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Werner Klemke: Der Illustrator mit dem kleinen schwarzen Kater

Am 12. März 1917 wurde der Berliner Zeichner und Illustrator Werner Klemke geboren. Zu Lebzeiten verfasste er die Rekordzahl von 423 Coverbildern für die damals ostdeutsche Zeitschrift DAS MAGAZIN. Sein Markenzeichen wurde der kleine schwarze Kater, der auf allen Titelbildern des Magazins auftaucht. Heute sind insbesondere komplette Jahrgänge mit den Titelbildern von Werner Klemke beliebt bei Sammlern von Grafiken und Papierantiquitäten.
 


 

 
Darüberhinaus sind seine Kinderbücher Das Wolkenschaf oder Hirsch Heinrich und seine Illustrationen der Grimm’schen Märchen weithin bekannt.

 


 

 

Auch Werke von Theodor Storm, Denis Diderot, Kurt Tucholsky oder Thomas Mann wurden von ihm gestaltet. Nicht selten wurden seine Editionen mit dem Preis für das “Schönste Buch” ausgezeichnet.

 


 

 

Das Lebenswerk von Werner Klemke beläuft sich neben seiner Arbeit für Zeitschriften auf insgesamt 835 Bücher, die er mit Illustrationen versah und teilweise auch komplett gestaltete. Bis heute prägen das Klemkesche Rotkäppchen und andere Charaktäre aus seiner Feder unsere Vorstellung von Geschichten großer Autoren.

Eine Reise in die Vergangenheit: „Die Nordseebäder Schleswig-Holsteins“

 

Ein Reiseführer ist bei fast jedem Reisenden im Gepäck zu finden. Egal ob Kurztrip oder Fernreise – man ist gern gut und aktuell informiert über das nächste Reiseziel. Wie würde sich allerdings eine Reiseplanung mit einem vor 100 Jahren verfassten Reiseführer gestalten?

Diese Frage fanden wir so interessant, dass wir einen Praxistest machen wollten. Reiseziel sollte die Nordsee werden. Gesucht und gefunden wurde „Die Nordseebäder Schleswig-Holsteins“ von Erwin Volckmann aus dem Jahr 1896.

Das Inhaltsverzeichnis reicht von Amrum bis Wyk auf Föhr und umfasst alle Badeorte, die um die Jahrhundertwende bekannt waren – und es zum Großteil auch heute noch sind. Besonders hübsch sind außerdem die zahlreichen, ausfaltbaren Karten und Ortspläne sowie Illustrationen örtlicher Wahrzeichen.

Allerdings reichte es uns nicht, den antiquarischen Reiseführer nur zu lesen und in den Händen zu halten, sondern wir wollten auch vor Ort heute und gestern vergleichen. Die Bloggerin Elke Weiler vom Meerblog ist deshalb für uns in die Fußstapfen der Reisenden vor 110 Jahren getreten. Ihre Reiseberichte zu Helgoland sowie Romo und Sylt erläutern die Erfahrungen von damaligen Reisenden aus heutigem Blickwinkel. In einem kleinen Interview haben wir über die Inspiration, Erwartungen und Erfahrungen des Projekts gesprochen:

ZVAB: Was hat Sie an der Idee „Reisen mit einem historischen Reiseführer” inspiriert? Haben Sie sofort an die Nordseebäder gedacht, oder sind Sie eher zufällig darüber gestolpert?

Als Kunsthistorikerin faszinieren mich Vergleiche unterschiedlicher Zeiten immer und die Idee mit einem historischen Reiseführer auf Tour zu gehen, hat mich sofort inspiriert. Die Nordseebäder habe ich ausgewählt, weil ich hier seit einigen Jahren wohne und daher sowohl die Sicht von außen als auch von innen habe. Ich war bereits auf historische Postkarten gestoßen oder hatte andernorts die Geschichte über die Entstehung der Pfahlbauten in St. Peter gelesen, das aber Ende des 19. Jahrhunderts nicht im Ansatz die Bedeutung von heute hatte.

ZVAB: Wie haben Sie sich einen Reiseführer von 1896 vorgestellt? Was waren beim ersten Durchblättern die größten Überraschungen?

Ich hatte einmal eine Art historischen Reiseführer von Fernando Pessoa über Lissabon gelesen und mir daher vor allem Beschreibungen und weniger konkrete Tipps in einem historischen Reiseführer vorgestellt. Auch hatte ich weniger Abbildungen, Illustrationen und Karten erwartet, mit denen dieses Buch reichlich ausgestattet ist. Was man in einem aktuellen Reiseführer auch nicht vorfinden würde, ist eine Charakterisierung der Bevölkerung vor Ort, als wären die Nordseebäder Schleswig-Holsteins gar etwas Exotisches. In einem Reiseführer von heute würde maximal stehen, dass man hier mit „Moin“ den ganzen Tag über grüßt und woher der Ausdruck stammt. Es wäre nie die Rede von „einem reckenhaften, wetterharten, blauäugigen Menschenschlag“.

ZVAB: Welche Inseln/Badeorte haben in den letzten 100 Jahren die größte Veränderung durchgemacht? Oder welche haben ihren damaligen Charakter behalten?

Ein bisschen von ihrem damaligen Charakter haben sich gewiss alle Inseln behalten. Einige Badeorte waren noch in der Entstehung wie etwa St. Peter, andere schon als Badeort voll entwickelt wie Westerland. Doch so eine Art Grundgeist der Inseln bleibt ja über Jahrhunderte bestehen. So sind Amrum und Röm auch heute noch eher Anlaufstellen für Naturliebhaber, während man auf Sylt auch den Trubel findet. Natürlich gibt es es auf Sylt genug Raum für stille Momente inmitten der Natur, vor allem an der Odde und am Ellenbogen. Oder im Winter, der für den Autor Volckmann gar kein Thema ist. Vor mehr als hundert Jahren fuhr man vor allem zu heutigen Hauptsaisonzeiten an die Nordsee. Vielfach wegen der guten Luft. Und als größter Sport galt vermutlich die Jagd, daher zeigte sich die Tierbevölkerung der Inseln früher geschrumpft, während Trottellummen und Seehunde heute das Bild Helgolands mitbestimmen.

ZVAB: Konnte der Reiseführer auch heute noch einen Beitrag zur Reiseplanung leisten?

Zur Planung eher nicht, da sich Transportmittel, Gaststätten und Unterkünfte geändert haben. Das heißt, Volckmanns konkrete Tipps sind nach über 100 Jahren natürlich nicht mehr buchbar. Wohl aber dient der Reiseführer als interessante bis amüsante Lektüre, die den Leser in eine andere Zeit zurückführt. Und manchmal habe ich sogar gedacht, die Unterschiede zu heute könnten wesentlich größer sein. So als wären 100 Jahre nichts. Ich hätte zum Beispiel nicht erwartet, dass Westerland Ende des 19. Jahrhunderts touristisch schon so weit entwickelt war. Auch nicht, dass es so international war, denn heutzutage finden sich in Nordfriesland ja hauptsächlich Urlauber aus Deutschland.

ZVAB: Vor ein paar Wochen ging die erste Reise nach Helgoland – wie war der Gesamteindruck der modernen Reise im Vergleich zu den historischen Informationen? Wurden Ihre Erwartungen getroffen oder gab es viele Überraschungen?

Das Helgoland von heute ist vermutlich von allen beschriebenen Orten am meisten von den Erfahrungen Volckmanns entfernt. Allein durch den letzten Weltkrieg hat sich neben der Architektur sogar die Form der Insel verändert, fast wäre sie komplett zerstört worden. Was Unterschiede beim Urlauben betrifft, zählt für mich zu den größten Überraschungen, dass Naturschutz vor über 100 Jahren quasi kein Thema war. Robben und Seehunde sind heute eine Riesenattraktion auf Helgoland, damals gab es kaum welche. Robbenjagd schien ein beliebtes Freizeitvergnügen zu sein, das zum Beispiel auf Föhr mit Erfolg praktiziert wurde. Von dort unternahm man Jagdausflüge zum „Seesand, dem Gefilde der Seehunde“.

ZVAB: Der aktuelle Blogpost beschreibt die Reise über Röm nach Sylt, ist es heute noch wirklich möglich in die Fußstapfen von damals zu treten? Gab es einen Ort, den Erwin Volckmanns Worte heute noch genauso gut beschreiben können wie früher?

Ich denke, Volckmann hat Sylt in seinem Wesen sehr gut erfasst, jenes Großartige und auch die Unterschiede zu den anderen Inseln. Er hat genau bemerkt, dass es nur hier diese ständige Brandung gibt. Von dem Gefühl, dass der Autor beschreibt, ist immer noch viel vorzufinden, dennoch hat Sylt im Vergleich zu früher davon auch erheblich verloren. Sei es durch die Abtragungen von Sand und Dünen, sei es durch die starke touristische Nutzung. Und doch erfreut es sich ungebrochener Beliebtheit. Röm hat sich seit über 100 Jahren unter dem touristischen Aspekt stark verändert, aber viel von seiner Ursprünglichkeit behalten. Vermutlich weil – ähnlich wie bei Amrum – der Schwerpunkt hier auf Weite und Natur liegt.

ZVAB: Würden Sie einen antiquarischen Reiseführer in Zukunft  auch mal auf andere Reisen mitnehmen?

Unbedingt. Der Reiseführer als historisches Dokument, als Einblick in eine andere Zeit. Es macht wohl am meisten dort Sinn, wo man sich schon ein wenig auskennt. Dann kann es geradezu erheiternd sein und den Blickwinkel in neue Richtungen lenken. Der Leser zieht automatisch Vergleiche mit seiner eigenen Welt, ordnet ein und versucht zu verstehen. Letzten Endes beginnt man, seine eigene Zeit in einem anderen Licht zu sehen. Mit neuem Abstand. Reisen mit einem historischen Reiseführer ist immer ein Perspektivwechsel.

ZVAB: Haben Sie eine Lieblingsinsel von damals und heute?

Meine Lieblingsinsel ist Amrum. Interessanterweise genau aus den Gründen, die den Autor Volckmann etwa Sylt vorziehen lassen. Auf Amrum dreht sich alles um Meer, Dünen und Kniepsand. Es herrscht nicht die Zerstreuung oder Abwechslung wie auf Sylt, das sich schon zum Ende des 19. Jahrhunderts als mondänes Seebad mit internationalem Flair etablierte. Vielleicht suchen wir heute mehr die Abgeschiedenheit, das Weite und Einfache, weil uns die Welt zu eng und laut geworden ist? Amrum ist für mich so etwas wie die Essenz von Nordfriesland auf einer Insel. Es fällt so leicht, die Kraft der Elemente zu spüren und sich klein und unbedeutend wie ein Sandkorn im Wind zu fühlen. Und wer weiß, hätte ich damals gelebt, wäre meine Wahl vielleicht auch auf Sylt gefallen.

 

ILAB Buchmesse in Budapest: Ádám Bősze im Interview

Vor einigen Wochen haben wir unter dem Titel “Von Gutenberg bis Zuckerberg” die ILAB Buchmesse in Budapest  als wichtigen Termin für Buchliebhaber und Reiselustige im September dieses Jahres vorgestellt. Es ist das erste Mal, dass eine internationale antiquarische Buchmesse in der ungarischen Buchmetropole stattfindet und Sammler aus aller Welt einlädt.

Adam Bosze

Der Präsident des ungarischen Verbands der Antiquare (MAE), Ádám Bősze, ist Organisator des Events und hat dem ZVAB im Gespräch einige Fragen beantwortet. Lesen Sie in seinen Worten, was den ungarischen Antiquariatshandel ausmacht, inwiefern Facebook von Bedeutung ist und welche Raritäten in Budapest erwartet werden.

ZVAB: In diesem Jahr findet die erste Antiquariatsmesse in Budapest statt – wie groß ist der ungarische Antiquariatsmarkt und welche Schwerpunkte gibt es aus Ihrer Sicht?

Der ungarische Antiquariatsmarkt ist keineswegs klein, aber die angebotenen Artikel sind recht gemischt: die meisten Antiquare haben sowohl gebrauchte Bücher als auch Raritäten. Es gibt auch spezialisierte Sammler, die hauptsächlich Ungarn-bezogene Artikel suchen, besonders solche, die unter dem Gesichtspunkt der ungarischen Geschichte interessant sein können, oder Manuskripte und Raritäten, die mit ungarischen Künstlern in Bezug stehen.

 

ZVAB: Was zeichnet die Stadt Budapest als Buchmetropole aus?

In Budapest gibt es unzählige kleine und große Buchläden, die sich sowohl in den kleinen, versteckten Gassen als auch in großen Einkaufszentren befinden. Viele dieser Geschäfte verkaufen nagelneue, aber auch gebrauchte Bücher. Man kann jederzeit in ganz unerwarteten Ecken auf ein Buchgeschäft stoßen.

Die Liebe zu den Büchern in Ungarn kann auf eine sehr lange Tradition zurückgeführt werden, die bis heute anhält. Schon König Matthias Corvinus, der in der Renaissance lebte, war ein leidenschaftlicher Sammler. Seine Bibliothek war ein Prachtstück, er besprach persönlich deren Entwicklung und die Bestellung neuer Bücher und Handschriften mit seinen Wissenschaftlern. Für bestimmte Stücke war er bereit, jahrelang diplomatische Verhandlungen zu führen. In Buda gründete er sogar eine Werkstatt, wo Bücher für den König und die Kirche kopiert und gebunden wurden. Es entstanden auch bedeutende kirchliche und wissenschaftliche Bibliotheken, wie die des Reformierten Kollegiums von Sárospatak oder der Erzabtei von Pannonhalma und der Abtei von Zirc. Vor dem zweiten Weltkrieg befanden sich sowohl die Verlage als auch die Buchhandlungen im Privatbesitz. Viele führten schon sehr früh ein Leihsystem ein, um den Spaß des Lesens auch denen zu ermöglichen, die keine Mittel zum Kauf eines Buches hatten. Zusammenfassend kann man sagen: Wir Ungarn lesen, und unsere Schriftsteller schreiben gerne.

ZVAB: Das Motto der Messe lautet „Von Gutenberg bis Zuckerberg,“ woher stammt die Idee für diesen Slogan?

Der Slogan ist mehr als nur ein Wortspiel. Obwohl wir Papier und Bücher lieben, sind wir nicht im Mittelalter stecken geblieben, wir befürworten die permanente Entwicklung und nutzen die Vorteile der neuen Medien aus. Diese zwei Personen verbindet insbesondere ihr Pioniergeist: Sowohl Gutenberg als Erfinder des Buchdrucks als auch Zuckerberg als Gründer von Facebook haben mit ihren Ideen die Kommunikation revolutioniert und damit eine langfristige Veränderung in unserer Gesellschaft hervorgerufen. Zuckerberg hat neulich selber angekündigt, dass er sich von den Social Media ein bisschen zurückziehen und mehr Zeit dem Lesen widmen möchte. Er hat auf seiner Facebook-Seite die Fans aufgerufen, Titel zu posten, die er lesen sollte und hat dann selber einen Buchclub gegründet. So inspiriert er hoffentlich seine und auch die Nachfolgegenerationen zum Lesen.

ZVAB: Wie schätzen Sie die Bedeutung von Social Media und neuen Medien für den Antiquariatsmarkt ein?

Ich halte sie für unheimlich wichtig. Heutzutage gibt es ohne Facebook, Twitter, Online Newsletter, usw. praktisch gar nichts mehr. Auf allen Seiten des Marktes erwartet jeder Erscheinungen auf diesen Seiten, und wenn es keine gäbe, würden die Meisten denken, dass etwas  bei uns ernsthaft falsch läuft. Die Tatsache, dass Antiquare sich mit alten Manuskripten oder Buchraritäten beschäftigen, bedeutet noch lange nicht, dass sie auch im Mittelalter leben müssen. Wir versuchen, die von den neuen Medien gebotenen Möglichkeiten in jeder Hinsicht auszunutzen.

 

ZVAB: Die Ausstellung wird an einem besonderen Ort, rund um den historischen Konzert- und Ballsaal „Vigadó“ an der Donau stattfinden. Hier traten unter anderem bereits Franz Liszt, Johannes Brahms, Camille Saint-Saëns, Claude Debussy, Arthur Rubinstein, Vladimir Horowitz und Herbert von Karajan auf. Werden Sie und andere Aussteller besondere Stücke aus dem Bereich der Musik präsentieren?

An sich war das kein Schwerpunkt der Messe, aber wir freuen uns natürlich auf Überraschungen in dieser Richtung. Der Vigadó hat zwar tatsächlich einen sehr starken musikalischen Bezug, ist aber keineswegs nur ein Konzertsaal, sondern viel mehr ein wichtiger kultureller Treffpunkt.

ZVAB: Welche weiteren besonderen Raritäten erwarten die Besucher auf der Budapester Ausstellung?

Einige der Aussteller haben uns bereits Informationen über ihre Raritäten anvertraut. Wir feiern dieses Jahr das hundertste Jubiläum der Avantgarde, deswegen ist es besonders aufregend, dass das Rote Antiquariat aus Berlin ein Originalexemplar der 8-9. Ausgabe der polnischen Avantgarde-Zeitschrift Blok & Kurije (1924 in Warschau erschienen), eine wahre Seltenheit dem Publikum zeigt und auf einen neuen Besitzer hofft.

Das Antiquariat Lynge & Søn aus Kopenhagen präsentiert einen bisher unveröffentlichten, handgeschriebenen Brief von Albert Einstein, adressiert am 10. Dezember 1928 an seinen Assistenten, Herman Müntz. Der sehr wichtige Brief, der uns Einsteins Endtheorie, der einheitlichen Feldtheorie näher bringt, stammt aus der Zeit, wo Einstein an einer neuen Gravitationstheorie, an dem Fernparallelismus arbeitete und weist auf Rechnungen hin, die von Müntz gemacht worden sind.

Die Grazer Matthäus Truppe Antiquariat präsentiert eine militärische Landkarte von Budapest und Umgebung aus 1865. Wie alle Pläne des Militärgeographischen Institutes ist auch dieser von bester Lesbarkeit und Übersichtlichkeit und besticht durch seine Genauigkeit und Vielzahl an geographischen Informationen.

Dank dem Antiquariaat Brinkman aus Amsterdam können wir mehr über die heimlichen Folter- und Gerichtsmethoden aus der Zeit von Kaiserin Maria Theresia erfahren. Das mit 30 Stichen illustrierte Buch begründete ein einheitliches Straf- und Strafprozessrecht in Österreich und Böhmen, allerdings war es in Ungarn nicht gültig.

Graham York Rare Books aus Großbritannien präsentiert ein viktorianisches Photoalbum mit 85 Tierphotos von Gambier Bolton, Ottomar Anschutz, Henry Dixon und anderen unbekannten Photographen, aus ca. 1880, gebunden von Palmer & Howe. Außerdem bieten sie den Katalog der Sammlung des Barons Philipp von Stosch (1691-1757) an, angefertigt als Verkaufskatalog von Joan Joachim Winckelmann um 1760, der seinem Patron, Cardinal Albani gewidmet ist, mit Stichen von I. A. Schweickart. Das Buch beinhaltet vor dem gedruckten Text eine Kopie eines neunseitigen, handgeschriebenen Essays von Winckelmann über die Sammlung Stosch in Florenz, den er für „die Bibliothek der Schönen Wissenschaften und der Freien Künste“ geschrieben hat.

 

ZVAB: Wie viele Aussteller sind bis jetzt angemeldet? Welche deutschen Antiquariate werden dabei sein?

Bisher haben sich 33 Aussteller angemeldet, wir rechnen aber mindestens mit 40 Teilnehmern. Jeder, der Interesse hat, wird herzlichst erwartet, die Anmeldung ist noch möglich.

Aus Deutschland erwarten wir bisher das Antiquariat Turszynski und Antiquariat Daša Pahor aus München, Rotes Antiquariat aus Berlin und das Antiquariat Bachmann & Rybicki UG aus Dresden.

ZVAB: Und eine abschließende Frage: Was sollten Besucher in Budapest neben der Buchmesse in jedem Fall gesehen haben?

Ich würde ihnen vor allem einen schönen Spaziergang im Burgviertel empfehlen, da man von dort eine wunderbare Aussicht auf die ganze Stadt und auf die Donau hat. Die Donau ist ein ganz besonderer Schatz der Stadt, eine Donauschifffahrt bietet im Frühherbst auch viel Bewundernswertes. Wenn man sich nach einem erlebnisreichen Tag erholen möchte, würde ich wärmstens die höchst angenehmen und einzigartigen Ruinenkneipen empfehlen. Aber das ist wirklich nur eine kleine Auswahl der vielen Sehenswürdigkeiten von Budapest.

 
Herzlichen Dank für das Interview!

Erzabtei Beuron: Die Klosterbibliothek beim ZVAB

Seit mehr als 15 Jahren gehört die Bibliothek der Erzabtei St. Martin in Beuron zu den ZVAB-Partnern – beinahe seit den Anfängen in den 1990ern. Das Angebot umfasst eine breite Auswahl aus den Bereichen Spiritualität und Theologie, aber auch Kunst und Geschichte.

Die Erzabtei wurde ursprünglich im Jahr 1077 als Augustiner-Chorherrenstift gegründet. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäude durch die Benediktiner wiederbesiedelt.

Die Bibliothek des früheren Augustiner-Chorherrenstiftes ging bei der Säkularisation verloren, die jetzige Sammlung wurde ab der Neugründung 1863 nach und nach aufgebaut. In den 20er Jahren fand eine Reorganisation statt: das Magazin wurde neu gebaut, die Aufstellung neu geordnet und die Bestände neu katalogisiert. Seitdem wurde die Bibliothek mehrfach erweitert. Heute umfasst sie ca. 405.000 Bände, davon 165 Inkunabeln, 236 Handschriften, 169 Musikhandschriften und ca. 500 laufende Zeitschriften.

Buchgeschenke oder -spenden führen immer wieder zu Dubletten im Bestand. Aus diesem Grund hat die Erzabtei von einigen Wochen zum ersten Mal einen Bücherflohmarkt ausgerichtet. Wir nehmen dieses Event zum Anlass, einen unserer außergewöhnlichsten Händler vorzustellen. Bruder Petrus Dischler, einer der beiden Bibliothekare, hat dem ZVAB daher ein paar Fragen beantwortet:

Die Bibliothek ist die größte Privatbibliothek des Landes, wie hoch ist der Aufwand für die Betreuung? Gibt es auch Mitarbeiter von außen?

Wir sind 2 Brüder für die Betreuung der Bibliothek –  allerdings haben wir auch noch andere Aufgaben im Hause Gottes. Die finanziellen Mittel kommen aus der Klosterkasse und evtl. aus Spenden. Für Personal haben wir keine Aufwendungen.

Welche Besonderheiten gibt es gegenüber öffentlichen Stadt- oder Universitätsbibliotheken?

Anders als in öffentlichen Einrichtungen ist eine Benutzung durch Personen von außen nur nach Voranmeldung möglich. Unser Scriptorium ist dennoch regelmäßig gut gefüllt.

 

Welche Sammelschwerpunkte verfolgen Sie?

Theologie. Im speziellen Patrologie, Liturgie, Exegese. Außerdem interessieren uns auch die Themen Kunst und Geschichte, speziell die Kirchengeschichte und monastische Geschichte.

Und welches ist das bedeutendste Stück in Ihrer Sammlung?

Die „Vita Liudgeri“ ist eine Besonderheit –  das ist eine seltene Handschrift aus der Zeit vor 1000 n. Chr.

Ungefähr 200 Bände der Bibliothek des früheren Augustiner-Chorherrenstiftes sind im Laufe der Zeit wieder Teil der Bibliothek geworden. Gibt es ein besonderes Stück in dieser Sammlung?

Dieser Bestand ist in sich wertvoll. Da kann man keinen bestimmten Band benennen.

Woher stammt die Idee einen gemeinnützigen Bücherflohmarkt auszurichten?

Da wir immer wieder Büchergeschenke erhalten, gibt es auch immer wieder Dubletten. Wir versuchen diese in unserer Buchhandlung und im Gästebereich an den „Mann“ und die „Frau“ zu bringen. Da die Flut aber doch etwas größer ist, haben wir auch schon an unserem „Klosterfest“, das alle zwei Jahre stattfindet, einen Büchertisch präsentiert. Danach ist die Idee aufgekommen, in dem Jahr dazwischen die Bücher einem interessierten Publikum zu präsentieren und den Erlös für einen guten Zweck im lokalen Umfeld zur Verfügung zustellen. In diesem Jahr haben wir uns für die „Obdachlosenhilfe in Sigmaringen“ entschieden.

Wird der Flohmarkt nun ein wiederkehrendes Event werden?

Das wird sich zeigen, aber wir haben diese Möglichkeit schon in Erwägung gezogen…

 

Herzlichen Dank für das Interview!

“Von Gutenberg bis Zuckerberg”

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Unter diesem Motto findet vom 24. – 25. September 2016 die 1. Inter-nationale Antiquariatsausstellung und Messe in Budapest statt. Im Rahmen der 42. ILAB Congress & Fair werden Antiquare aus der ganzen Welt das erste Mal die Gelegenheit haben, ihre Raritäten in der ungarischen Hauptstadt einem breiten Publikum zu präsentieren.

Budapest war schon immer eine der faszinierendsten Buchmetropolen Europas. Ein ganzes Wochenende können die Besucher antiquarische Raritäten vor der Kulisse des Pester Redout (Vigadó) – direkt an der Pester Donau-Promenade gelegen – bewundern.

Das Angebot wird vielfältig: Neben ungarischen Antiquaren haben sich bisher Aussteller aus Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Italien, den Niederlanden und Österreich angemeldet.

“Die Messe richtet sich an jedes Sammelinteresse und jeden Geldbeutel!”

An beiden Tagen kann die Messe von 10 – 18 Uhr besucht werden – der Eintritt ist frei. Ein Besuch kann jederzeit mit der Besichtigung des historischen Gebäudes verknüpft werden und das Publikum wird außerdem die Möglichkeit haben, eigene antiquarische Bücher vor Ort schätzen zu lassen.

Hier finden Sie detaillierte Informationen über die Ausstellung und Anmeldung. Außerdem gibt es laufend Neuigkeiten auf Facebook und auf Twitter.

Wie wäre es mit einem Wochenendtrip nach Budapest im September?

Umfrage zum Thema “Warenpräsentation im Antiquariatsbuchhandel”

Bücher-Schaufenster

Liebe Leser, wir möchten Ihnen heute eine Studentin aus Leipzig und ihr Projekt vorstellen!

Sophie Sander studiert an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig den Studiengang Buchhandel & Verlagswirtschaft. Das Thema ihrer Bachelorarbeit ist “Warenpräsentation im Antiquariatsbuchhandel”. Sie beschäftigt sich darin mit der Frage nach der optimalen Warenpräsentation und den Erwartungen der Zielgruppe:

“Die Umfrage thematisiert die Warenpräsentation im stationären Antiquariatsbuchhandel und bildet die Grundlage für meine Bachelorarbeit. Ich möchte herausfinden, welche Erwartungen die Kunden an die Antiquariate haben. Ich stelle also eine Reihe Fragen darüber, was ihnen am Antiquariat gefällt oder missfällt und gebe Raum, eigene Präferenzen zu erläutern oder Anregungen zu geben. Anhand der Aussagen der Studienteilnehmer möchte ich analysieren, wie zufrieden diese sind und gegebenenfalls Handlungsvorschläge erarbeiten.”

Da es sich um ein sehr interessantes Thema handelt, kommen wir der Anfrage den Link zu der Umfrage zu veröffentlichen gern nach.

Hier geht es zur Umfrage!

Wir hoffen auf eine rege Teilnahme! Kommentare können Sie am Ende der Umfrage direkt an Frau Sander senden, alle Kommentare im Blog leiten wir gern weiter.

Viele Grüße

das ZVAB-Team

Welttag des Buches: Die Wiener Pop-up Buchmesse in luftigen Höhen

Um kurz vor 10 Uhr am Samstagvormittag fand ich mich am Wiener Prater zur Pop-up Buchmesse ein. Nach einer kurzen Begrüßung ging es noch vor allen Touristen zum Einstieg des Riesenrades und nach einigen Minuten Wartezeit trudelte die Gondel Nr. 18 ein. Die Wiener Antiquare Dr. Paul Kainbacher, Peter Truppe, Domenico Jacono und der eigens aus Berlin angereiste Clemens Paulusch hatten bereits ihre Kostbarkeiten zum Thema “Austriaca” in der Gondel ausgelegt.

Um Punkt 10 Uhr hieß es “Bittschön, einsteigen” und ich durfte mit einigen anderen Interessierten auf die erste Fahrt starten. Im Inneren der Gondel gestaltete sich alles wie auf einer Antiquariatsmesse – nur noch etwas enger. Die hübsche Gondel war mit Stehtischen und -stühlen ausgestattet (auch eine Glitzertapete und Stimmungslicht sorgten für eine festliche Atmosphäre), die zur Präsentation der Ausstellungsstücke geschickt umfunktioniert wurden.

Nach einer kurzen Einführung in das Thema Pop-up Buchmesse begann die Vorstellung der Einzelstücke am hinteren Ende der Gondel mit dem Antiquariat Paulusch. Hier fanden sich verschiedene Ansichten und Karten zu Österreich und Wien. Besonders interessant war eine alte Landkarte Österreichs mit farbigen Markierungen, die die Verbreitung der verschiedenen Volkssgruppen im Land darstellte.

Mein persönlicher Favorit war allerdings die seltene, großformatige Stadtansicht Wiens aus dem Jahr 1870/71. Die Lithografie mit Tonplatte von und nach A. Rieger misst 58 x 84 cm und zeigt eine sehr detailgetreue Abbildung der Metropole aus vergangenen Zeiten. Der interessierte Beobachter wurde von Herrn Paulusch an dieser Stelle auf die hier noch unbebauten Bereiche im Stadtzentrum hingewiesen. Dort stehen heute Rathaus, Universität, Hofmuseen und das Parlament.

Anschließend wurden vom Antiquariat Truppe der Blick auf ein Postkutschen-Verzeichnis und eine Sammlung von Photographien gelenkt. Besonderes Highlight war allerdings die Ausgabe der ersten deutschen Übersetzung der 1. Wiener Stadtchronik von 1642.

Die Gondel hatte zu diesem Zeitpunkt den höchsten Punkt der Rundfahrt erreicht und die Präsentation wurde für einen Moment unterbochen, während die Gäste den wunderbaren Ausblick auf die Stadt genossen.

Mit Beginn der Abwärtsfahrt konzentrierte sich die Aufmerksamkeit auf die Stücke des Antiquariats Jacono. Zuerst fiel der Blick auf das etwas im Hintergrund platzierte Aquarellgemälde mit der Bildunterschrift “Für Leopold Hauer”. Gezeigt werden das Eingangsportal und die Hausfassade des “Griechenbeisl” – eines der ältesten und berühmtesten Gasthäuser Wiens. Noch interessanter als das schöne Gemälde ist der rückseitige Schenkungsvermerk an “Prime Minister / Bruno Kreisky” durch die damalige “Prime Minister of Sri Lanka”. Obwohl nicht namentlich erwähnt, ist anzunehmen, dass es sich um Sirimavo Bandaranaike handelt, der ersten Frau der Welt, die eine frei gewählte Regierung führte.

Direkt daneben befanden sich ein wunderschöner Einband aus Samt mit Goldelementen und eine Zeichnung von Hinko Smrekar von 1925. Die titellose Tuschezeichnung des slowenischen Künstlers wird erst auf den zweiten Blick interessant: In der undefinierbaren Masse, die der monströse Kopf auszuspeien scheint, lassen sich bekannt Elemente Wiens erkennen – unter anderem das Riesenrad.

Das Antiquariat Dr. Kainbacher bildet auf dieser Rundfahrt den beeindruckenden Abschluss und gleichzeitig den Beginn. Das Exponat zeigte verschiedene Bücher mit besonderen Illustrationen, unter anderem den Almanach der Wiener Werkstätten (Das Foto zeigt eine Bildbeigabe von Josef von Divéky).

Der Höhepunkt war allerdings ein handkolorierter Holzschnitt aus der Schedelschen Weltchronik, es handelt sich um die früheste graphische Darstellung Wiens aus dem Jahr 1493.

Auf den letzten Metern der Runde näherten sich die Besucher dann wieder dem Zugang der Gondel, wo günstig platziert, dass ILAB-Plakat zur Spende auf dem Weg nach draußen einludt.

Am liebsten wäre ich gern direkt eine zweite Runde gefahren, doch die freudig wartenden Besucher hatten natürlich Vorrang – und schließlich durfte ich die Antiquare noch auf einer Abschlussrunde begleiten.

Das Fazit: Die Pop-up Buchmesse im Wiener Riesenrad war eine wunderbare Idee. Die Präsentation besonderer Austriaca vor der traumhaften Kulisse Wiens war ein Pop-up Erlebnis, an dem ich sehr gerne teilgenommen habe. Ich freue mich bereits auf die Wiener Location im nächsten Jahr – Ideen wurden bereits diskutiert, aber hier noch nicht verraten. Wenn es nach mir und den diesjährigen Besuchern ginge, würden wir sicher immer wieder auf eine Runde in das Riesenrad einsteigen.

 

Vielen Dank!

 

ILAB Pop-up Buchmessen 2016

popup

Am 23. April wird der Welttag des Buches (UNESCO World Book and Copyright Day) wieder international gefeiert. Die im letzten Jahr ins Leben gerufenen ILAB Pop-up Books Fairs werden auch in diesem Jahr wieder hier und da ‘aufpoppen’ und besondere antiquarische Schmuckstücke präsentieren.

Überall wo Sie ein Poster mit einem leeren Bücherregal erblicken, können Sie nicht nur Literatur und Lesen zelebrieren, sondern auch das Leseförderungsprojekt der UNESCO im Südsudan unterstützen und die Bücherregale füllen.

Im Laufe des Tages wandern die Buch-Pop-ups von Australien über Asien, Afrika und Europa bis in die USA. Im deutschsprachigen Raum gibt es in diesem Jahr drei Teilnehmer: München, Wien und Zürich.

In München werden die “Cocktails & Book Tales” aus dem letzten Jahr neu aufgelegt. Das Kaufmanns-Casino am Odeonsplatz wird wieder zur besonderen Kulisse für die Buchmesse nach englischer Manier. Antiquare, Buchliebhaber und Interessierte können hier bei Fingerfood und Getränken einzigartige Sammlerstücke aus der Nähe betrachten.

 

Als Einleitung wird ein besonderes Schmankerl geboten, ein Vortrag zum „Antiquariatshandel in Deutschland im 20. Jahrhundert” von Klaus G. Saur.

Die Antiquare in Wien haben sich etwas Besonderes ausgedacht: Getreu dem Motto „Bücher mal ganz anders”, steigt die diesjährige Pop-up Buchmesse ins Wiener Riesenrad ein und trägt Besucher und Ausstellungsstücke von 10 bis 12 Uhr hoch über die Dächer der Stadt.

 

Den Startschuss setzen die Wiener bereits am 16. April um 17 Uhr im Antiquariat Dr. Paul Kainbacher mit einem bibliophilen Salon zum Thema „Im Herz der Finsternis – Österreicher in Zentralafrika”.

Während andererorts Shakespeare und Cervantes anlässlich der 400. Todestage eine besondere Rolle spielen, wird in Zürich ein anderes Jubiläum gefeiert: 100 Jahre Dada. Die Pop-up Buchmesse findet im Cabaret Voltaire statt – dort wo die Kunstrichtung die keine ist 1916 ins Leben gerufen wurde – und präsentiert seltene Erstausgaben und Dada hautnah.

 

Alle weltweiten Pop-up Buchmessen werden auf der Homepage der ILAB (International League of Antiquarian Booksellers) angekündigt. Auf dem ILAB-Blog wird außerdem aktuell zu den Events berichtet.

Wie bereits im letzten Jahr wird das ZVAB wieder einige Impressionen vor Ort einfangen, und anschließend im Blog darüber berichten – falls Sie es nicht abwarten können, schauen sich zum Einstimmen die Bilder der Events von 2015 an!

(Das Bildmaterial stammt aus unserem Archiv, von der ILAB und Cabaret Voltaire)

 

Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen auf den Pop-up Buchmessen in den Kommentaren mit!

 

Simplicissimus: 120 Jahre bissige Satire

Vor 120 Jahren, am 4. April 1896, erscheint in München zum ersten Mal die Satirezeitschrift “Simplicissimus. Innerhalb weniger Jahre wächst die Popularität des Magazins und erreicht in der Hochphase Auflagen zwischen 80.000 und 100.000 Stück.

“Vor meinem Biss fürchtete sich fasst jeder im Kaiserreich, dabei bestand ich lediglich aus Farbe und aus Papier,” heißt es im heutigen WDR 2 Stichtag.

Das Markenzeichen der Zeitschrift wird die bissige rote Bulldogge mit abgerissenser Kette, die im August 1896 zum ersten mal als Karikatur von Thomas Theodor Heine erscheint. Diese Bulldogge wird schließlich auch als Poster mit schwarzem Hintergrund gedruckt, der Original-Lithostein hierfür befindet sich heute in der Staatlichen Graphischen Sammlung München. Schnell wird der Simplicissimus vor allem für seine Karikaturen berühmt.

Neben Karikaturen und Zeichnungen sind es die Beiträge wichtiger Literaten der Epoche, die den Geschmack des Publikums treffen. Frank Wedekind, die Thomas Mann und Heinrich Mann, Rainer Maria Rilke, Robert Walser, Richard Dehmel, Hermann Hesse und viele mehr sind mit dem Namen der Zeitschrift durch Erstveröffentlichungen untrennbar verbunden.

Mehr zum Werdegang des Simplicissimus im WDR 2 Podcast.

Dank der Digitalisierung aller Jahrgänge von 1896 bis 1944 können die Bände mittlerweile online unter http://www.simplicissimus.info abgerufen und nach Themen durchsucht werden.

Dennoch geht nichts über die Originaldrucke der “bissigen Bulldogge” – stöbern Sie in unserem Katalog nach erschwinglichen Ausgaben!

 
Teilen Sie Ihre Meinung in den Kommentaren!

      Was ist Ihre Meinung zum Simplicissimus?
      Haben Sie eine Lieblingskarikatur?
      Wussten Sie, dass Autoren wie Thomas Mann hier zum ersten Mal veröffentlicht wurden?

Karneval – Die 5. Jahreszeit: Kunst und Sammlerfreuden

Es ist wieder soweit: die Jecken sind los! Wenn man heute über die Straße geht, begegnen einem alles von Clowns und Actionhelden, über Prinzessinnen und Hexen bis hin zum Dinosaurier. Und natürlich heute jede Menge “Alte Weiber”.

Doch der Karneval wird nicht nur jedes Jahr aufs Neue gefeiert, sondern dient seit jeher auch als Inspiration für Künstler und Sammler. Einige Beipiele der Karnevals-Kunst haben wir hier zusammengestellt – vielleicht erinnert das ein oder andere Objekt sogar an eigene Erlebnisse aus der 5. Jahreszeit:

 

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17478022622 17729147876

17729149326 15108980293

 

10530019190

 

17476036602

17303209071

11459973644 4779576698

 

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