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Zentrales Verzeichnis Antiquarischer Bücher

SPUREN – Eine poetische Schatzsuche mit
Anton G. Leitner. 1.Teil: Horst Bingel

von Anton G. Leitner

Bis 1997 war er für mich lediglich ein Name, der gelegentlich fiel:
Horst Bingel, Herausgeber einer erfolgreichen Anthologie im Deutschen Taschenbuch Verlag, „Deutsche Lyrik seit 1945“, oder Bingel, Ex-Vorsitzender der Schriftstellergewerkschaft. Bis ich ihn eines Mittags kennenlerne. (Weiterlesen …)

Anton G. Leitner 13. Oktober 2008

Klassenspiele

von Nicola Bardola

Celia Rees’ zweiter Roman Klassenspiel (1994) gehört bis heute zu ihren besten und meist kopierten - aber nie erreichten. Die englische Autorin arbeitete als Lehrerin, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Sie weiß also, was in Klassenzimmern und auf Schulhöfen geschehen kann. In Klassenspiel schildert sie, was dazu geführt hat, dass sich die Mutter der Romanfigur Lauren heftigen verbalen Angriffen ausgesetzt sieht:

„Ihr seid an allem schuld!“, schrie Lauren quer durchs Zimmer ihre Mutter an. „Du und Dad! Das alles wäre nicht passiert, wenn wir nicht hierher gezogen wären. Der Umzug war seine Idee und du hast nachgegeben. Ihr habt behauptet, dass alles ganz toll werden würde. Vor allem Dad hat uns dauernd vorgeschwärmt. Und seit wir hier sind, bekommen wir ihn überhaupt nicht mehr zu sehen. Er ist immer weg oder in Eile oder irgendwo unterwegs, und wenn er wirklich mal da ist, zofft ihr euch nur und hackt aufeinander rum. Das hasse ich! Ich will zurück. Ich will nach Hause, nach Australien. Du doch auch! Und wenn du jetzt sagst, dass du nicht zurückwillst, dann – dann bist du eine verlogene Heuchlerin!“
Lauren lehnte sich im Sessel zurück und verschränkte die Arme vor der Brust. Sie war kreidebleich im Gesicht. Sie wusste, dass sie zu weit gegangen war.

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Nicola Bardola 7. Oktober 2008

Übrigens sind es immer die anderen die sterben…

von ZVAB

Es heißt, Marcel Duchamp starb in seinem Badezimmer an einem Lachanfall während der Lektüre eines Buches. Sein Grabstein trägt die Inschrift: „Übrigens sind es immer die anderen die sterben.“ Anlässlich des 40. Todestages Marcel Duchamps zeigen 20 Künstlerinnen und Künstler aus Frankreich und Deutschland auf Einladung von Pierre Granoux solche von ihm ausgewählte Arbeiten, die auf den besonderen Esprit Duchamps Bezug nehmen. WANTED DUCHAMPS zeigt: Wie lebt Duchamp in den Arbeiten heutiger Künstler weiter, wenn sie sich an seinen Rauminstallationen und Wortspielen reiben?
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ZVAB 1. Oktober 2008

Amma Darko aus Ghana: Polygamie ist das Hauptübel

von litprom

   Amma Darko (Foto:Regina Bouillon)

Amma Darko, 1956 geboren in Tamale im Norden Ghanas, gehört zu den meist gelesenen afrikanischen Autorinnen in Deutschland. Das verdankt sich unter anderem der Tatsache, dass ihr Debüt Der verkaufte Traum zunächst auf Deutsch im Stuttgarter Schmetterling Verlag erschien, der bis heute alle ihre Romane veröffentlicht und Darko regelmäßig zu Lesereisen einlädt. Zuletzt war sie mit ihrem jüngsten Werk Das Lächeln der Nemesis unterwegs.
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litprom 29. September 2008

Isolde Ohlbaum. Bilder des literarischen Lebens

von ZVAB
Isolde Ohlbaum - Uwe Timm, Herrsching 1991
  Uwe Timm, Herrsching 1991
  © Isolde Ohlbaum

Es gibt kaum einen Dichter, Denker oder Gelehrten, den die Münchner Photographin Isolde Ohlbaum nicht photographiert hätte, sie begleitet und dokumentiert das internationale literarische Leben kontinuierlich. Für die Ausstellung Isolde Ohlbaum. Bilder des literarischen Lebens hat das Literaturhaus München ca. 120 Bilder aus ihrem gewaltigen Photoarchiv ausgewählt. Die Photos zeigen Größen der Literatur und Autoren der jüngeren Generation, Nobelpreisträger und natürlich auch zahlreiche Münchner Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Darunter sind Elias Canetti, Ilse Aichinger und Peter Handke, Friedrich Ani, Julia Franck und Kenzaburô Ôe, Elfriede Jelinek, Umberto Eco, Ernst Jünger, Siri Hustvedt, Michael Krüger, Doris Lessing, Michael Lentz und viele andere mehr.

Eine Ausstellung des Literaturhauses München in Zusammenarbeit mit dem Schirmer/Mosel Verlag vom 24.9. bis zum 9.11.2008
Di-Fr 12-20 Uhr, Sa/So 12-18 Uhr
Literaturhaus Galerie (Erdgeschoss)
Eintritt: Euro 4.- / 3.-

ZVAB 24. September 2008

Das Erbe der Dekabristen, Teil 2

von Hanns-Martin Wietek

So bedrückend und wirr das 19. Jahrhundert in Russland auch war, so „golden“, so ruhmreich, so glanzvoll (man könnte noch viele begeisterte Worte anfügen) war es in Literatur, Musik und Kunst. In der zweiten Hälfte kehrte sich die „Blickrichtung“ gar um: Hatte bisher das literarische Russland nach Westen geschaut, blickte jetzt der literarische (und nicht nur der literarische) Westen nach Russland. Die Übersetzungen der Werke von Puschkin, Lermontow, Gogol, Turgenjew und später von Dostojewski und Tolstoi wurden zu literarischen Ereignissen in ganz Europa. (Turgenjew lebte seit den 1860er-Jahren in Deutschland und Frankreich und hatte engen Kontakt zu Gustave Flaubert, Émile Zola, Theodor Storm, Paul Heyse, Berthold Auerbach und vielen anderen.) Nikolai Nekrassow und Anton Tschechow sind noch zu nennen.
Bei den Malern waren es u.a. Ilja Repin, Iwan Kramskoi und Wassili Perow, die Weltruhm erlangten.
Peter Tschaikowsky, Modest Mussorgski, Nikolai Rimski-Korsakow, Sergej Rachmaninow, Milij Balakirew, Alexander Borodin u.a. setzten Zeichen in der Musikgeschichte. (Weiterlesen …)

Hanns-Martin Wietek 22. September 2008

Das Erbe der Dekabristen, Teil 1

von Hanns-Martin Wietek

Der Anfang des ersten Essays in der Kolumne Russlands romantische Revolutionäre - Russische Schriftsteller der Emigration(en) - lautete:

„Ohne die vielen russischen Dichter, Komponisten, Musiker und Künstler aus dem 18. und 19. Jahrhundert ist die europäische und besonders die deutsche Kultur nicht denkbar – und selbst danach, zu Beginn bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts, haben die verschiedenen Emigrantenwellen ungeheuer befruchtend auf unser Geistesleben gewirkt, – wieweit das auch für die neueren Wellen gilt, wird man erst rückblickend sagen können.
In Russland waren Politik und Literatur schon immer eng miteinander verquickt; Dichter waren weit mehr als im Westen das soziale Gewissen der Nation. Schon Puschkin, der für den Beginn der russischen Literatur steht, musste leidvolle Erfahrungen hinnehmen.“

Für keine Zeit in der Geschichte Russlands trifft das Gesagte mehr zu als für die, von der hier die Rede sein soll. Allerdings kann man ab dem Beginn des russischen Realismus nicht mehr von „romantischen“ Revolutionären sprechen. Ab diesem Zeitpunkt gab es nicht mehr den Hauch von Romantik – und wenn, dann doch immer mit einem leicht bitteren Beigeschmack. (Weiterlesen …)

Hanns-Martin Wietek 15. September 2008

Christopher Paul Curtis - Die Watsons fahren nach Birmingham – 1963

von LesArtige

Aus dem amerik. Engl. v. Gabriele Haefs
Carlsen Verlag, Hamburg 1996, 196 S., ab 12

Die Watsons sind eine schwarzhäutige Familie, die 1963 in Birmingham den Hass der Weißen auf die Schwarzen erfahren.
Nach einem Bombenanschlag auf die dortige Kirche, steht die Familie unter Schock. Was genau passiert, wird in dem Buch nicht ausgesprochen. Ich musste einige Stellen viermal hintereinander lesen, um alles zu begreifen. Auch warum die Weißen die Bombe legten, wird nicht erklärt – das ist einfach so. Um die Geschichte besser zu verstehen, ist es gut, wenn man schon mehrere Bücher über den Schwarz-Weiß-Konflikt in den USA gelesen hat. (Weiterlesen …)

LesArtige 8. September 2008

Sharon Creech und ihr bester Hund

von Nicola Bardola

Ich will nicht.
Jungs schreiben
keine Gedichte.

Diese ersten Zeilen aus dem Roman Der beste Hund der Welt von Sharon Creech definieren die Probleme des Schülers Jack auf klassisch-griechische Weise. Sie stehen nämlich in unausgesprochener Verbindung mit dem Paradoxon des Epimenides, dessen Aussage „Ein Kreter behauptet: ‚Alle Kreter lügen’” sich selbst ebenso ad absurdum führt wie die oben zitierten Sätze, die in Versform von einem Jungen verfasst sind; Sätze, die - wie das Buch demonstrieren wird - selbst bereits ein Gedicht bilden. (Weiterlesen …)

Nicola Bardola 1. September 2008

Fifi poppt den Elch

von Jaromir Konecny

Jana konnte in einem Mann seine besten Eigenschaften zum Leben erwecken. Und seine schlimmsten! Schon ihr Name! Jana – Johanna, die Jungfrau von Kiel, die Heilige! Schön und rein, doch mit einem Körper, der dich zu solch sündigen Gedanken verführte, dass dir nach einer Begegnung mit ihr nur Gebet und Buße übrig blieben! (Weiterlesen …)

Jaromir Konecny 25. August 2008

Der unbekannte Solschenizyn

von Hanns-Martin Wietek

Wie leicht ist mir, mit Dir zu leben, o Herr!
Wie leicht ist mir, an Dich zu glauben!
Wenn mein Verstand sich dem Zweifel öffnet oder kraftlos wird,
wenn die Klügsten unter den Klugen
nicht über den heutigen Abend hinaussehen
und nicht wissen, was morgen getan werden muss –
gibst Du mir Klarheit und Zuversicht,
dass es Dich gibt
und dass Du Sorge tragen wirst,
dass nicht alle Wege des Guten verschlossen sein werden.
Auf der Höhe meines irdischen Ruhmes
blicke ich mit Verwunderung zurück, auf jenen Weg
durch die Hoffnungslosigkeit – hierher,
von wo aus auch ich der Menschheit
einen Abglanz Deiner Strahlen schicken konnte.
Und wie viel Zeit auch nötig sein wird,
um Deine Strahlen widerzuspiegeln,
Du wirst sie mir geben.
Und was ich nicht mehr schaffen werde, heißt –
dass Du es Anderen vorbestimmt hast.

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Hanns-Martin Wietek 21. August 2008

Rot, Weiß & Blau

von LesArtige
Was Jugendliche über das Buch denken:

Leseeindrücke von Sebastian Bahr
(13 Jahre)

In dem Buch Rot, Weiß & Blau von Robert Leeson geht es um Gawain, kurz
Wain. Mit seiner Mutter und seinem Bruder Lance zieht er in eine neue Stadt, sein Vater ist (angeblich) im Falklandkrieg verschollen. Die Familie ist sehr militärisch, Heldentum und Krieg spielen eine große Rolle. Wain setzt sich viel mit dem Thema Gewalt auseinander. Deshalb ist er in der Familie und in der Schule ein Außenseiter. Trotzdem findet er an der neuen Schule Freunde. Und er behauptet sich gegen seinen Bruder, der besser in die Familie passt als er.
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LesArtige 18. August 2008

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