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	<title>Kommentare zu: Das Erbe der Dekabristen, Teil 1</title>
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	<link>http://blog.zvab.com/2008/09/15/das-erbe-der-dekabristen-teil-1/</link>
	<description>das offizielle Blog des ZVAB rund um antiquarische und vergriffene Bücher - Literatur, Kolumnen, Lesetipps und Autoren-Nachrufe.</description>
	<lastBuildDate>Mon, 08 Mar 2010 16:06:06 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Von: Hanns-Martin Wietek</title>
		<link>http://blog.zvab.com/2008/09/15/das-erbe-der-dekabristen-teil-1/comment-page-1/#comment-11147</link>
		<dc:creator>Hanns-Martin Wietek</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Sep 2008 10:18:32 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.zvab.com/?p=553#comment-11147</guid>
		<description>Sehr geehrter Herr Preiner,

mit „Erinnerungen/Aufzeichnungen“ meinen Sie sicher sein Memoirenwerk „Erlebtes und Erdachtes“ auch „Gewesenes und Gedachtes“ auf Russisch „Byloe i dumy“, an dem er zwischen 1852 und 1868 gearbeitet hat; und mit „Orthodoxen (Autochthonen)“ sind sicherlich die Slawophilen gemeint.

In „Byloe i dumy“ l&#228;sst sich sehr gut die sich im Laufe der Jahre ver&#228;ndernde Lebensanschauung Herzens nachvollziehen. Er war schon immer ein ›Westler‹ und blieb es im Grunde auch zeit seines Lebens – er wurde niemals zu einem Slawophilen, schon gar nicht zu einem orthodoxen.
Er war schon in Russland ein Sozialkritiker, verlie&#223; Russland 1847 und erlebte dann hautnah die 48er Revolution in Frankreich und Italien mit. Danach begann seine Abgrenzung vom Westlertum hin zum revolution&#228;ren Sozialisten, einem Volkssozialisten, der durchaus Ber&#252;hrungspunkte mit den Slawophilen hatte, aber, wie gesagt, Volkssozialist und kein Slawophiler wurde.

Das geschah (in Kurzfassung) folgenderma&#223;en:
Nach Paris hatten sich nach der Revolution auch die 48er Revolution&#228;re aus Deutschland „zur&#252;ckgezogen“, u.a. Georg Herwegh, ein Dichter des ›Vorm&#228;rz‹ und riesengro&#223;es dekadentes Gro&#223;maul. Herzen verabscheute ihn von ganzem Herzen; in ›Byloe i dumy‹ ist ihm in ›Rasskaz o semejnoj drame‹ (Erz&#228;hlung &#252;ber ein Familiendrama) ein ganzes Kapitel „gewidmet“. Er wurde f&#252;r Herzen zum Prototyp der deutschen Sozialisten und Demokraten: spie&#223;ig, nationalistisch, egoistisch, profits&#252;chtig, feige, summa summarum ein typischer Vertreter der verhassten Bourgeoisie. 
In Frankreich gab es zwar eine neue Regierung infolge der Revolution, mitnichten jedoch wurden die Ideale der Franz&#246;sischen Revolution verwirklicht, sondern neue b&#252;rokratische, nationalistische Gesetze eingef&#252;hrt, die Nationalgarde richtete ein Massaker unter den Arbeiter an, um wieder „Ordnung“ herzustellen.
Herzen wurde klar, dass es nicht mit der &#196;nderung der Eigentumsverh&#228;ltnisse getan sein kann, um soziale Gerechtigkeit zu erreichen, sondern dass es einer grundlegenden &#196;nderung der Moral bedarf, die dann eine Reform von Recht, Regierung und vor allem auch &#246;ffentlicher Meinung zur Folge haben w&#252;rde. 
Die postrevolution&#228;ren Missst&#228;nde in Westeuropa vor Augen entwickelte er Ideen, wie Russland unter Umgehung dieser b&#252;rokratisch-demokratischen und der kapitalistischen Phase zu einem echten Volkssozialismus gelangen k&#246;nne; diese wurden sp&#228;ter von den ›Narodniki‹ (Volkst&#252;mler, revolution&#228;re soziale Intelligenz) begeistert aufgenommen.

Nat&#252;rlich ist Herzens ›Byloe i dumy‹ mit diesen wenigen Worten bei weitem nicht Gen&#252;ge getan, ein – allerdings wesentlicher – Punkt konnte an dieser Stelle nur angesprochen werden.

Mit besten Gr&#252;&#223;en
Ihr
hmw</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrter Herr Preiner,</p>
<p>mit „Erinnerungen/Aufzeichnungen“ meinen Sie sicher sein Memoirenwerk „Erlebtes und Erdachtes“ auch „Gewesenes und Gedachtes“ auf Russisch „Byloe i dumy“, an dem er zwischen 1852 und 1868 gearbeitet hat; und mit „Orthodoxen (Autochthonen)“ sind sicherlich die Slawophilen gemeint.</p>
<p>In „Byloe i dumy“ l&#228;sst sich sehr gut die sich im Laufe der Jahre ver&#228;ndernde Lebensanschauung Herzens nachvollziehen. Er war schon immer ein ›Westler‹ und blieb es im Grunde auch zeit seines Lebens – er wurde niemals zu einem Slawophilen, schon gar nicht zu einem orthodoxen.<br />
Er war schon in Russland ein Sozialkritiker, verlie&#223; Russland 1847 und erlebte dann hautnah die 48er Revolution in Frankreich und Italien mit. Danach begann seine Abgrenzung vom Westlertum hin zum revolution&#228;ren Sozialisten, einem Volkssozialisten, der durchaus Ber&#252;hrungspunkte mit den Slawophilen hatte, aber, wie gesagt, Volkssozialist und kein Slawophiler wurde.</p>
<p>Das geschah (in Kurzfassung) folgenderma&#223;en:<br />
Nach Paris hatten sich nach der Revolution auch die 48er Revolution&#228;re aus Deutschland „zur&#252;ckgezogen“, u.a. Georg Herwegh, ein Dichter des ›Vorm&#228;rz‹ und riesengro&#223;es dekadentes Gro&#223;maul. Herzen verabscheute ihn von ganzem Herzen; in ›Byloe i dumy‹ ist ihm in ›Rasskaz o semejnoj drame‹ (Erz&#228;hlung &#252;ber ein Familiendrama) ein ganzes Kapitel „gewidmet“. Er wurde f&#252;r Herzen zum Prototyp der deutschen Sozialisten und Demokraten: spie&#223;ig, nationalistisch, egoistisch, profits&#252;chtig, feige, summa summarum ein typischer Vertreter der verhassten Bourgeoisie.<br />
In Frankreich gab es zwar eine neue Regierung infolge der Revolution, mitnichten jedoch wurden die Ideale der Franz&#246;sischen Revolution verwirklicht, sondern neue b&#252;rokratische, nationalistische Gesetze eingef&#252;hrt, die Nationalgarde richtete ein Massaker unter den Arbeiter an, um wieder „Ordnung“ herzustellen.<br />
Herzen wurde klar, dass es nicht mit der &#196;nderung der Eigentumsverh&#228;ltnisse getan sein kann, um soziale Gerechtigkeit zu erreichen, sondern dass es einer grundlegenden &#196;nderung der Moral bedarf, die dann eine Reform von Recht, Regierung und vor allem auch &#246;ffentlicher Meinung zur Folge haben w&#252;rde.<br />
Die postrevolution&#228;ren Missst&#228;nde in Westeuropa vor Augen entwickelte er Ideen, wie Russland unter Umgehung dieser b&#252;rokratisch-demokratischen und der kapitalistischen Phase zu einem echten Volkssozialismus gelangen k&#246;nne; diese wurden sp&#228;ter von den ›Narodniki‹ (Volkst&#252;mler, revolution&#228;re soziale Intelligenz) begeistert aufgenommen.</p>
<p>Nat&#252;rlich ist Herzens ›Byloe i dumy‹ mit diesen wenigen Worten bei weitem nicht Gen&#252;ge getan, ein – allerdings wesentlicher – Punkt konnte an dieser Stelle nur angesprochen werden.</p>
<p>Mit besten Gr&#252;&#223;en<br />
Ihr<br />
hmw</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Hans Preiner</title>
		<link>http://blog.zvab.com/2008/09/15/das-erbe-der-dekabristen-teil-1/comment-page-1/#comment-11144</link>
		<dc:creator>Hans Preiner</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Sep 2008 19:37:18 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.zvab.com/?p=553#comment-11144</guid>
		<description>Sehr geehrter Herr Wietek,
Wie sehen Sie Alexander Herzen und seine Erinnerungen/Aufzeichnugen, die mich als Augenzeugenberichte stets faszinierten. Er scheint mir in Vergessenheit geraten zu sein. ER betonte ja auch die Trennung in die &quot;Westler&quot; und &quot;Orthodoxen&quot; (Autochthonen.
Gruss
Hans Preiner</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrter Herr Wietek,<br />
Wie sehen Sie Alexander Herzen und seine Erinnerungen/Aufzeichnugen, die mich als Augenzeugenberichte stets faszinierten. Er scheint mir in Vergessenheit geraten zu sein. ER betonte ja auch die Trennung in die &#8220;Westler&#8221; und &#8220;Orthodoxen&#8221; (Autochthonen.<br />
Gruss<br />
Hans Preiner</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Hanns-Martin Wietek</title>
		<link>http://blog.zvab.com/2008/09/15/das-erbe-der-dekabristen-teil-1/comment-page-1/#comment-11138</link>
		<dc:creator>Hanns-Martin Wietek</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Sep 2008 16:57:23 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.zvab.com/?p=553#comment-11138</guid>
		<description>Lieber Herr van de Vlierd,

a.)
Brahms war selbstverst&#228;ndlich kein reiner Romantiker, das passt - wie Sie richtig angemerkt haben - schon rein zeitlich nicht. Wie alle Gro&#223;en (Genies) sei es in Literatur, Musik und Malerei hat er seine eigene Originalit&#228;t, seinen eigenen Stil. &lt;b&gt;Beeinflusst&lt;/b&gt; war er jedoch von der klassischen, der barocken und der romantischen Tradition. Man spricht in einem solchen Fall von Sp&#228;tromantik, -klassik, -barock, usw.
Das &quot;Sp&#228;t&quot; bedeutet, dass der Betreffende zwar nicht mehr (oder auch - um genau zu sein - fast nicht mehr) in dieser Epoche gelebt oder gewirkt hat, sein Schaffen jedoch von dieser beeinflusst war.

Brahms wurde zu Lebzeiten h&#228;ufig (aus oben genanntem Grund) als altmodisch kritisiert. Dank seiner Originalit&#228;t sieht man heute in ihm einen romantischen Komponisten, der eine sehr poetische, ausdrucksstarke Musik in alt-&#252;berbrachter Form schrieb. 

und b.)
so l&#246;st sich der scheinbare Widerspruch auf.&lt;br /&gt;

Ganz herzliche Gr&#252;&#223;e
Ihr
hmw</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Herr van de Vlierd,</p>
<p>a.)<br />
Brahms war selbstverst&#228;ndlich kein reiner Romantiker, das passt &#8211; wie Sie richtig angemerkt haben &#8211; schon rein zeitlich nicht. Wie alle Gro&#223;en (Genies) sei es in Literatur, Musik und Malerei hat er seine eigene Originalit&#228;t, seinen eigenen Stil. <b>Beeinflusst</b> war er jedoch von der klassischen, der barocken und der romantischen Tradition. Man spricht in einem solchen Fall von Sp&#228;tromantik, -klassik, -barock, usw.<br />
Das &#8220;Sp&#228;t&#8221; bedeutet, dass der Betreffende zwar nicht mehr (oder auch &#8211; um genau zu sein &#8211; fast nicht mehr) in dieser Epoche gelebt oder gewirkt hat, sein Schaffen jedoch von dieser beeinflusst war.</p>
<p>Brahms wurde zu Lebzeiten h&#228;ufig (aus oben genanntem Grund) als altmodisch kritisiert. Dank seiner Originalit&#228;t sieht man heute in ihm einen romantischen Komponisten, der eine sehr poetische, ausdrucksstarke Musik in alt-&#252;berbrachter Form schrieb. </p>
<p>und b.)<br />
so l&#246;st sich der scheinbare Widerspruch auf.</p>
<p>Ganz herzliche Gr&#252;&#223;e<br />
Ihr<br />
hmw</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Claus van de Vlierd</title>
		<link>http://blog.zvab.com/2008/09/15/das-erbe-der-dekabristen-teil-1/comment-page-1/#comment-11137</link>
		<dc:creator>Claus van de Vlierd</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Sep 2008 15:28:14 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.zvab.com/?p=553#comment-11137</guid>
		<description>Hallo Herr Wietek,

a) inwiefern ist JOHANNES BRAHMS , geb. 1833 (!) ,
   ein Komponist der ROMANTISCHEN Periode , die (s.o.)
   1848 ihr abruptes Ende fand .. ?!?

    Soo 1 Wunderkind war selbst Brahms nicht , als dass
    er als h&#246;chstens 15j&#228;hriger schon h&#228;tte
    Musikepochen pr&#228;gende Werke komponieren k&#246;nnen .. !

b) mit besten Gr&#252;ssen  :

   Claus van delierd</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Herr Wietek,</p>
<p>a) inwiefern ist JOHANNES BRAHMS , geb. 1833 (!) ,<br />
   ein Komponist der ROMANTISCHEN Periode , die (s.o.)<br />
   1848 ihr abruptes Ende fand .. ?!?</p>
<p>    Soo 1 Wunderkind war selbst Brahms nicht , als dass<br />
    er als h&#246;chstens 15j&#228;hriger schon h&#228;tte<br />
    Musikepochen pr&#228;gende Werke komponieren k&#246;nnen .. !</p>
<p>b) mit besten Gr&#252;ssen  :</p>
<p>   Claus van delierd</p>
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