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	<title>Kommentare zu: Der kopflose Ritter der Moderne</title>
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	<link>http://blog.zvab.com/2008/06/09/der-kopflose-ritter-der-moderne/</link>
	<description>das offizielle Blog des ZVAB rund um antiquarische und vergriffene Bücher - Literatur, Kolumnen, Lesetipps und Autoren-Nachrufe.</description>
	<lastBuildDate>Wed, 25 Jan 2012 14:55:55 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Von: Jaromir Konecny</title>
		<link>http://blog.zvab.com/2008/06/09/der-kopflose-ritter-der-moderne/comment-page-1/#comment-10920</link>
		<dc:creator>Jaromir Konecny</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Jun 2008 09:44:00 +0000</pubDate>
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		<description>Hallo Helmut,

uff, jetzt bin ich von den ganzen Touren wieder in M&#252;nchen zur&#252;ck und kann mich auf die Kolumne etwas konzentrieren.

Vielen Dank f&#252;r das anregende Kommentar. Es stimmt sicher, dass nicht alle Menschen etwas mit dem Erz&#228;hlen anfangen k&#246;nnen. Und es gibt sicher auch Schriftsteller und Leser, f&#252;r die das Erz&#228;hlen zwar essentiell ist, doch eben nicht das Exzessive, das Baflerische. Was die Rezeption der Literatur angeht, landet man nach ein paar Allgemeinregeln zwangsl&#228;ufig im Subjektiven. Ist man ein enthusiastischer Dostojewski-Leser, w&#252;rde man das Bafeln wohl eher genie&#223;en als ein Tolstoj-Leser zum Beispiel, man denke nur an Dostojewskis gro&#223;artigen General Iwolgin in seinem Idiot, diesen herrlichen &quot;L&#252;gner&quot;. Dieses Subjektive ist auch eine Grenze f&#252;r alle, welche die Literaturkritik zur Wissenschaft &quot;erheben&quot; wollen. Ein weiterer &quot;Bafler&quot; in der Literatur ist z. B. Jaroslav Hasek. Ein Nichtbafler wohl Thomass Mann. Ich will hier aber nicht das Sakrileg begehen und sagen, Thomas man neigte statt zum Bafeln zum Schwafeln... na, ja... Alfred D&#246;blin soll ja mal &#252;ber Thomas Mann gesagt haben, Thomas Mann sei kein Schriftsteller sondern ein Stilist. So weit will ich nicht kommen, nur sagen d&#252;rfen, Thomas Mann sei sicher ein gro&#223;er Schriftsteller, doch liege er mir nicht - womit wir wieder im Subjektiven gelandet sind.

Wenn ich den Bafler als den Ursprung der Literatur bezeichne, denke ich dabei an einen wild gestikulierenden Menschen am Lagerfeuer, irgendwann in der Steinzeit, dem seine Zuh&#246;rer fasziniert an den Lippen h&#228;ngen, weil er sie in eine andere Wirklichkeit f&#252;hrt - in unsere &quot;literarische&quot; &#220;berwirklichkeit eben, die damals aber noch nicht so hie&#223;. Der Bafler ist immer der begabte Verf&#252;hrer, sonst ist er kein Bafler.

&quot;Der Kopflose&quot; ist f&#252;r meine Geschichte - wie Du sagst (k&#246;nnen wir uns duzen?) - vielleicht nicht essentiell, andereseits ist dieses Versatzst&#252;ck Bafler-Stoff per excellence und verf&#252;hrt nahezu zum &#220;betreiben. Ausserdem liefert der kopflose Motorradfahrer der Mutter des Ich-Erz&#228;hlers eine starke p&#228;dagogische Pointe. Warum hat ihm die Mutter das erz&#228;hlt? Weil sie den Jungen eben mit ihren Bafler-Mitteln vom Motorradfahren abbringen wollte. Was ihr am Ende auch gelungen ist. Weiter ist die Geschichte eine Hommage an Bohumil Hrabal - in Hrabals Geschichten spielt das Motorrad eine &#252;berragende Rolle, und und und... na, dann schie&#223;e ich doch noch eine symbolsprachliche Deutung nach - zum Beispiel der Titel &quot;Der kopflose Ritter der Moderne&quot; weist auf den Kulturbruch bei dem Sprung in unsere sch&#246;ne neue Maschinenwelt und letzten Endes auf den zunehmenden Verlust des Bafelns (Erz&#228;hlens von Mensch zu Mensch) w&#228;hrend der maschinen/medien-bedingten zwischenmenschlichen Entfremdung. Wenn wir das Erz&#228;hlen von mir zu dir und vice versa verlieren, verlieren wir auch &quot;unseren Kopf&quot;! Aber ein Schriftsteller kann sich nachtr&#228;glich tausende Deutungen seines Werks zusammenbasteln, wichtiger ist wohl, was und ob der Leser mehr hineininterpretieren kann, als in den Zeilen steckt, ob der Leser gerade in dieser Geschichte etwas f&#252;r sich findet - seine eigene &quot;biblische&quot; Komponente hinter dem Vordergrund. Tja, jetzt komme ich doch nicht ohne ein zweites Zitat aus: &quot;Sage gro&#223;e Sachen mit einfachen Worten&quot;, sagte Schoppenhauer. Und so liebe ich Erz&#228;hler, die in meinem Kopf mit einfachem Werkzeug neue Welten bauen k&#246;nnen. Wenn ich als Leser mitmache - na, klar!

Liebe Gr&#252;&#223;e

Jaromir</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Helmut,</p>
<p>uff, jetzt bin ich von den ganzen Touren wieder in M&#252;nchen zur&#252;ck und kann mich auf die Kolumne etwas konzentrieren.</p>
<p>Vielen Dank f&#252;r das anregende Kommentar. Es stimmt sicher, dass nicht alle Menschen etwas mit dem Erz&#228;hlen anfangen k&#246;nnen. Und es gibt sicher auch Schriftsteller und Leser, f&#252;r die das Erz&#228;hlen zwar essentiell ist, doch eben nicht das Exzessive, das Baflerische. Was die Rezeption der Literatur angeht, landet man nach ein paar Allgemeinregeln zwangsl&#228;ufig im Subjektiven. Ist man ein enthusiastischer Dostojewski-Leser, w&#252;rde man das Bafeln wohl eher genie&#223;en als ein Tolstoj-Leser zum Beispiel, man denke nur an Dostojewskis gro&#223;artigen General Iwolgin in seinem Idiot, diesen herrlichen &#8220;L&#252;gner&#8221;. Dieses Subjektive ist auch eine Grenze f&#252;r alle, welche die Literaturkritik zur Wissenschaft &#8220;erheben&#8221; wollen. Ein weiterer &#8220;Bafler&#8221; in der Literatur ist z. B. Jaroslav Hasek. Ein Nichtbafler wohl Thomass Mann. Ich will hier aber nicht das Sakrileg begehen und sagen, Thomas man neigte statt zum Bafeln zum Schwafeln&#8230; na, ja&#8230; Alfred D&#246;blin soll ja mal &#252;ber Thomas Mann gesagt haben, Thomas Mann sei kein Schriftsteller sondern ein Stilist. So weit will ich nicht kommen, nur sagen d&#252;rfen, Thomas Mann sei sicher ein gro&#223;er Schriftsteller, doch liege er mir nicht &#8211; womit wir wieder im Subjektiven gelandet sind.</p>
<p>Wenn ich den Bafler als den Ursprung der Literatur bezeichne, denke ich dabei an einen wild gestikulierenden Menschen am Lagerfeuer, irgendwann in der Steinzeit, dem seine Zuh&#246;rer fasziniert an den Lippen h&#228;ngen, weil er sie in eine andere Wirklichkeit f&#252;hrt &#8211; in unsere &#8220;literarische&#8221; &#220;berwirklichkeit eben, die damals aber noch nicht so hie&#223;. Der Bafler ist immer der begabte Verf&#252;hrer, sonst ist er kein Bafler.</p>
<p>&#8220;Der Kopflose&#8221; ist f&#252;r meine Geschichte &#8211; wie Du sagst (k&#246;nnen wir uns duzen?) &#8211; vielleicht nicht essentiell, andereseits ist dieses Versatzst&#252;ck Bafler-Stoff per excellence und verf&#252;hrt nahezu zum &#220;betreiben. Ausserdem liefert der kopflose Motorradfahrer der Mutter des Ich-Erz&#228;hlers eine starke p&#228;dagogische Pointe. Warum hat ihm die Mutter das erz&#228;hlt? Weil sie den Jungen eben mit ihren Bafler-Mitteln vom Motorradfahren abbringen wollte. Was ihr am Ende auch gelungen ist. Weiter ist die Geschichte eine Hommage an Bohumil Hrabal &#8211; in Hrabals Geschichten spielt das Motorrad eine &#252;berragende Rolle, und und und&#8230; na, dann schie&#223;e ich doch noch eine symbolsprachliche Deutung nach &#8211; zum Beispiel der Titel &#8220;Der kopflose Ritter der Moderne&#8221; weist auf den Kulturbruch bei dem Sprung in unsere sch&#246;ne neue Maschinenwelt und letzten Endes auf den zunehmenden Verlust des Bafelns (Erz&#228;hlens von Mensch zu Mensch) w&#228;hrend der maschinen/medien-bedingten zwischenmenschlichen Entfremdung. Wenn wir das Erz&#228;hlen von mir zu dir und vice versa verlieren, verlieren wir auch &#8220;unseren Kopf&#8221;! Aber ein Schriftsteller kann sich nachtr&#228;glich tausende Deutungen seines Werks zusammenbasteln, wichtiger ist wohl, was und ob der Leser mehr hineininterpretieren kann, als in den Zeilen steckt, ob der Leser gerade in dieser Geschichte etwas f&#252;r sich findet &#8211; seine eigene &#8220;biblische&#8221; Komponente hinter dem Vordergrund. Tja, jetzt komme ich doch nicht ohne ein zweites Zitat aus: &#8220;Sage gro&#223;e Sachen mit einfachen Worten&#8221;, sagte Schoppenhauer. Und so liebe ich Erz&#228;hler, die in meinem Kopf mit einfachem Werkzeug neue Welten bauen k&#246;nnen. Wenn ich als Leser mitmache &#8211; na, klar!</p>
<p>Liebe Gr&#252;&#223;e</p>
<p>Jaromir</p>
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	<item>
		<title>Von: Helmut</title>
		<link>http://blog.zvab.com/2008/06/09/der-kopflose-ritter-der-moderne/comment-page-1/#comment-10869</link>
		<dc:creator>Helmut</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Jun 2008 10:10:57 +0000</pubDate>
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		<description>Danke f&#252;r die umf&#228;ngliche Antwort!
Und die enthaltene Differenzierung in &quot;Schafler&quot; und &quot;Bafler&quot;. Dass Geschichten essentiell sind, denke ich auch (obwohl: f&#252;r alle? - Es scheint auch die MAcher zu geben, f&#252;r die Geschichten vielleicht nicht zur conditio sine qua non geh&#246;ren - oder???) - nur schien es mir, dass die Bafler &#220;bertreibungen brauchen respektive pflegen und durchaus auch eher den nervigen Zeitgenossen zugeh&#246;ren. Und braucht man das oder, anders gefragt, welchen Zweck erf&#252;llt das?
Der Bafler als Ursprung der Literatur? Gro&#223;e Worte. Oder um noch eine Kategorie reinzubringen: Ist der Bafler nicht (wenigstens in Teilen) auch ein Schwadroneur? Und gibt es nicht Teile der Literatur und Poesie, die damit wenig zu tun haben? 
Der Mythos des Kopflosen: Eine spannende Figur - aber vielleicht mehr symbolsprachlich zu deuten, was f&#252;r die vorliegende Geschichte doch nicht die prim&#228;re Rolle spielt? Da ist es doch mehr ein kleines Ekel- oder Horror- oder, modern gesprochen, Splatter-Element, oder?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Danke f&#252;r die umf&#228;ngliche Antwort!<br />
Und die enthaltene Differenzierung in &#8220;Schafler&#8221; und &#8220;Bafler&#8221;. Dass Geschichten essentiell sind, denke ich auch (obwohl: f&#252;r alle? &#8211; Es scheint auch die MAcher zu geben, f&#252;r die Geschichten vielleicht nicht zur conditio sine qua non geh&#246;ren &#8211; oder???) &#8211; nur schien es mir, dass die Bafler &#220;bertreibungen brauchen respektive pflegen und durchaus auch eher den nervigen Zeitgenossen zugeh&#246;ren. Und braucht man das oder, anders gefragt, welchen Zweck erf&#252;llt das?<br />
Der Bafler als Ursprung der Literatur? Gro&#223;e Worte. Oder um noch eine Kategorie reinzubringen: Ist der Bafler nicht (wenigstens in Teilen) auch ein Schwadroneur? Und gibt es nicht Teile der Literatur und Poesie, die damit wenig zu tun haben?<br />
Der Mythos des Kopflosen: Eine spannende Figur &#8211; aber vielleicht mehr symbolsprachlich zu deuten, was f&#252;r die vorliegende Geschichte doch nicht die prim&#228;re Rolle spielt? Da ist es doch mehr ein kleines Ekel- oder Horror- oder, modern gesprochen, Splatter-Element, oder?</p>
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		<title>Von: Jaromir Konecny</title>
		<link>http://blog.zvab.com/2008/06/09/der-kopflose-ritter-der-moderne/comment-page-1/#comment-10868</link>
		<dc:creator>Jaromir Konecny</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Jun 2008 07:13:43 +0000</pubDate>
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		<description>Liebe Blogleser,

der zweite Teil dieser &quot;Bafler&quot;-Geschichte wurde &#252;brigens bei meinem Auftritt im Café Atlantik w&#228;hrend der 4. Tschechischen Kulturtage der Br&#252;cke/Most-Stiftung in Freiburg aufgezeichnet. Hier die Adresse, falls Ihr mich Euch noch &quot;live&quot; antun wollt:

http://www.zaplive.tv/web/producer/tschechische-kulturtage-tv?streamId=tschechische-kulturtage-tv%2Fd8493cef-f4f7-4a21-8ee6-a15156df9dc6

Danke und liebe Gr&#252;&#223;e

Jaromir</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Blogleser,</p>
<p>der zweite Teil dieser &#8220;Bafler&#8221;-Geschichte wurde &#252;brigens bei meinem Auftritt im Café Atlantik w&#228;hrend der 4. Tschechischen Kulturtage der Br&#252;cke/Most-Stiftung in Freiburg aufgezeichnet. Hier die Adresse, falls Ihr mich Euch noch &#8220;live&#8221; antun wollt:</p>
<p><a href="http://www.zaplive.tv/web/producer/tschechische-kulturtage-tv?streamId=tschechische-kulturtage-tv%2Fd8493cef-f4f7-4a21-8ee6-a15156df9dc6" rel="nofollow">http://www.zaplive.tv/web/producer/tschechische-kulturtage-tv?streamId=tschechische-kulturtage-tv%2Fd8493cef-f4f7-4a21-8ee6-a15156df9dc6</a></p>
<p>Danke und liebe Gr&#252;&#223;e</p>
<p>Jaromir</p>
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		<title>Von: Jaromir Konecny</title>
		<link>http://blog.zvab.com/2008/06/09/der-kopflose-ritter-der-moderne/comment-page-1/#comment-10861</link>
		<dc:creator>Jaromir Konecny</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Jun 2008 08:45:07 +0000</pubDate>
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		<description>Hallo Helmut,

danke! In der Geschichte ist das Bafeln zwischen Frau und Mann gerecht aufgeteilt. Zuerst bafelt die Mutter des Ich-Erz&#228;hlers, am Ende der Story sollte sich aber der Ich-Erz&#228;hler (Mann) selbst als der eigentliche Bafler herausstellen. Die Bafler des Bohumil Hrabal sind oft M&#228;nner, aber auch Frauen, einmal bafelt bei Hrabal eine ganze Familie. Eine geniale Baflergeschichte von Hrabal, ein einziger Rederausch auf 100 Seiten ausgebreitet, ist &quot;Tanzstunden f&#252;r Erwachsene und Fortgeschrittene&quot;. &quot;Allzu laute Einsamkeit&quot; von Hrabal kann ich auch w&#228;rmstens empfehlen. 

Meiner Meinung nach sind Geschichten f&#252;r den Menschen &quot;essentiell&quot;. Wenn man Geschichten und das Erz&#228;hlen mag, kann man wohl einem begabten Bafler nicht widerstehen, man muss ihm zuh&#246;ren - und das stundenlang. Die Prachtfeder des Baflers ist ja seine Story und seine Art zu erz&#228;hlen. Klar gibt&#039;s Leute, die einen durch ihr Geschwafel ma&#223;los langweilen. Das sind aber keine Bafler sondern Schwafler. Der Bafler schreit grandiose Geschichten in die Welt hinaus, der Schwafler erz&#228;hlt stundenlang, wie der Typ da ist und die Frau dort, und was das kostet und was das andere, und wo&#039;s ihm wehtut, und wo was billig zu bekommen ist und so weiter und so fort (die &quot;gebildeten&quot; Schwafler zitieren gerne). Der Schwafler produziert redundante Information, der Bafler sch&#246;pft beim Reden Kunstwerke. Der Bafler ist - meiner Meinung nach - der Ursprung der Literatur. Aber ich gebe zu - es gibt eine Menge Leute auf der Welt, die f&#252;r Literatur und Poesie nichts &#252;brig haben.

Der kopflose Mensch (eventuell mit dem Kopf unter dem Arm auf dem Pferd reitend - deswegen das Motorrad bei mir) ist ein Mythos, der sich durch die Menschheitsgeschichte zieht. Die kopflosen Ritter der M&#228;rchen sind ja hinreichend bekannt. Sogar bei Harry Potter gibt&#039;s den kopflosen Nick (wenn ich mich in dem Namen nicht irre).

Liebe Gr&#252;&#223;e

Jaromir</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Helmut,</p>
<p>danke! In der Geschichte ist das Bafeln zwischen Frau und Mann gerecht aufgeteilt. Zuerst bafelt die Mutter des Ich-Erz&#228;hlers, am Ende der Story sollte sich aber der Ich-Erz&#228;hler (Mann) selbst als der eigentliche Bafler herausstellen. Die Bafler des Bohumil Hrabal sind oft M&#228;nner, aber auch Frauen, einmal bafelt bei Hrabal eine ganze Familie. Eine geniale Baflergeschichte von Hrabal, ein einziger Rederausch auf 100 Seiten ausgebreitet, ist &#8220;Tanzstunden f&#252;r Erwachsene und Fortgeschrittene&#8221;. &#8220;Allzu laute Einsamkeit&#8221; von Hrabal kann ich auch w&#228;rmstens empfehlen. </p>
<p>Meiner Meinung nach sind Geschichten f&#252;r den Menschen &#8220;essentiell&#8221;. Wenn man Geschichten und das Erz&#228;hlen mag, kann man wohl einem begabten Bafler nicht widerstehen, man muss ihm zuh&#246;ren &#8211; und das stundenlang. Die Prachtfeder des Baflers ist ja seine Story und seine Art zu erz&#228;hlen. Klar gibt&#8217;s Leute, die einen durch ihr Geschwafel ma&#223;los langweilen. Das sind aber keine Bafler sondern Schwafler. Der Bafler schreit grandiose Geschichten in die Welt hinaus, der Schwafler erz&#228;hlt stundenlang, wie der Typ da ist und die Frau dort, und was das kostet und was das andere, und wo&#8217;s ihm wehtut, und wo was billig zu bekommen ist und so weiter und so fort (die &#8220;gebildeten&#8221; Schwafler zitieren gerne). Der Schwafler produziert redundante Information, der Bafler sch&#246;pft beim Reden Kunstwerke. Der Bafler ist &#8211; meiner Meinung nach &#8211; der Ursprung der Literatur. Aber ich gebe zu &#8211; es gibt eine Menge Leute auf der Welt, die f&#252;r Literatur und Poesie nichts &#252;brig haben.</p>
<p>Der kopflose Mensch (eventuell mit dem Kopf unter dem Arm auf dem Pferd reitend &#8211; deswegen das Motorrad bei mir) ist ein Mythos, der sich durch die Menschheitsgeschichte zieht. Die kopflosen Ritter der M&#228;rchen sind ja hinreichend bekannt. Sogar bei Harry Potter gibt&#8217;s den kopflosen Nick (wenn ich mich in dem Namen nicht irre).</p>
<p>Liebe Gr&#252;&#223;e</p>
<p>Jaromir</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Helmut</title>
		<link>http://blog.zvab.com/2008/06/09/der-kopflose-ritter-der-moderne/comment-page-1/#comment-10860</link>
		<dc:creator>Helmut</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Jun 2008 11:18:36 +0000</pubDate>
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		<description>Eine nette Baflerei - nur etwas merkw&#252;rdig, dass hier der Mann, nicht die Frau der redes&#252;chtige ist - ich erlebe das in der Regel anders?!
Und ob Selbstverkauf durch Geschwafel eine gute Idee ist? - Man kann das mal kurz ertragen, aber dass das auf Dauer nervt, scheint unausweichlich.
Ist dieses Gebafel nicht eine Art der Verrichtung der Notdurft? - Und macht man damit das Gegen&#252;ber nicht zu einem Gef&#228;&#223; derselben - was diesem naturgem&#228;&#223; wenig Spa&#223; bereiten d&#252;rfte?
Die K&#246;pfung in &#228;hnlicher Art gibt es etwa auch in dem Film &quot;Der Exorzist&quot;, dort allerdings, wenn ich mich recht erinnere, mittels einer Glasscheibe.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Eine nette Baflerei &#8211; nur etwas merkw&#252;rdig, dass hier der Mann, nicht die Frau der redes&#252;chtige ist &#8211; ich erlebe das in der Regel anders?!<br />
Und ob Selbstverkauf durch Geschwafel eine gute Idee ist? &#8211; Man kann das mal kurz ertragen, aber dass das auf Dauer nervt, scheint unausweichlich.<br />
Ist dieses Gebafel nicht eine Art der Verrichtung der Notdurft? &#8211; Und macht man damit das Gegen&#252;ber nicht zu einem Gef&#228;&#223; derselben &#8211; was diesem naturgem&#228;&#223; wenig Spa&#223; bereiten d&#252;rfte?<br />
Die K&#246;pfung in &#228;hnlicher Art gibt es etwa auch in dem Film &#8220;Der Exorzist&#8221;, dort allerdings, wenn ich mich recht erinnere, mittels einer Glasscheibe.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Jaromir Konecny</title>
		<link>http://blog.zvab.com/2008/06/09/der-kopflose-ritter-der-moderne/comment-page-1/#comment-10857</link>
		<dc:creator>Jaromir Konecny</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Jun 2008 11:40:27 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.zvab.com/?p=312#comment-10857</guid>
		<description>Lieber Uwe,

ein rasender Motorradfahrer ohne Kopf geh&#246;rt wohl zu den Mythen der modernen Gesellschaft, ich habe von ihm zum ersten Mal mit 15 in der sozialistischen Tschechoslowakei geh&#246;rt, also vor 36 Jahren. Deswegen auch der Titel meiner Story: &quot;Der kopflose Ritter der Moderne&quot;. (&#220;brigens ist auch die Anekdote mit den vollgekotzten Gulaschtellern eine solche &quot;Kneipenlegende&quot;.) Beim Bafeln erz&#228;hlen Bafler nun mal Geschichten, die sie in der Kneipe, in der U-Bahn usw. aufgeschnappt haben. Bohumil Hrabals B&#252;cher zum Beispiel sind voll von solchen &quot;urban legends&quot;, Hrabal hat sich ja selbst nicht als Schriftsteller bezeichnet, sondern als Aufschreiber vom Gesehenen und Geh&#246;rten. Womit er selbstverst&#228;ndlich ma&#223;los untertrieb. Es kommt ja in der Literatur nicht so auf einzelne Anekdoten an wie im Kabarett, in der Literatur geht&#039;s um den gesamten Kontext - wie der Dichter das Geh&#246;rte und Gesehene und Erlebte nun mal zusammen bringt und &quot;verdichtet&quot;. Das hat Hrabal sehr gekonnt gemacht. Und mit viel Poesie!

Liebe Gr&#252;&#223;e

Jaromir</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Uwe,</p>
<p>ein rasender Motorradfahrer ohne Kopf geh&#246;rt wohl zu den Mythen der modernen Gesellschaft, ich habe von ihm zum ersten Mal mit 15 in der sozialistischen Tschechoslowakei geh&#246;rt, also vor 36 Jahren. Deswegen auch der Titel meiner Story: &#8220;Der kopflose Ritter der Moderne&#8221;. (&#220;brigens ist auch die Anekdote mit den vollgekotzten Gulaschtellern eine solche &#8220;Kneipenlegende&#8221;.) Beim Bafeln erz&#228;hlen Bafler nun mal Geschichten, die sie in der Kneipe, in der U-Bahn usw. aufgeschnappt haben. Bohumil Hrabals B&#252;cher zum Beispiel sind voll von solchen &#8220;urban legends&#8221;, Hrabal hat sich ja selbst nicht als Schriftsteller bezeichnet, sondern als Aufschreiber vom Gesehenen und Geh&#246;rten. Womit er selbstverst&#228;ndlich ma&#223;los untertrieb. Es kommt ja in der Literatur nicht so auf einzelne Anekdoten an wie im Kabarett, in der Literatur geht&#8217;s um den gesamten Kontext &#8211; wie der Dichter das Geh&#246;rte und Gesehene und Erlebte nun mal zusammen bringt und &#8220;verdichtet&#8221;. Das hat Hrabal sehr gekonnt gemacht. Und mit viel Poesie!</p>
<p>Liebe Gr&#252;&#223;e</p>
<p>Jaromir</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Uwe Gaitzsch</title>
		<link>http://blog.zvab.com/2008/06/09/der-kopflose-ritter-der-moderne/comment-page-1/#comment-10856</link>
		<dc:creator>Uwe Gaitzsch</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Jun 2008 11:15:50 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.zvab.com/?p=312#comment-10856</guid>
		<description>Die Geschichte kommt mir irgendwie bekannt vor. Ist das nicht eins von diesen Ger&#252;chten, die alle zehn Jahre mal wieder durch die U-Bahn geistern. Urban Legends?

Trotzdem schade f&#252;r den Motorradfahrer. Hie&#223; bestimmt St&#246;rtebeker.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Geschichte kommt mir irgendwie bekannt vor. Ist das nicht eins von diesen Ger&#252;chten, die alle zehn Jahre mal wieder durch die U-Bahn geistern. Urban Legends?</p>
<p>Trotzdem schade f&#252;r den Motorradfahrer. Hie&#223; bestimmt St&#246;rtebeker.</p>
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