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Die letzten Riesen

von lesartige
Was Jugendliche über das Buch denken:

Leseeindrücke von Vincent Viebig
(11 Jahre)

„Es geschah während eines Spaziergangs über das Hafengelände. Als ich jenen Gegenstand kaufte, der mein Leben verändern sollte – einen riesengroßen Zahn.“ So beginnt das Buch von François Place, dass wie der Name schon sagt, von Riesen handelt. Es handelt von dem englischen Forscher Archibald Leopold Ruthmore, der sich im Jahre 1850 auf die Suche nach dem Ursprung des Zahns macht. Und dabei im Inneren Asiens die angeblich letzten Riesen dieser Welt entdeckt.

Einmal angefangen, konnte ich dieses Buch nicht mehr weglegen. Ich musste es in einem Rutsch durchlesen. Die Reise des Forsches hat mich gefesselt, da sie sehr, sehr spannend erzählt wird und mich mitgerissen hat. Die Geschichte ist in der Ich-Form geschrieben, der Forscher Archibald Leopold Ruthmore erzählt. Er geht ins Detail, ohne dabei langweilig zu sein. Zum Beispiel berichtet er, wie er sich fühlte, als die Männer seiner Expedition massakriert werden. Ohne viele Worte zu verlieren oder langatmig zu sein. Und doch so, dass ich es mir beim Lesen genau vorstellen konnte. Das hat mir besonders gut gefallen.

Eine Art Nachwort stammt vom allwissenden Erzähler. Hier erfährt der Leser, was aus Ruthmore nach seiner abenteuerlichen Reise zu den Riesen wird. Das Buch endet so, wie es beginnt, nämlich mit dem Zahn. Dort heißt es: „Aber niemals erzählte er ihnen von jenem seltsamen Gegenstand, der in der Tiefe seines Seemannskoffers ruhte – dem Zahn eines Riesen.“ Außerdem hat das Buch viele anschauliche Illustrationen, die vor allem die Riesen zeigen. Mir war der Text aber wichtiger als die Bilder. Obwohl sie mir gefallen haben, hat mich vor allem die Geschichte fasziniert. Dieses Buch ist meiner Meinung nach für 8-13 jährige Jungen und Mädchen geeignet, die wie ich, Abenteuergeschichten lieben.

 

Was Erwachsene über das Buch denken:

Das ist der ergreifende Bericht des englischen Forschers Archibald Leopold Ruthmore über seine aufsehenerregende und verhängnisvolle Reise im Jahre 1850, bei der er im Innern Asiens die letzten Riesen dieser Welt entdeckte. Anlass der Reise war ein Zahn, genauer gesagt, ein Riesen-Backenzahn, mit seltsamen Gravuren. Und so begab sich Ruthmore auf die Suche nach Wesen, die im Besitz solch riesiger Zähne sein könnten. Nach vielen Abenteuern und überstandenen Gefahren fand er sie endlich: die letzten Riesen. Das Buch erinnert an die Reiseerlebnisse des Swift´schen Gulliver.

Es erzählt auf poetische Weise, wie der englische Forscher das wundersame Volk der Riesen kennen und lieben lernt. Doch die Geschichte endet tragisch: nach dem Erscheinen von Ruthmores Aufzeichnungen und Skizzen in einem neunbändigen Riesenalmanach kann offensichtlich kein Mensch dieser Erde mehr leben, ohne die Riesen besichtigt zu haben. Den Ansturm der neugierigen Menge überleben die Riesen nicht. Auch die 37 aquarellierten Federzeichnungen, alle im gleichen Format, erzählen von Entdeckung und Vernichtung.

Im Gegensatz zu Ruthmores Perspektive nehmen sie jedoch die Sicht der Riesen auf die Welt ein: alle Menschen sind winzig klein gezeichnet, Details erkennt der Betrachter fast nur mit der Lupe. Die Farben sind in gedeckten Tönen gehalten, der Stimmung des Themas angemessen.

Tina Kemnitz (Quelle: Der Rote Elefant, Nr. 15, Berlin 1997)

Autor: Francois Place
Ill. v. Autor
Aus d. Franz. v. Marie Luise Knott
C. Bertelsmann Verl., München 1996, 78 S., ab 10 J.

16. April 2008

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1 Kommentar

  1. Jules schrieb am April 20, 2009:

    Dieses Buch ist eines der schönsten Bücher die es gibt. Nicht nur vom Text her, sondern auch von den Bildern!
    Es ist für jeden der solche wunderschönen Erzählungen mag geeignet, egal welches Alter!


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