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Antiquariats-Portrait: Antiquariat Weinek in Salzburg

von Kristina Krämer
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Das Ehepaar Dr. Elisabeth Weinek und ihr Mann Dr. Christian Weinek hat seine Sammelleidenschaft zum Beruf gemacht. Bereits zu Studienzeiten unternahmen sie auf der Jagd nach besonderen Büchern Reisen durch ganz Europa und finanzierten sich ihr Studium, indem sie Bücher auf Flohmärkten verkauften. 1986 machte das Paar seinen Traum wahr und eröffnete sein eigenes Antiquariat in Salzburg. In den ersten Jahren im Antiquariatsgeschäft standen gerade einmal 16 Quadratmeter zur Verfügung, um den Bestand an Büchern aus den Bereichen Literatur, Kunst und Fotografie zu präsentieren. Nach dem Umzug in die Steinstraße 14 und 16 steht nun mit 140 Quadratmetern fast die 10-fache Fläche zur Verfügung. Bereits seit 1998 sind die Bücher der Weineks auch im Internet zu finden.

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Antiquarin Elisabeth Weinek hat uns im Interview Rede und Antwort gestanden:

ZVAB: Wie sind Sie Antiquarin geworden? Und was lieben Sie am meisten an Ihrem Beruf?

Elisabeth Weinek: Ich habe während dem Germanistik-Studium bereits begonnen mit meinem Mann zusammen Bücher zu sammeln und tagelang in Lagern von Wiener Antiquariaten zu verbringen, um seltene Bücher zu finden. Dabei lernte ich eine Menge über das Verlagswesen, seltene Ausgaben und die Kulturgeschichte des Buchwesens. Das besondere an unserem Beruf ist das tägliche Dazulernen, Neues zu entdecken, Kurioses zu beschreiben und die vielen Gespräche mit Sammlern, die meist Experten auf ihrem Gebiet sind, zu führen.

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ZVAB: Was fasziniert Sie am meisten an alten Büchern?

Elisabeth Weinek: Einerseits das Handwerkliche des Einbandes und die hochwertige Verarbeitung, dann wieder die Graphik. Persönlich interessiert mich sehr stark Trivialliteratur, ihre Entstehung und die Rezeption, da Zeitungen oder auch Groschenromane sehr viel über eine Gesellschaft aussagen. Ebenso wie die Bedingungen ihres Entstehens und die Wirkung ihrer Verbreitung.

ZVAB: Welches Buch in Ihrem Bestand ist das wertvollste? Warum?

Elisabeth Weinek: Es handelt sich um die bislang noch nie publizierte Abschlussarbeit von Thomas Bernhards Regiearbeit 1957 an dem Stück Herrenhaus von Thomas Wolfe. Es ist das Streichexemplar von Bernhards Hand mit vielen Notizen und Anweisungen. Thomas Bernhard war als Regisseur an der Bühne tätig.

ZVAB: Welches Buch hätten Sie gerne noch in Ihrem Besitz?

Elisabeth Weinek: Ach, das sind viele, egal ob Gedichtband oder Roman, jedenfalls viele von verschiedenen Kleinverlagen und kurzlebigen Editionen.

ZVAB: Was war das seltsamste, was Sie jemals in einem alten Buch gefunden haben?

Elisabeth Weinek: Eine Fahrkarte der Strecke Paris – Lyon aus dem Jahre 1837. Also eine Billett aus den Kindertagen der Eisenbahn.

ZVAB: Und natürlich, was ist Ihr Lieblingsbuch?

Elisabeth Weinek: Marquis de Sade in der Erstausgabe. Nein, Scherz – mein Lieblingsbuch ist : Die Wiener Werkstätte 1903 – 1928 – herausgegeben von Mathilde Flögl. Bei diesem Buch stimmt alles perfekt zusammen, der Prägeeinband, ein Skulptur für sich, das Format, der formal ausgewogen gestaltete Inhalt.

Zu den Büchern des Antiquariats Weinek

21. April 2016

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