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Kennen Sie Romain Rolland? Wir gratulieren dem Nobelpreisträger von 1915 zum 150. Geburtstag

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Der französische Schriftsteller und Musikkritiker wurde am 29.01.1866 geboren. Bekanntheit erlangt er insbesondere durch sein erstes erzählendes Werk Jean-Christophe (1904-1912). Die Geschichte des fiktiven deutschen Komponisten Johann-Christoph wird in 10 Bänden erzählt. Romain Rolland schafft damit nicht nur einen Welterfolg, sondern erschafft außerdem eine neue Untergattung zum Roman, den sogenannten Roman-Fleuve.

Neben Erzählungen verfasste Rolland außerdem verschiedene Biographien über wichtige Persönlichkeiten aus seinen Interessengebieten Kunst und Musik. Von 1903 bis 1911 widmete er sich Beethoven, Michelangelo, Händel und schließlich Tolstoi. Auch die Welt des Drama war Teil seines Schaffensbereichs, wobei seine Werke in den frühen Jahren häufig unveröffentlicht blieben. Der Erfolg trat um die Jahrhundertwende mit den Stücken Aërt und Les Loups ein und umfasste nach 40 Jahren ein Gesamtwerk von acht Dramen zur französischen Revolution.

Nicht nur die Beschäftigung mit den vergangenen politischen Großereignissen, sondern auch die politische Entwicklung Europas zu seinen Lebzeiten beeinflussten den Schriftsteller. Aus der Schweiz beobachtete er die Entwicklungen des ersten Weltkriegs und verfasste die Artikelserie “Au-dessus de la mêlée” (1915; dt. “Über dem Schlachtgetümmel”). Für diesen literarischen Friedensbeitrag und seinen Roman-Fleuve wurde Romain Rolland mit dem Literaturnobelpreis 1915 ausgezeichnet.

Trotz der bedeutenden Auszeichnung hat sein Bekanntheitsgrad in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts immer mehr abgenommen, so dass heute kaum noch Werke von Romain Rolland gelesen werden. Heute gratulieren wir zum 150. Geburtstag des großen Unbekannten. Feiern Sie mit und entdecken Sie seine Werke neu!

 

Vor 50 Jahren lässt Günter Grass den Aufstand auferstehen

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Am 15.01.1966 wird im Berliner Schillertheater Die Plebejer proben den Aufstand von Günter Grass uraufgeführt. Das politisch-motivierte Theaterstück dreht sich um die zentrale Figur „Chef“ – eine nicht namentliche Darstellung des Dramatikers Berthold Brecht – und thematisiert eine Shakespeare-Inszenierung vor dem Hintergrund des Volksaufstandes am 17. Juni 1953 in der DDR.
Zunächst bringt dieser Stoff vom vermeintlichen Versagen der Intellektuellen dem Autor keine Lorbeeren ein.

Marcel Reich-Ranicki titelt in der Zeit vom 21.01.1966 Trauerspiel von einem deutschen Trauerspiel und auch die Politik in BRD und DDR spricht von „Anti-Brecht-Stück“ bzw. „antikommunistischen Vorbehalten gegen Andersdenkende.“ Und doch findet Reich-Ranicki schließlich auch positive Worte zu Motiven, Szenerie und Ausdruck für diesen „Gesprächsgegenstand von hoher Bedeutung.“

Am 17. Juni 2003 zum 50. Jahrestag des Aufstandes liest Grass sein Werk selbst live für rbb und Radio Bremen und auch fast alle ARD-Kulturwellen übertragen die Lesung. Seit 2012 ist diese Theaterlesung beim Steidl Verlag auch als Hörbuch erhältlich.

Grass selbst erinnert sich wie folgt an die Entstehung seines Werks:

„Es ging in vier Akten um die Macht und die Ohnmacht, um geplante und spontane Revolution, um die Frage, ob Shakespeare sich ändern lasse, um Normerhöhungen und einen zerfetzten roten Lappen, um Worte und Gegenworte, um Hochmütige und Kleinmütige, um Panzer und Steinewerfer, um einen verregneten Arbeiteraufstand, der, kaum war er niedergeschlagen, auf den 17. Juni datiert, zur Volkserhebung verfälscht und zum Feiertag verklärt wurde.“

Heute, am 15. Januar 2016 jährt sich die Uraufführung zum 50. Mal. Günter Grass ist letztes Jahr verstorben, eine Jubiläumsaufführung wird es nicht geben. Dennoch lohnt es sich „Die Plebejer proben den Aufstand“ nocheinmal anzuhören oder zu lesen und damit das vielleicht umstrittenste Drama des Nobelpreisträgers zu feiern – ob Trauerspiel oder nicht.

Martin Walser stirbt nicht aus

Sterbender-Mann

Heute erscheint Martin Walsers neuester Roman Ein sterbender Mann. Trotz des pessimistisch anmutenden Titels handelt das aktuelle Buch aus der Feder des bekannten Erzählers nicht nur von Verlust und Verrat und – in deren Folge – dem Wunsch nach dem Sterben, sondern ist gleichermaßen geprägt von den großen Emotionen der Liebe und des Tangos.

Der Spiegel beschreibt “einen herrlich leichten, selbstironischen, tragisch-schönen Roman”, während die FAZ von “einer absichtsvoll vertrackten Parodie über die Sprache der Liebe im Alter” spricht. In welche Richtung es tatsächlich geht, hängt vermutlich von dem jeweiligen Leser ab. Eindeutig ist jedenfalls, dass Walser bereits vor der tatsächlichen Veröffentlichung wieder viel diskutiert wird.

Die Publikation eines neuen Werks rückt immer auch den Werdegang des Autors ins Rampenlicht. So sieht die Süddeutsche Zeitung thematische Parallelen zu Ein liebender Mann (2008) und der Tagesspiegel erkennt eine ähnliche Erzählweise wie in Das 13. Kapitel (2012).

Auch die Leserschaft erinnert sich an die vorangegangen Schriften und der ein oder andere schaut vielleicht auch in sein Bücherregal, auf der Suche nach seiner Sammlung oder einem besonderen Stück von eben diesem Autor. In unserem virtuellen Bücherregal, respektive dem ZVAB-Katalog, finden sich natürlich einige besondere Ausgaben von Martin Walsers Werken. Außerdem gibt es auch eine Menge anderer Ausgaben, um eine Martin Walser Sammlung zu komplettieren.

Während die Presse nun bereits munkelt, der neue Roman mute wie ein Abschied vom Schreiben an, bleibt dem Leser immer die Gewissheit, dass der Autor Martin Walser, mit seinen Höhen und Tiefen des Lebens, uns noch eine ganze Weile erhalten bleiben wird – zumindest in unseren Bücherregalen.

 

Eine kleine Auswahl besonderer Ausgaben

Seine erste Veröffentlichung von Erzählungen Ein Flugzeug über dem Haus und andere Geschichten (1955) enthält eine Widmung Walsers an den Verleger Albrecht Knaus.

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Walsers erster Roman Ehen in Phillipsburg (1957) ) ist mit einer persönlichen Widmung Walsers an einen ehemaligen Lehrer oder auch als signierte Erstausgabe zu haben.

 

Aber auch aktuellere Werke, zum Beispiel Die Amerikareise oder Das geschundene Tier sind als signierte Erstausgaben vorhanden.

10 Tipps zum “last-minute” Buchgeschenk

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Heute morgen wurde im Stadtradio mal wieder darüber berichtet, dass die Innenstadt nicht nur an den Adventswochenenden, sondern insbesondere in den Tagen direkt vor Weihnachten überlaufen ist – mit Menschen, die alle in letzter Sekunde auf der Suche nach dem perfekten Geschenk die Geschäfte unsicher machen. Wie findet man aber das perfekte Buch zum verschenken? Wir haben 10 schnelle Tipps zusammengestellt, die bestimmt für ein freudiges Lächeln beim Geschenke auspacken sorgen werden!

Sie wissen bereits, wie man das perfekte Buchgeschenk findet und haben sowieso schon lange alle Geschenke besorgt? Dann teilen Sie die Liste mit denjenigen, die sich vielleicht in den nächsten Tagen noch im Vorweihnachtstrubel auf die Suche nach einem Geschenk für Sie selbst machen!

 

1. Geschmack
Eine Science Fiction Fan wird sich wohl leider nur selten über den neuesten historischen Roman freuen, die Lovestory-Leserin kann womöglich wenig mit einer Biographie anfangen. Schauen Sie in das Bücherregal des Beschenkten oder fragen Sie nach, welches Buch zuletzt gelesen wurde – wie Sie es anstellen ist egal, aber finden Sie die Buchvorlieben heraus um größere Enttäuschung zu vermeiden.

 

2. Bestseller

Nicht einfach den aktuellen Bestseller kaufen! Natürlich lässt die Bewertung “Bestseller” immer darauf schließen, dass das Buch schon häufig verkauft wurde. Andererseits, heißt das aber nicht unbedingt, dass es auch viel und gerne gelesen wurde.

 

3. Auslagentische

Die Auslagentische eher mit Vorsicht genießen. Es gibt hier von Buchhandlung zu Buchhandlung, aber auch thematisch sehr große Unterschiede. Ähnlich wie beim Bestseller, kann man nicht davon ausgehen, dass alle Bücher auf einem thematischen Büchertisch automatisch lesenswert sind. Wühltische bitte generell umgehen, Sie suchen nach einem Geschenk und nicht nach dem Schnäppchen für die Strandlektüre.

 

4. Cover

Ein Buch ist nicht nur zum Lesen da. Es ist außerdem ein neues und dekoratives Mitglied im Bücherregal. Daher legen Sie etwas Wert auf eine hübsche Aufmachung des Geschenks. Natürlich sollte ein Buch nie rein wegen des Cover gekauft werden, aber falls Sie zwischen verschiedenen Exemplaren schwanken, wählen Sie die schönere künstlerische Gestaltung.

 

5. Klappentext

Unbedingt den Klappentext lesen. Wenn Sie alle vorgenannten Punkte eingehalten haben und nun bereits auf dem Weg zur Kasse sind, nehmen Sie sich noch einen Moment Zeit. Ein kreativer Titel kann manchmal etwas irreführend sein. Ein “Kuckuck” im Titel macht noch kein Vogelbuch…

 

6. Bewertungen

Sie stehen mit fünf Fantasybüchern in der Buchhandlung und lesen selbst eher Sachbücher? Fragen Sie die Verkäufer, die meisten Buchhändler lesen selbst gern und sind außerdem gut informiert – wenn Sie die Geschmacksrichtung kennen wird der Buchhändler sicher helfen können, das richtige Geschenk zu finden. Sie bestellen online? Lesen Sie einige Buchrezensionen und finden Sie so heraus, ob das jeweilige Buch wirklich “das” Geschenk ist.

 

7. (Keine) Gutscheine

Wie alles andere, lassen sich auch Bücher prima in Form von Gutscheinen schenken. Doch denken Sie an die Beschenkten – ein richtiger Buchliebhaber möchte  am liebsten sofort losschmökern und nicht erst nach den gemütlichen Feiertagen in den Genuß der nächsten Lesefreude kommen. Außerdem ist ein liebevoll ausgesuchtes Buch ein viel persönlicheres Geschenk – der Gutschein ist daher wirklich die letzte Option.

 

8. Taschenbücher

Nein. Taschenbücher haben sicherlich ihre Daseinsberechtigung, irgendwie, aber ein perfektes Buchgeschenk ist ein gebundenes Buch. Ob sie es glauben oder nicht, auch das haptische Erlebnis ist ein Teil des Lesens. Außerdem wird die hochwertige gebundene Variante nicht wie der gebrochene, weil gelesene, Taschenbuchrücken in den abgelegenen Regalreihen verschwinden, sondern einen Ehrenplatz beziehen.

 

9. Geschenkpapier

Kaufen Sie ein Buch, kaufen Sie auch Geschenkpapier. Natürlich sind nette Aushilfen in der Buchhandlung den ganzen Tag damit beschäftigt, Bücher in hübsche Geschenke zu verwandeln. Doch was ist der schönste Teil eines verpackten Geschenks? Genau, man weiß noch nicht was drin ist. Sicherlich verrät schon die Form eines Buches, um welches Geschenk es sich womöglich handelt, aber die Einpackvariante der Buchhandlung nimmt auch das letzte bisschen Überraschung vorweg. Unterschätzen Sie außerdem nicht den wunderbaren ersten Eindruck einer selbstgestalteten Verpackung!

 

10. Antiquariat

Nicht nur in Buchhandlungen lassen sich wunderbar Geschenke kaufen, ein richtiger Buchliebhaber freut sich besonders über eine Erstaugabe, ein vom Autor signiertes Werk oder den Fund eines seit langem vergriffen geglaubten Lieblingsstücks. Stöbern Sie in unserem Katalog nach besonderen Exemplaren eines Buches und finden Sie so das perfekte Buchgeschenk!

 

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