br />
(2000, cbt-Verlag)
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		<title>Ihr kennt mich nicht!</title>
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		<pubDate>Tue, 11 May 2010 07:43:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicola Bardola</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im National Geographic hat John alles &#252;ber den afrikanischen Stamm Lashasa Palulu gelesen, und nun m&#252;ssen ihm die Palulus in brenzligen Situationen immer wieder den Weg weisen. Eingesperrt in einem Zimmer und bedroht von einem „Bulldozer von einem Mann“ erinnert sich John: „In den Annalen der Lashasa Palulu gibt es ein Ereignis, das beispielhaft f&#252;r [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="bildrechts"><img src="http://blog.zvab.com/wp-content/youdontknow.jpg" width="140" height="190" alt="" title="" /></div>
<p>Im <em>National Geographic</em> hat John alles &#252;ber den afrikanischen Stamm Lashasa Palulu gelesen, und nun m&#252;ssen ihm die Palulus in brenzligen Situationen immer wieder den Weg weisen. Eingesperrt in einem Zimmer und bedroht von einem <em>„Bulldozer von einem Mann“</em> erinnert sich John: <em>„In den Annalen der Lashasa Palulu gibt es ein Ereignis, das beispielhaft f&#252;r eine Rettung in letzter Sekunde steht.“</em></p>
<p>Die naturkundlichen Kenntnisse, die sich John ebenfalls angeeignet hat, helfen ihm, Gefahrensituationen richtig einzusch&#228;tzen. Als John bei seinem ersten Date mit Gloria Porter gl&#252;cklich spazieren geht, ert&#246;nt pl&#246;tzlich ein lautes Grollen. John ahnt, dass es vom eifers&#252;chtigen Billy Banane stammt:<br />
<span id="more-3982"></span></p>
<blockquote><p>Ich m&#246;chte Glory eigentlich nicht sagen, dass es sich f&#252;r mich so angeh&#246;rt hat wie das frustrierte Br&#252;llen eines sibirischen Walrossbullen, der in der Paarungszeit von allen K&#252;hen seiner Herde zur&#252;ckgewiesen wurde und die letzten paar Tage damit verbracht hat, in zorniger Einsamkeit seine Sto&#223;z&#228;hne an den Eisschollen zu wetzen. </p></blockquote>
<p><em><strong><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=klass&#038;title=kennt+mich+nicht">Ihr kennt mich nicht!</a></strong></em> von <strong><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=david+klass">David Klass</a></strong> (zu empfehlen ab 12 J.) ist einer der lustigsten Adoleszenzromane, die zur Zeit in deutscher Sprache vorliegen. Der Protagonist John hat viel komisches Talent; gro&#223;artig ist, wie er seine Leser &#252;ber drei Seiten hinweg in die Irre f&#252;hrt, indem er sie glauben l&#228;sst, seine Flucht von Zuhause ende als Bademeister in einer M&#228;dchenschule: </p>
<blockquote><p>Wie dir inzwischen vielleicht aufgefallen sein d&#252;rfte, bin ich gar nicht von zu Hause ausgerissen. Wenn ich weglaufen w&#252;rde, st&#252;nden die Chancen, dass ich von einer wundersch&#246;nen Frau namens Miranda mitgenommen werde, ziemlich schlecht.</p></blockquote>
<p>Ironie und skurrile Imaginationskraft zeichnen den schreibenden Protagonisten aus, der nach au&#223;en hin ein Schweiger ist. Im Text, in diesem gro&#223;en, vier Wochen seines Leben umspannenden Monolog spricht er gebildet wie ein wandelndes Lexikon von seinem Schweigen, von den Gedanken, die er sich beim Schweigen macht, von den Wirkungen der wenigen Worte, die er sagt, und nicht zuletzt von den musikalischen und verbalen Eruptionen, die sein h&#228;ufiges Schweigen dann manchmal doch durchbrechen. Es ist, als &#246;ffne der Autor die Sch&#228;deldecke seines Helden, damit wir in sein Inneres blicken und seine Empfindungen nachvollziehen k&#246;nnen.</p>
<div class="bildrechts"><img src="http://blog.zvab.com/wp-content/DavidKlass-IhrKenntMichNicht.jpg" width="100" height="190" alt="" title="" /></div>
<p><em>„Du kennst mich nicht“</em>, lauten die ersten vier Worte dieses Romans. Sie sind an die Mutter gerichtet; sp&#228;- ter verallgemeinert John: <em>„Ihr kennt mich nicht.“</em> Weil John sich seiner Umwelt so selten mitteilt, glauben ihm die Leser. John seinerseits glaubt, dass er von seinen Mitmenschen kaum wahrgenommen wird. Er glaubt, dass seine Lehrer die Sch&#252;ler schikanieren, weil sie selbst unzufrieden mit ihrem Leben sind. Seine Tuba h&#228;lt John f&#252;r einen verkleideten Frosch, der ihm die Freude am Musizieren nehmen will. John vertraut niemandem, denn niemand, nicht einmal seine Mutter, sieht seine Qualen und versucht, ihn zu retten.</p>
<p>John ist ein Einzelg&#228;nger, der von seinem Ziehvater (<em>„ein brutaler, schnarchender, bierb&#228;uchiger R&#252;pel“</em>) regelm&#228;&#223;ig geschlagen wird, ohne dass er sich dagegen zur Wehr setzen kann. Trotzdem ist er tapfer und k&#228;mpft sich voran, kann den Alltag aber manchmal nur mit Sarkasmus meistern. Schlie&#223;lich st&#252;rzt er sich in sein erstes Date mit Glory Halleluja (eigentlich Gloria Porter), ein Ereignis, das von den zwei ersten schonungslosen Kapiteln, in denen die von ihrem ersten Mann verlassene und ersch&#246;pfte Mutter und ihr brutaler Geliebter im Mittelpunkt stehen, gewisserma&#223;en hin&#252;berleitet zu einer Erste-Flirt-Burleske.</p>
<p>Johns Erz&#228;hlung ist gepr&#228;gt von refrainartig wiederkehrenden Selbstzweifeln: <em>„Kann es sein, dass Glory Halleluja – wie du, wie Mr. Steenwilly, wie jeder in meinem Leben, das kein Leben ist – mich nicht kennt?“</em> Die Negation kennzeichnet seine Ausdrucksweise. Er erz&#228;hlt von seiner <em>„Anti-Schule“</em>, von seinem <em>„Nicht-Zuhause“</em>, von seinem <em>„Nicht-Leben“</em> und vor allem von seinem <em>„Vater, der kein Vater ist.“</em> John baut mit Zynismus einen sprachlichen Panzer gegen diesen Schl&#228;ger und Kleinkriminellen auf. Zu den physischen Attacken kommen die verbalen. Die Auseinandersetzungen gipfeln in einer Pr&#252;gelei, in der John krankenhausreif geschlagen wird.</p>
<p>Auch auf Nebenschaupl&#228;tzen geht es manchmal ernst zur Sache, beispielsweise mit Billy Banane, seinem <em>„Freund, der kein Freund ist“</em>, weil er Glory rumkriegen will. John hat Gloria zuerst gesehen; er hat – so glaubt er – das Recht, sie zum Baseballspiel auszuf&#252;hren. Doch Billy erkl&#228;rt ihm den Krieg. Und John kontert. Er wei&#223;: </p>
<blockquote><p>Der Mann, der nicht mein Vater ist, ist ein Gegner, den man nicht untersch&#228;tzen darf. Billy Banane kann mir keine Angst machen. Die S&#246;hne gl&#252;cklicher Familien sollten sich nicht mit denen anlegen, die in einem Kriegsgebiet leben. (&#8230;) Der schlimmste Feind ist jemand, der dich kennt. Und je besser er dich kennt, je n&#228;her er dir steht, desto mehr M&#246;glichkeiten hat er, dir wehzutun.</p></blockquote>
<p>Stilistisch betrachtet ist <em>Ihr kennt mich nicht!</em> ein Negativ-Roman, inhaltlich aber bordet das Buch &#252;ber vor Lebensbejahung. Als Glory ihm mitteilt, dass sie ihn zum Spiel begleiten wird, verschwindet pl&#246;tzlich <em>„der geheimnisvolle und &#252;bellaunige Gott der Schuluhren – der mich gew&#246;hnlich martert, indem er jede Schulstunde endlos ausdehnt“.</em> Wenig sp&#228;ter, auf dem Weg zu Glory: <em>„Wer ist dieser junge Mann, der mit festen Schritten die Beechwood Lane entlangmarschiert &#8230;?“</em>, fragt John, und die Leser wissen, dass es John selbst ist – mit neuem Selbstvertrauen ausgestattet und gut gelaunt. John spielt immer wieder mit seiner Identit&#228;t. Er hat mehr als genug (Galgen-)Humor, um sich selbst auf die Schippe zu nehmen. Und dass Glory, wie sich herausstellt, <em>„den Charakter einer Eiterbeule“</em> besitzt, tut der guten Sache keinen Abbruch.</p>
<div class="bildlinks"><img src="http://blog.zvab.com/wp-content/DavidKlass1.jpg" width="133" height="200" alt="" title="" /><br /><small>David Klass</small></div>
<p>Meisterhaft gelingt es David Klass, ganz langsam durchsickern zu lassen, dass John sich selbst nur sehr schlecht kennt, dass ihm seine Wirkung auf Freunde und Feinde nicht bewusst ist und dass seine Zur&#252;ckhaltung und sein Schweigen ihm zum Verh&#228;ngnis werden k&#246;nnten. Die Wilde Violet (eigentlich Violet Hayes, ein M&#228;dchen, das im Schulorchester laut John den Eindruck erweckt, <em>„als wolle sie ihr Saxophon strangulieren“</em>) wird John gegen Ende des Romans als erste so aufdringlich einen Spiegel vorhalten, dass der Junge auf den Gedanken kommt, dass mit seiner Selbstwahrnehmung vielleicht etwas nicht stimmt. Zum Schluss wird ihm die Mutter die Augen &#246;ffnen: </p>
<blockquote><p>Meine Mutter schreit nicht mehr und sch&#252;ttelt mich auch nicht &#8230; »Wei&#223;t du nicht, wer du bist? (&#8230;) Du bist die einzige Familie, die ich habe. Die einzige Person, auf die ich mich verlassen kann.« (&#8230;) Es scheint, als h&#228;tte ich mich die ganze Zeit lang geirrt. Von Anfang an – angefangen bei den ersten vier Worten dieser zornigen Leidensgeschichte – hatte ich Unrecht,</p></blockquote>
<p>stellt John fest. <em>Ihr kennt mich nicht!</em> ist auch einer der traurigsten Adoleszenzromane.</p>
<p>Der staccatohafte Erz&#228;hlrhythmus, der von Verneinungen bestimmt ist und nach den Pausen, in denen einem manchmal das Lachen im Halse stecken bleibt, umso rauschender voranschreitet, nimmt den Leser mit auf eine musikalische Reise: <em>Ihr kennt mich nicht!</em> ist ein Roman wie ein improvisiertes Solo mit Motiven, die nicht ausgef&#252;hrt werden und im Nichts enden, mit Fehlt&#246;nen und mitrei&#223;enden Klangfolgen. Zum Schluss befreit die Musik den Helden; er vers&#246;hnt sich mit seinem Instrument und auch mit sich selbst:</p>
<blockquote><p>Die Zeit f&#252;r mein Tubasolo ist gekommen. Zu meiner &#220;berraschung wird der riesige Frosch, der sich als meine Tuba verkleidet hat, richtig munter. Vielleicht ist ihm meine Geschichte in seine amphibischen Glieder gefahren und zu Kopf gestiegen. Er &#246;ffnet sein Maul und trumpft auf mit einem Ton, der so tief, so klangvoll und so sexy ist, wie ihn wohl noch kein Frosch an diesem Teich vernommen hat. Der Klang wabert wie ein Nebel durch unser Musikzimmer.<br />
Der Riesenfrosch, der so tut, als sei er meine Tuba, braucht keine weitere Anfeuerung. Er setzt zu einer Froschversion des Twist an und schwingt seine H&#252;ften wie ein junger Elvis. Ich klammere mich mit beiden H&#228;nden und einem Bein an mein Instrument, dem T&#246;ne entweichen, von denen ich bisher nicht einmal wusste, dass es sie gibt.</p></blockquote>
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<h3>Deutschsprachige Titel von David Klass im ZVAB:</h3>
<p><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=klass&#038;title=kennt+mich+nicht">Ihr kennt mich nicht!</a> (2001)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=klass&#038;title=was+du+willst">Was Du willst</a> (2003)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=klass&#038;title=kommt+laufen">Wenn er kommt, dann laufen wir</a> (2006)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=klass&#038;title=feuerquell">Feuerquell </a>(2007)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=klass&#038;title=wirbelsturm">Wirbelsturm </a>(2008)
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		<title>Haus und Haut, Dach und Decke</title>
		<link>http://blog.zvab.com/2010/04/13/haus-und-haut-dach-und-decke/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 Apr 2010 11:25:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicola Bardola</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
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		<category><![CDATA[Architekturgeschichte]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie sah die erste Schutzh&#252;tte der Menschheitsgeschichte aus? Wieso konnte man vor langer Zeit Pyramiden und T&#252;rme, aber keine Hochh&#228;user bauen? Die Autorin Susanna Partsch (&#169; Lorenz Kloska) Dies sind zwei von vielen Fragen, die Susanna Partsch in Wie die H&#228;user in den Himmel wuchsen. Die Geschich- te des Bauens (1999) stellt und beantwortet. Dabei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie sah die erste Schutzh&#252;tte der Menschheitsgeschichte aus? Wieso konnte man vor langer Zeit Pyramiden und T&#252;rme, aber keine Hochh&#228;user bauen? </p>
<div class="bildlinks"><img src="http://blog.zvab.com/wp-content/partsch_klein.jpg" width="180" height="144" alt="" title="Susanna Partsch" /><br /><small>Die Autorin Susanna Partsch<br />
(&copy; Lorenz Kloska)</small></div>
<p>Dies sind zwei von vielen Fragen, die <strong><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=susanna+partsch">Susanna Partsch</a></strong> in <strong><em><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=susanna+partsch&#038;title=haeuser+himmel">Wie die H&#228;user in den Himmel wuchsen. Die Geschich- te des Bauens</a></em></strong> (1999) stellt und beantwortet. Dabei sind es nicht nur die Rahmenhandlung – ein moderner Robinson landet mit dem Fallschirm in einem einsamen Tal und wird nolens volens zum Architekten und Begleiter der Leser durch dieses Buch – oder der sachliche Erz&#228;hlstil, die Kinder (ab etwa 11 Jahren) fesseln, sondern vor allem auch die immer praktisch veranlagte Neugier, mit der die Autorin ihre Fragen stellt, und die Klarheit und Anschaulichkeit, mit der sie ihre Antworten pr&#228;sentiert.<span id="more-3891"></span></p>
<p>Wie brennt man Ziegel? Was unterscheidet den Klinker vom normalen Backstein und warum hei&#223;t er so? Wie schafft man ein Klavier in ein schmales Haus? Warum ist der Turm von Pisa schief? Wie war das fr&#252;her mit dem WC, mit dem Duschen und dem Baden? Was h&#228;lt besser, Spann- oder Stahlbeton?</p>
<p>Technische Details und die Funktionen von Geb&#228;uden werden mit Hilfe von knappen Definitionen, Tabellen, historischen Abbildungen, Zeichnungen und Fotos erl&#228;utert. Das gro&#223;z&#252;gige Layout, das Zusammenspiel von Text und Bild, die Marginalspalten, die Bildlegenden und viele Querverweise treiben die Leser von einer Information zur n&#228;chsten. Am Ende wird klar – beispielsweise bei der Schilderung des Millennium Domes in London, auf dessen Dach ein Jumbo-Jet landen k&#246;nnte –, dass die Menschen lange ge&#252;bt haben, um die gro&#223;en Bauvorhaben der Gegenwart verwirklichen zu k&#246;nnen.</p>
<div class="bildrechts"><img src="http://blog.zvab.com/wp-content/H%C3%A4user%20%282%29_neu.JPG" width="150" height="384" alt="" title="" /><br /><small>&nbsp;&nbsp;&nbsp;Eine der zahlreichen Illus-<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;trationen aus Partschs Buch</small></div>
<p>Susanna Partsch erz&#228;hlt nicht chronologisch. Ihr gro&#223;z&#252;gig und abwechslungsreich illustriertes Buch wechselt schnell zwischen verschiedenen Epochen und Themen hin und her, wodurch es nie langweilig wird. Partsch f&#228;chert die Kunst des Bauens vor dem Hintergrund der Konstruktions- und Funktionsgeschichte auf, vor jenem des Proportionsstudiums oder der Materialien auf: Holz, Leder, Lehm, Stein, Ziegel, Keramik, Marmor, Beton, Stahl, Glas&#8230; D&#228;cher, Treppen oder T&#252;rme, Grundrisse und Modelle, Fundamente, W&#228;nde, St&#252;tzpfeiler – wie auf der Umschlagillustration schon angedeutet, kommt eins zum anderen. Vom Keller bis zum Dach, vom einzelnen Zimmer bis zur ganzen Stadt ist der Stoff gegliedert, so dass auch die Phantasie der Leser um einen Einsatz nicht herumkommt. Auf den Dachboden zum Beispiel, das Lieblingsversteck der Kinder, konzentrieren sich so viele Fachausdr&#252;cke wie auf keinen anderen Raum.</p>
<p>Doch nicht nur das Wissen, auch die Freude am Formen und Gestalten w&#228;chst, wenn man sich mit Susanna Partschs Baugeschichte besch&#228;ftigt. Der n&#228;chste Aufenthalt mit Kindern im Sandkasten oder am Sandstrand wird garantiert kreativer sein als der vor der Lekt&#252;re dieses Buches, das seinen Leser auf inspirierende Weise mit unterschiedlichen Baukulturen vertraut macht.</p>
<p>Von den ersten Rundh&#228;usern und den indianischen Tipis bis zur modernen Stadtwohnung werden verschiedenste Behausungen durchleuchtet. Dabei schaut Partsch auch sprachlich genau hin: <em>„Die W&#246;rter Haus und Haut haben dieselbe Wurzel. Sie bedeuten: bedecken, umh&#252;llen. Ebenso wie die Haut Mensch oder Tier umh&#252;llt und ihnen Schutz bietet, tut das im weiteren Sinn auch das Haus.&#8221;</em> Danach untersucht Partsch die W&#246;rter Dach und Decke und kommt auf das lateinische Wort Toga, das seinerseits von tegere – bedecken – abgeleitet ist. Eine Ableitung von tegere ist tectum – das Dach, pars pro toto f&#252;r das Haus.</p>
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<h3>Susanna Partsch im ZVAB (Auswahl)</h3>
<p><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=partsch&#038;title=buchmalerei+florenz">Profane Buchmalerei der b&#252;rgerlichen Gesellschaft im sp&#228;tmittelalterlichen Florenz</a> (1981)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=partsch&#038;title=bildern+leben">Mit Bildern leben. Ein Spaziergang durch die Sammlung moderner Kunst im Georg Thieme Verlag</a> (1986)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=partsch&#038;title=klimt+leben">Klimt. Leben und Werk</a> (1990)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=partsch&#038;title=franz+marc">Franz Marc 1880-1916</a> (1990)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=partsch&#038;title=paul+klee">Paul Klee 1879-1940</a> (1991)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=partsch&#038;title=florenz">Florenz </a>(1991)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=partsch&#038;title=klimt+frauen">Klimt. Maler der Frauen</a> (1994)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=partsch&#038;title=haus+kunst">Haus der Kunst. Ein Gang durch die Kunstgeschichte von der H&#246;hlenmalerei bis zum Graffiti</a> (1997)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=partsch&#038;title=haeuser+himmel">Wie die H&#228;user in den Himmel wuchsen. Die Geschichte des Bauens</a> (1999)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=partsch&#038;title=101+fragen+kunst">Die 101 wichtigsten Fragen zur Modernen Kunst</a> (2006)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=partsch&#038;title=kinder+starnberger">Kinder entdecken den Starnberger See. Eine Erlebnis- und Mitmach-Reisef&#252;hrer</a> (2006)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=partsch&#038;title=lexikon+kuenstler">Lexikon der K&#252;nstler. Von Giotto bis Keith Haring</a> (2006)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=partsch&#038;title=florenz+adac">Florenz. ADAC-Reisef&#252;hrer</a> (verschiedene Auflagen seit 1994)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=partsch&#038;title=maler+monet">Maler des Augenblicks. Wie Monet &#038; Co. die Farben entdeckten</a> (2007)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=partsch&#038;title=traum+fliegen">Der Traum vom Fliegen. Wie Leonardo &#038; Co. sich Flugapparate bauten</a> (2008)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=partsch&#038;title=sternstunden+kunst">Sternstunden der Kunst. Von Nofretete bis Andy Warhol</a> (2008)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=partsch&#038;title=paradiesische+taenze">Paradiesische T&#228;nze. Wie Gauguin &#038; Co. Das Wilde malten</a> (2009)</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Zur&#252;ck zum Papier: Ollos Welt 2035</title>
		<link>http://blog.zvab.com/2010/03/08/zurueck-zum-papier-ollos-welt-2035/</link>
		<comments>http://blog.zvab.com/2010/03/08/zurueck-zum-papier-ollos-welt-2035/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 12:10:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicola Bardola</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Antje von Stemm]]></category>
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		<category><![CDATA[Tagebuch]]></category>

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		<description><![CDATA[E-Book hin oder her, in Ollos Welt spielt das gute alte Papier die handfeste und greifbare Hauptrolle. Ollo ist ein zehnj&#228;hriger Junge mit John-Lennon-Brille, ein Forscher und Vielschreiber, ein EMGAP (Erfinder modernster Ger&#228;tschaften aus Papier), der sich im Jahr 2035 allerhand pfiffige Gedanken macht: &#252;ber seine Schwestern Ariane 1 und Ariane 2, seinen rothaarigen Vater, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="bildrechts"><img src="http://blog.zvab.com/wp-content/ollo.jpg" width="120" height="120" alt="" title="" /></div>
<p>E-Book hin oder her, in <em><strong><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=stemm+biermann&#038;title=ollos">Ollos Welt</a></strong></em> spielt das gute alte Papier die handfeste und greifbare Hauptrolle. Ollo ist ein zehnj&#228;hriger Junge mit John-Lennon-Brille, ein Forscher und Vielschreiber, ein EMGAP (Erfinder modernster Ger&#228;tschaften aus Papier), der sich im Jahr 2035 allerhand pfiffige Gedanken macht: &#252;ber seine Schwestern Ariane 1 und Ariane 2, seinen rothaarigen Vater, der ebenfalls Erfinder ist, und seine blauhaarige Mutter, die Chefdesignerin. Ollo setzt sich f&#252;r den Tierschutz ein, besch&#228;ftigt sich mit <em>„Schikanemanagern“</em> und <em>„Allesh&#246;rern“</em> und f&#252;hrt &#252;ber seine skurrilen Entdeckungen und bet&#246;renden Erfahrungen ein &#246;ffentliches, intergalaktisches Tagebuch. Ob Ollos erstes Date oder die Geschichte von der Schildkr&#246;te Lotus-Elsa, die in seinen Rucksack pinkelt – &#252;ber 52 Wochen hinweg wird alles mit Pr&#228;zision und Humor aufgezeichnet.<br />
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<em>„Spacekracher hei&#223;t die neueste Erfindung der Knabberindustrie. Die w&#252;rzigen Hefekracher bestehen fast zu 90% aus Fresspulver, und wer ihnen einmal verfallen ist, der muss die Dinger knuspern, bis es kracht.“</em></p>
<div class="bildlinks"><img src="http://blog.zvab.com/wp-content/S%201253_gr.jpg" width="180" height="132" alt="" title="" /><br /><small>Franziska Biermann</small></div>
<p>Spacekracher sind ein winziger Bestandteil in <em>Ollos Welt</em> und in seinem Tagebuch, einem gesamtk&#252;nstlerisch berauschenden Universum f&#252;r neugierige Leser. Das Besondere an <em>Ollos Welt</em> ist ihr Bastelcharakter. Die Leser k&#246;nnen den Text mit unz&#228;hligen Klebebildchen (zum Beispiel Love-Ring oder Lesezeichen mit Einh&#228;ngerfunktion) erg&#228;nzen und sich bei Bedarf weiteren Stoff besorgen, um ihn zu schneiden, zu lochen, zu knicken und zu kleben. Wo? Im Internet! Auf <a href="http://www.ollos-welt.de"><strong>www.ollos-welt.de</strong></a> findet das Buch aus Pappe und Papier seine virtuelle Fortsetzung, wobei sich diese umgehend wieder materialisieren l&#228;sst, indem erg&#228;nzende Seiten (auf Papier!) zu Hause ausgedruckt werden. (Einige Bastelb&#246;gen Sie auch hier im Anschluss an den Text!) <em>Ollos Welt</em> war 2003 eines der ersten B&#252;cher, die on- und offline fabelhaft funktionierten und bis heute nichts von ihrer Faszination verloren haben. Es geht hin und her in Ollos innovativer Welt zwischen Internet und Buchseiten.</p>
<div class="bildrechts"><img src="http://blog.zvab.com/wp-content/v.stemm09B.jpg" width="127" height="170" alt="" title="" /><br /><small>&nbsp;&nbsp;&nbsp;Antje von Stemm</small></div>
<p><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=franziska+biermann"><strong>Franziska Biermann</strong></a>, Jahrgang 1970, studierte an der Hamburger Fachhochschule f&#252;r Gestaltung. Zusammen mit <strong><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=antje+stemm">Antje von Stemm</a></strong>, ebenfalls Jahrgang 1970, gr&#252;ndete sie 2000 eine gemeinsame Firma mit dem Namen <em>Brillante T&#246;chter</em>. Ihre B&#252;cher haben ihnen zahlreiche Auszeichnungen eingebracht; einen &#220;berblick &#252;ber das Schaffen der Autorinnen bieten die Webseiten <a href="http://www.antjevonstemm.de">www.antjevonstemm.de</a> und <a href="http://www.franziskabiermann.de">www.franziskabiermann.de</a></p>
<p><strong>Bastelb&#246;gen „Schikanemanager“: <a href='http://blog.zvab.com/wp-content/uploads/2010/03/schikanemanager1.pdf'>Teil 1</a>, <a href='http://blog.zvab.com/wp-content/uploads/2010/03/schikanemanager2.pdf'>Teil 2</a>, <a href='http://blog.zvab.com/wp-content/uploads/2010/03/schikanemanager3.pdf'>Teil 3</a><br />
Bastelb&#246;gen „Allesh&#246;rer“: <a href='http://blog.zvab.com/wp-content/uploads/2010/03/alleshoerer1.pdf'>Teil 1</a>, <a href='http://blog.zvab.com/wp-content/uploads/2010/03/alleshoerer2.pdf'>Teil 2</a>, <a href='http://blog.zvab.com/wp-content/uploads/2010/03/alleshoerer3.pdf'>Teil 3</a></strong></p>
<div class="bildlinks" style="float: none !important; margin-bottom: 2em;"><img src="http://blog.zvab.com/wp-content/04KW_ollo.2.jpg" width="450" height="190" alt="" title="" /></div>
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<h3>Franziska Biermann und Antje von Stemm<br />
im ZVAB (Auswahl):</h3>
<p><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=stemm+biermann&#038;title=freundinnen">Zwei Freundinnen packen aus! </a>(2002)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=stemm+biermann&#038;title=ollos">Ollos Welt</a> (2003)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=biermann+kacirek&#038;title=zirkus">Zirkus</a> (zusammen mit Nils Kacirek und J&#246;rg Hochapfel, 2009)</p>
<p><strong>Franziska Biermann:</strong><br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=biermann&#038;title=fuchs+buecher">Herr Fuchs mag B&#252;cher!</a> (2001)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=biermann&#038;title=feodora">Feodora hat was vor!</a> (2007)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=biermann&#038;title=flieg+dich">Ich flieg auf Dich</a> (2007)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=biermann&#038;title=faule+kater">Der faule Kater Josef</a> (2008)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=biermann+aiken&#038;title=hund+dach">Adventskalenderbuch: Ein Hund bellt sich vom Dach</a> (zusammen mit Joan Aiken, 1999)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=biermann+flottwell&#038;title=wilma">Wilma w&#252;nscht sich was</a> (zusammen mit Polly Flottwell, 2006)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?title=am+weihnachtsbaume">Am Weihnachstbaume </a>(zusammen mit Susanne Hoppe und Nils Kacirek, 2007) </p>
<p><strong>Antje von Stemm:</strong><br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=antje+stemm&#038;title=unser+haus">Unser Haus</a> (2005)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=stemm&#038;title=extrembasteln">Extrembasteln mit Krimskramuri </a>(2006)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=stemm&#038;title=up+girls+pop">Die Pop-Up-Girls – Abenteuer im Papierland</a> (2009)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=stemm&#038;title=gruselgraus">Pop Up: Hotel Gruselgraus</a> (2009)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=stemm&#038;title=ungeheuer+gute">Pop Up: Ungeheuer Gute Nacht</a> (2009)
</div>
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		<title>Br&#252;cken und L&#246;cher &#8211; Silence and pleasure</title>
		<link>http://blog.zvab.com/2010/02/08/bruecken-und-loecher-silence-and-pleasure/</link>
		<comments>http://blog.zvab.com/2010/02/08/bruecken-und-loecher-silence-and-pleasure/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 11:50:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicola Bardola</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lies doch mal!]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Nicola Bardola]]></category>

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		<description><![CDATA[Eineinhalb Jahre brauchte Louis Sachar, um L&#246;cher zu schreiben. Und in all der Zeit wusste niemand etwas davon, nicht einmal seine Frau und seine Tochter. Sachar glaubt, dass das Schweigen beim Schreiben hilft &#8211; wie bei allem, wozu man sich selbst motivieren muss. Je mehr man &#252;ber etwas rede, desto weniger nehme man in Angriff, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="bildrechts"><img src="http://blog.zvab.com/wp-content/holes.jpg" width="181" height="280" alt="Louis Sachran - Holes" title="Louis Sachar - Holes" /></div>
<p>Eineinhalb Jahre brauchte<strong> <a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=louis+sachar">Louis Sachar</a></strong>, um <em><strong><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=sachar&#038;title=loecher">L&#246;cher </a></strong></em>zu schreiben. Und in all der Zeit wusste niemand etwas davon, nicht einmal seine Frau und seine Tochter. Sachar glaubt, dass das Schweigen beim Schreiben hilft &#8211; wie bei allem, wozu man sich selbst motivieren muss. Je mehr man &#252;ber etwas rede, desto weniger nehme man in Angriff, so der Autor.</p>
<p>Wenn es also darum geht, seine F&#228;higkeiten zu forcieren, spricht Sachar wenig. Fast schon folgerichtig sind Bridge und Tennis seine wichtigsten und liebsten Hobbies. &#220;ber Bridge, das bekannteste Kartenspiel im englischsprachigen Raum, sagt man, es sei Schach mit Karten, nur komplizierter, und auch: <em>Bridge is silence and pleasure – Stille und Vergn&#252;gen.</em><br />
<span id="more-3461"></span><br />
Bridge &#8211; Br&#252;cke: Schweigend kann man sich besser konzentrieren und das Spiel zu viert genie&#223;en, bei dem man versucht, eine lautlose und unsichtbare Br&#252;cke zu seinem Partner zu bauen. Beim Tennis hingegen ist der Spieler auf sich allein gestellt und f&#252;hrt innere Monologe, um sich zu verbessern. Sachar selbst sagt, er spiele besser Bridge als Tennis und erz&#228;hlt, wie ihn einmal eine Lehrerin vom Platz fegte. Als die Lehrerin erfuhr, gegen wen sie gewonnen hatte, konnte sie es nicht erwarten, ihrer Klasse zu erz&#228;hlen, wie sie den Schriftsteller Louis Sachar beim Tennisspiel abgeschossen hatte.</p>
<p>Kein Wunder also, dass viele von Sachars Figuren schweigsame Typen sind. In Sachars erfolgreichstem Roman <em>L&#246;cher </em>ist es der schwarze Junge Zero, der meist den Mund h&#228;lt. Er ist offenbar der einzige im Strafcamp Green Lake, der gerne L&#246;cher in den ausgetrockneten See gr&#228;bt, ohne den Grund daf&#252;r zu kennen. <em>„Ich wei&#223;, dass mich alle f&#252;r dumm halten. Aber ich mag nun mal keine Fragen beantworten&#8221;</em>, sagt Zero zum Protagonisten des Romans, Stanley, der seinerseits nur ungern und langsam seine L&#246;cher gr&#228;bt und sich stattdessen lieber an seinem Ged&#228;chtnis abarbeitet.</p>
<p>L&#246;cher gibt es in diesem Roman so weit das Auge reicht. Auch inhaltlich klaffen zun&#228;chst L&#252;cken auf zwischen den vielen verschiedenen Geschichten, die jedoch alle miteinander in Verbindung stehen. Sachars gro&#223;e erz&#228;hlerische Kunst besteht darin, den Roman in Fragmenten aufzubauen und alle Puzzlest&#252;cke am Ende zu einem gro&#223;en Ganzen zusammenzusetzen, indem er seine Themen zum richtigen Zeitpunkt miteinander verkn&#252;pft. Einige L&#246;cher darf der Leser selbst f&#252;llen, worauf Sachar auf der viertletzten Seite hinweist.</p>
<p>In dieser Struktur liegt der andere Grund, warum Sacher &#252;ber seine komplexe, aber nicht komplizierte Geschichte lange schwieg und keinem Menschen etwas von seinem Projekt in statu nascendi erz&#228;hlte. Er h&#228;tte kaum jemanden f&#252;r sein narratives Konstrukt mit den vielen Tempiwechseln begeistern k&#246;nnen. In den letzten Jahrzehnten ist n&#228;mlich kein Kinderbuch erschienen, dessen Inhalt so schwer zusammenzufassen ist wie der von <em>L&#246;cher</em>. Selten hatten Literaturkritiker so viel M&#252;he, ein Buch anzupreisen. Die meisten lieben es, aber niemandem gelang es bislang &#252;berzeugend, die Gr&#252;nde f&#252;r seine Faszination und die Ursachen f&#252;r die Trance, in die der Leser durch diese Prosa versetzt wird &#8211; silence and pleasure -, zu vermitteln. Die <em>S&#252;ddeutsche Zeitung</em> jammerte:</p>
<blockquote><p>Wo und wann, um Himmels Willen, soll man beginnen, wenn man etwas &#252;ber Louis Sachars „L&#246;cher – Die Geheimnisse von Green Lake&#8221; erz&#228;hlen will? Die Geschichte bringt so viele Drunter- und Dr&#252;bergeschichten, so viele erheiternde, komische, melancholische, traurige und skurrile Bilder, dass es verdammt schwer f&#228;llt, sich f&#252;r einen Anfang zu entscheiden &#8230;</p></blockquote>
<p>Die geschilderte Problematik gilt auch f&#252;r die Werbetexte des Verlages. Auf dem Umschlag steht: </p>
<blockquote><p>Die ganz unglaubliche, zum Weinen komische Geschichte von Stanley, der endlich, endlich den Familienfluch der Yelnats’ bannt. Hundert Jahre gab es kein Entrinnen: Was immer ein Yelnats anfing, es ging schief. Die Gesch&#228;ftsidee von Stanleys Vater, gebrauchte Turnschuhe zu recyclen, war nur das letzte Glied einer langen Ungl&#252;ckskette. Und urpl&#246;tzlich winkt das Gl&#252;ck. Davor aber liegen: Die Geheimnisse von Green Lake.</p></blockquote>
<p>Doch das sagt wenig &#252;ber die eigentliche Geschichte und ihren Zauber aus.</p>
<div class="bildrechts"><img src="http://blog.zvab.com/wp-content/cover_loecher.jpg" width="120" height="180" alt="" title="Cover der deutschen Ausgabe" /></div>
<p>Der 15-j&#228;hrige Stanley Yelnats (r&#252;ckw&#228;rts lesen!) verwandelt sich im Lauf des Romans vom Pechvogel zum Gl&#252;ckskind. Zu Beginn wird er wegen eines Diebstahls verurteilt, den er nicht begangen hat. In Green Lake befindet sich eine Besserungsanstalt f&#252;r Jugendliche, in der Stanley seine Strafe absitzen bzw. abschaufeln soll: Bei 35 Grad im Schatten – den es in Green Lake kaum gibt (und einen See erst recht nicht) – muss er Tag f&#252;r Tag ein Loch buddeln, f&#252;nf Fu&#223; breit, f&#252;nf Fu&#223; tief. Das soll den Charakter bessern. W&#252;stensand, Klapperschlangen, Skorpione und die absolut t&#246;dlichen, gelb gefleckten Eidechsen rieseln und kriechen schauerlich durch diesen Roman. </p>
<p>Stanleys Ururgro&#223;vater war aus entt&#228;uschter Liebe und &#252;berhastet von Lettland in die USA ausgewandert. Weil er in seiner Heimat ein Versprechen nicht gehalten hatte, lastet seither ein Fluch auf den Yelnats: eine Banditin namens Kissin Kate Barlow, der Zwiebelverk&#228;ufer Sam oder stinkende Turnschuhe sind dessen Folgen. Kunstvoll verwebt Sachar Familiengeschichten und andere Erz&#228;hlmotive mit der trockenen, staubigen, vom gleichf&#246;rmigen Ger&#228;usch der Schaufeln begleiteten Gegenwart Stanleys, der als sch&#252;chterner Junge in Green Lake ankommt und allm&#228;hlich begreift, dass der Zeitpunkt gekommen ist, an dem die Schuld seiner Familie abgegolten ist. </p>
<p>Sachar versetzt die Leser mit seiner Erz&#228;hlung in einen Zustand der Verz&#252;ckung und h&#228;lt gleichzeitig eine Spannung aufrecht, die sonst nur in besten Krimis herrscht. Vielleicht liegt es an der Vielschichtigkeit, an den vielen Einzelheiten, die man beim Lesen im Auge behalten muss, an der Virtuosit&#228;t, mit der die Teilchen im Lauf des Romans ineinander gef&#252;gt werden, an der erz&#228;hlerischen Brillanz, mit der Zuf&#228;lle kombiniert und in Einklang gebracht werden. Bestimmt liegt es auch an dem jungen Antihelden Stanley, der mit intuitiver Intelligenz sein Leben und das Familienschicksal der Yelnats&#8217; von vielen Seiten her betrachtet und einiges durchmachen muss, bevor er dessen Geheimnis begreift.</p>
<div class="bildlinks"><img src="http://blog.zvab.com/wp-content/200px-Louis_Sachar.jpg" width="200" height="226" alt="Louis Sachar" title="Louis Sachar" /><br /><small>Louis Sachar<br />Foto: Matthew C. Wright</small></div>
<p>Louis Sachar wurde 1954 in East Meadow im Staat New York geboren. 1976 schloss er sein Studium der Wirtschaftswissenschaften am College der University of California ab. Danach arbeitete er in einem Warenhaus f&#252;r Pullover und begann nebenher sein erstes Buch zu schreiben. Als er nach einem Jahr entlassen wurde, studierte er bis 1980 am Hastings College in San Francisco noch Jura. Kurz nach dem Abschluss seines Zweitstudiums wurde Sachars erstes Buch <em><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=sachar&#038;title=sideways+wayside+school">Sideways Stories From Wayside School</a></em> (nicht ins Deutsche &#252;bertragen) ver&#246;ffentlicht. Als seine B&#252;cher anfingen, sich gut zu verkaufen, h&#246;rte er auf, als Jurist zu arbeiten. 1985 heiratete er seine Frau Carla, zwei Jahre sp&#228;ter wurde seine Tochter Sherre geboren.</p>
<p>Sachar m&#246;chte immer wissen, wer die Lieblingsautoren seiner Lieblingsautoren sind und gibt deshalb seine eigenen gerne bekannt: E.L. Doctorow, J.D. Salinger, Kurt Vonnegut, Kazuro Ishiguro, Flannery O’Connor, Rex Stout, Katherine Paterson und E.B. White. Diese Mischung verdeutlicht vielleicht, wie es zu diesem einzigartigen und inzwischen auch <a href="http://www.youtube.com/watch?v=R2nZM6y2TdU" target="_blank">verfilmten Werk <em>L&#246;cher</em></a> kommen konnte, das f&#252;r Kinder ab zehn Jahren, Erwachsene und auch f&#252;r lesefaule Jungs geeignet ist.</p>
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<h3>Deutschsprachige B&#252;cher von <a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=louis+sachar">Louis Sachar</a> im ZVAB</h3>
<p><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=sachar&#038;title=fluch+ballinger">Der Fluch des David Ballinger</a> (1988)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=sachar&#038;title=witz+boone">Du bist ein Witz, Gary Boone!</a> (1996)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=sachar&#038;title=loecher">L&#246;cher &#8211; die Geheimnisse von Green Lake</a> (1998)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=sachar&#038;title=bradley+reihe+platz">Bradley, letzte Reihe, letzter Platz</a> (2004)<br />
<a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=sachar&#038;title=kleine+schritte">Kleine Schritte</a> (2006) </div>
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		</item>
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		<title>Darren Shan: „,Ich l&#252;ge nicht&#8217;, log ich“</title>
		<link>http://blog.zvab.com/2010/01/18/darren-shan-ich-luege-nicht-log-ich/</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Jan 2010 08:46:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicola Bardola</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lies doch mal!]]></category>
		<category><![CDATA[Bestseller]]></category>
		<category><![CDATA[Bis(s)]]></category>
		<category><![CDATA[Darren Shan]]></category>
		<category><![CDATA[Fantasy]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Harry Potter]]></category>
		<category><![CDATA[J. K. Rowling]]></category>
		<category><![CDATA[Lies d]]></category>
		<category><![CDATA[Mitternachtszirkus]]></category>
		<category><![CDATA[Nicola]]></category>
		<category><![CDATA[Nicola Bardola]]></category>
		<category><![CDATA[Stephen King]]></category>
		<category><![CDATA[Twilight]]></category>
		<category><![CDATA[Vampire]]></category>

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		<description><![CDATA[„Und so trat ich in einen neuen, elenden Abschnitt meines Lebens ein – den Tod“, schreibt Darren Shan. Nat&#252;rlich ist der Held nicht wirklich tot. Aber die Szene, in der ein feister Leichenbestatter vorsichtig Darrens Kopf hin und her bewegt und dabei seine gebrochenen Halswirbel zum Knacken bringt, jagt auch Erwachsenen einen Schauer &#252;ber den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>„Und so trat ich in einen neuen, elenden Abschnitt meines Lebens ein – den Tod“</em>, schreibt <strong><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=darren+shan">Darren Shan</a></strong>. Nat&#252;rlich ist der Held nicht wirklich tot. Aber die Szene, in der ein feister Leichenbestatter vorsichtig Darrens Kopf hin und her bewegt und dabei seine gebrochenen Halswirbel zum Knacken bringt, jagt auch Erwachsenen einen Schauer &#252;ber den R&#252;cken. <span id="more-3302"></span></p>
<p>&#220;ber die Serie von Darren-Shan-Vampir-Romanen, die der zitierte Roman <em><strong><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=darren+shan&#038;title=mitternachtszirkus">Der Mitternachtszirkus</a> </strong></em>1999 (in Deutschland: 2001) er&#246;ffnet hat, gibt es merkw&#252;rdige Dinge zu berichten:</p>
<div class="bildlinks"><img src="http://blog.zvab.com/wp-content/CoverBd.1.jpg" width="109" height="170" alt="" title="Cover: Der Mitternachtszirkus (Erster Band)" /></div>
<p><em>Besonderheit Nummer eins:</em> Speziell f&#252;r Darren Shan wurde in Deutschland ein neuer Verlag gegr&#252;ndet. Die Verlagsgruppe Droemer Knaur rief 2002 den <em>Verlag der Vampire</em> ins Leben, weil die Serie in keines der vorhandenen Droemer-Programme gepasst h&#228;tte.</p>
<p><em>Besonderheit Nummer zwei:</em> Protagonist und Autor tragen denselben Namen. Schon im Vorwort bekennt der (Ich-)Erz&#228;hler: <em>„Darren Shan ist nicht mein richtiger Name&#8230; Ich verrate dir nicht einmal den Namen meiner Stadt oder meines Landes. Ich traue mich nicht.“ </em></p>
<p><em>Besonderheit Nummer drei:</em> Der erste Band dieser Serie schnellte sofort in die Top Ten der New York Times-Bestsellerliste.</p>
<p><em>Besonderheit Nummer vier:</em> Dies ist die erste Jugendbuch-Neuerscheinung, &#252;ber die sich <a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=k.+rowling">Joanne K. Rowling</a> seit ihrem Welterfolg <em><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=rowling+potter&#038;title=">Harry Potter</a></em> ge&#228;u&#223;ert hat: <em>„Ein fesselndes Buch&#8230; voller &#252;berraschender Wendungen, die hungrig machen auf mehr.“</em></p>
<p>In den USA und in Gro&#223;britannien geht seither das Darren-Shan-Fieber um. Und auch in Deutschland steigt es, zumal Paul Weitz (der Bruder des <em>New Moon</em>-Regisseurs Chris Weitz) den Auftakt der Shan-Saga gerade eben in die deutschen Kinos brachte (<a href="http://www.mitternachtszirkus-film.de">www.mitternachtszirkus-film.de</a>). </p>
<p>Nat&#252;rlich regt sich bei solchen Sensationsmeldungen der Verdacht, dass hier eine geschickte Medienpolitik den <em>Potter</em>- und <em>Twilight</em>-Effekt heraufzubeschw&#246;ren versucht. Und auch die Rolle des Literaturagenten Christopher Little ist nicht zu untersch&#228;tzen, der Rowling und dann Shan entdeckt hat. Was also ist wirklich dran an Darren Shan? Am Besten vergisst man den angloamerikanischen Hype und konzentriert sich auf das Buch.</p>
<p>Darren ist ein Fan von Gruselgeschichten, sieht sich gerne Horrorfilme an und seine Lieblingstiere sind Spinnen. Als ein Abnormit&#228;tenkabinett in der Stadt gastiert, erleben er und sein bester Freund Steve, Experte f&#252;r Vampire, einen phantastischen Abend mit Wolfsmann, Riese, Schlangenmensch und vielen weiteren erstaunlichen Kreaturen. Einen der Mitwirkenden in dieser Freak-Show, Mr. Crepsley, identifiziert Steve als Vampir. F&#252;r Steve, dessen gr&#246;&#223;ter Wunsch schon lange ist, selbst ein Vampir zu sein, ist damit die Gelegenheit da: Er m&#246;chte Crepsleys Gehilfe werden. Doch Crepsley stellt fest, dass der Junge schlechtes Blut hat.</p>
<div class="bildrechts"><img src="http://blog.zvab.com/wp-content/CoverBd.12.jpg" width="115" height="180" alt="" title="Cover: Die S&#246;hne des Schicksals (Zw&#246;lfter und letzter Band der Serie)" /></div>
<p>Darren macht sich nichts aus Vampiren und ist von Steves Absichten schockiert. Daf&#252;r hat es ihm Crepsleys dressierte Giftspinne Octa angetan. Er kann nicht widerstehen, stiehlt das Tier und &#252;bt so lange, bis er herrliche Kunstst&#252;cke mit ihm beherrscht. Dann aber bei&#223;t die Spinne Steve und Darrens bester Freund f&#228;llt ins Koma. Nur Crepsley kann helfen, doch als Gegenleistung muss Darren zum Halbvampir werden. Nach seiner Verwandlung stellt Darren bald fest, dass er nun kein normales Leben mehr f&#252;hren kann. Er muss verschwinden und, damit er nicht bis an sein Lebensende gesucht wird, gemeinsam mit Crepsley seinen eigenen Tod vort&#228;uschen. </p>
<p>Der Autor arbeit gerne mit Schock-Effekten und verfehlt dabei die Wirkung nicht; schon am Anfang schreibt Shan: </p>
<blockquote><p>Ich war schon immer verr&#252;ckt nach Spinnen &#8230; Einmal hatte ich eine, die ihr Netz direkt &#252;ber meinem Bett webte &#8230; Beim Einschlafen stellte ich mir immer vor, die Spinne w&#252;rde sich hinunterlassen, mir in den Mund kriechen, den Hals hinunterrutschen und in meinem Bauch jede Menge Eier legen. </p></blockquote>
<p>Wegen Schilderungen dieser Art (am Ende von Band 1 wird Darren lebendig begraben) sollten die Leser nicht j&#252;nger als zw&#246;lf Jahre sein. </p>
<p>Der Roman schwankt zwischen augenzwinkernd erz&#228;hlten Passagen, deren Witz an Polanskis Film <em>Tanz der Vampire</em> erinnert, und Szenen, die einem unter die Haut gehen – zum Beispiel, als Darren sich in einen Halbvampir verwandelt oder als er das erste Mal Blutdurst versp&#252;rt. Der Autor kennt sich nicht nur bestens in der Welt der Vampire aus, sondern hat auch zum Thema Abnormit&#228;tenkabinett gr&#252;ndlich recherchiert. Der Leser erlebt ein Wechselbad der Gef&#252;hle: Mal lacht er und kurze Zeit sp&#228;ter kriegt er eine G&#228;nsehaut. Und sp&#228;testens bei der sentimentalen Szene, in der sich Darren von seiner Familie verabschieden muss, schlie&#223;t er den Protagonisten ins Herz und will wissen, welche Abenteuer Darren als Halbvampir erwarten.</p>
<div class="bildlinks"><img src="http://blog.zvab.com/wp-content/AF_Shan_Darren_01.jpg" width="180" height="125" alt="" title="" /><br /><small>Darren Shan (&copy; Arthur Ellis/Press)</small></div>
<p><em>„Ich wollte nicht die &#252;bliche, auf dem Dracula-Mythos basierende Geschichte schreiben“</em>, sagte Darren O’Shaughnessy bei Erscheinen des Deb&#252;ts. <em>„Ein Vampir, der mit einem Zirkus, einem Abnormit&#228;tenkabinett, um die Welt reist, schien mir die ideale Konstellation zu sein. Die ersten drei B&#228;nde sind nur ein Prolog&#8230;“ </em><br />
O’Shaughnessy, 1972 in London geboren, ist der Mann hinter Darren Shan. 1978 zog er mit seiner Familie nach Limerick in Irland, doch den Londoner Akzent hat er nie verloren. Er studierte Soziologie und Englisch und arbeitete danach einige Jahre f&#252;r eine Fernsehfirma, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. <em>Der Mitternachtzirkus</em>, der erste der zw&#246;lf B&#228;nde seiner Vampirserie, machte Darren Shan &#252;ber Nacht ber&#252;hmt und wurde in &#252;ber zwanzig Sprachen &#252;bersetzt.</p>
<p>Die Darren-Shan-Serie hat sich mittlerweile weltweit &#252;ber zehn Millionen Mal verkauft. Wenn Darren Shan nicht an seiner neuen Serie arbeitet, dem <em><a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=shan&#038;title=daemonicon"><strong>D&#228;monicon</strong></a></em>, genie&#223;t er seine umfassende Filmsammlung, lange Spazierg&#228;nge, Fu&#223;ball und Reisen. Darren Shan k&#246;nnte eines Tages in die Fu&#223;stapfen <a href="http://www.zvab.com/basicSearch.do?author=stephen+king">Stephen Kings</a> treten. In den Dialogen ist er manchmal jetzt schon witziger als der Horror-&#220;bervater. Mein Lieblingssatz: <em>„,Ich l&#252;ge nicht&#8217;, log ich.“ </em></p>
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