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Karin, das Beutetier und das Wesen des Kapitalismus

von konecny

“Kannst du mir lange Unterhosen kaufen?”, fragte ich Karin im Winter.
“Kauf sie dir doch selbst!”, sagte Karin. Verdammt! Wenn deine Frau keine langen Unterhosen mehr für dich kaufen will, hat sie den letzten Rest Achtung vor dir verloren. Nach Jahren der Behäbigkeit musste ich mich wieder in den Dschungel des Unterhosenkleinhandels stürzen. Das wollte ich schon immer vermeiden. Und jetzt mit fünfzig erst recht. Lange Unterhosen tragen doch nur Rentner! Wenn du dir solche Opa-Unterwäsche kaufen willst, grinsen die jungen Verkäuferinnen nur. Zum Glück war die Anschaffung langer Unterhosen von meiner Mutter an Karin übergegangen. Die zehn Jahre zwischen Mutter und Karin hab ich nur gesoffen, da war mir warm genug. Doch jetzt wollte Karin anscheinend wieder mal meine Fähigkeiten und somit unsere Ehe testen.

“Haben Sie lange Unterhosen?”, flüsterte ich in der Herrenwäscheabteilung des Kaufhof einer bildhübschen Verkäuferin zu.

“Was wollen Sie?”, brüllte die Tante. “Lange Unterhosen?” Etwa zehn weibliche Kunden an der Kasse drehten sich zu uns. All die Weiber hielten Männerwäsche in der Hand und protzten somit demonstrativ mit ihrem Eheglück.

“Lange Unterhose!”, sagte ich leise. “Aber schwarz, damit ich nicht wie mein Opa ausschaue.”

“Schwarze Unterhosen habe ich nicht!”, brüllte sie wieder. “Nur weiße Unterhosen! Sehr schick!” Sie hielt mir eine weiße Feinripp-Unterhose entgegen, die vielleicht im Dritten Reich “schick” gewesen war. “Die ist von Schiesser!”, sagte sie. “Super Qualität! Die tragen Sie noch im Grab! Hi, hi, hi!” Sie reichte mir die Packung mit meiner Größe. Boah! Achtundzwanzig Euro? Lang, weiß und Feinripp! Hammer Abtörner! Wenn dich eine Frau in dieser Unterhose erblickt, bekommt sie sofort Angst, dass du ihr im Bett abkratzt. Ein echtes Ausstattungsstück für frigide Ehen! Aber die Verkäuferin hatte sich echt viel Mühe gegeben, mit mir so viel von ihrer kostbaren Zeit vertrödelt… ich zahlte und trottete nach Hause.

“Schau!”, sagte ich zu Karin. “Diese Unterhose ist von Schiesser! Die werd ich noch im Grab tragen!”

“Du wolltest doch eine schwarze kaufen!”, sagte Karin und zog die Unterhose aus der Packung. “Weiß und Feinripp? Hast du die bei der Caritas bekommen? Hehehe!” Sie breitete die Hose aus. “Und was ist das?” Die Hose war mit Blut befleckt, als hätte ich darin Ochsen geschlachtet. “Die musst du zurückgeben!”, sagte sie.

“Das kann man doch waschen”, sagte ich. “Was soll ich der Verkäuferin im Kaufhof sagen? Dass sie mir blutige Unterhose verkauft hat? Sie ist sowieso taub!”

“Du bist ein echtes Beutetier!”, sagte Karin.

Das stimmte leider irgendwie. Das Aufwachsen im Sozialismus hatte mich zur leichten Beute für jeden Kapitalisten gemacht. Im Sozialismus musstest du halt nehmen, was es gab, das Maul halten und dankbar sein. Dieses Verhalten ist im Kapitalismus tödlich! In einem Geschäft ziehe ich sofort die Blicke aller Verkäufer auf mich. Mir kann man jeden Scheißdreck andrehen, ich bringe nie was zurück. Will doch keinen beleidigen!

Um Karin wieder milde zu stimmen, hatte ich ihr fünf Packungen Philadelphia gekauft. Die Doppelrahmstufe von Philadelphia ist Karins Lieblingsspeise! Leider hatte ich aus Versehen die entrahmte Variante “So leicht” mit 5 % Fett erwischt. Hatte gar nicht gewusst, dass man den Käse noch schwuler machen konnte, als er schon war. So hatte ich’s in unserer Kiste definitiv verschissen. Karin stellte endgültig fest, dass sie einen Versager und ein Beutetier geheiratet hatte. Was nun?

Einige Wochen später fuhr mich Professor Geishauser nach Prag – zur Taufe meines ersten in meiner alten Heimat Tschechien erschienenen Buches. Sogar das tschechische Fernsehen wartete dort auf mich. Leider waren auf der Autobahn hinter Pilsen zwei Lastwagen zusammengestoßen. Wie es mein Karma so wollte, landeten wir gerade in dem fünf Kilometer langen Autobahnstück, das von der Feuerwehr gesperrt wurde. Nach etwa zwei Stunden im Stau sah ich meinen Auftritt in Prag arg gefährdet. Die Rückkehr des verlorenen Sohnes würde nicht stattfinden! Blöd! Jetzt würde ich sogar in der Tschechei meinen Durchbruch verpassen!

Plötzlich scherten die vor uns wartenden Autos zur Seite aus und machten in der Mitte eine Gasse für einen Abschleppwagen frei, der von hinten anrückte. “Dem fahren wir nach!”, sagte Professor Geishauser, hängte sich an den Abschleppwagen und flitzte zwischen den stehenden Autos nach vorne.

“Stopp!”, kreischte ich. “Das darf man nicht!” Doch Professor Geishauser lächelte nur vor sich hin und bretterte weiter hinter dem Abschleppwagen her. Lastwagenfahrer groß und fett wie Gorillas drohten uns mit Fäusten und hauten uns Beschimpfungen gegen die Windschutzscheibe.

“Wenn dir jemand droht, musst du ihm freundlich zuwinken!”, sagte Professor Geishauser, steuerte mit der Linken das Lenkrad und winkte mit der Rechten freundlich den wütenden Lastwagenfahrern zu.

“Bitte, halt an!”, kreischte ich, doch der Professor hatte sich wohl entschlossen, das Ding allein durchzuziehen und beachtete mich nicht mehr. So schafften wir’s bis an die Spitze, bis zu der Unfallstelle: Zwei Lastwagen hatten sich dort ineinander verkeilt. Überall Polizei, Krankenwagen, Feuerwehr, doch keine Sau kümmerte sich drum, den Weg frei zu räumen. “Vorbei der Ruhm!”, sagte ich. “In zwei Stunden beginnt die Buchtaufe. Das Fernsehen und die Zeitungsfritzen warten wohl nicht den ganzen Tag auf mich. Was machen wir jetzt, verdammt?”

“Wir fahren zurück!”, sagte Professor Geishauser.

“Waas?”

“Na, wir drehen jetzt um und nehmen denselben Weg zurück, auf dem wir hergekommen sind. An der ersten Ausfahrt fahren wir dann raus.”

“Das sind aber fünf Kilometer Geisterfahrt zwischen wütenden Lastwagenfahrern!”, sagte ich.

“Du musst ihnen freundlich zuwinken!”, sagte Professor Geishauser.

“An der Sperre steht sicher die Polizei!” Aber da bretterte er schon unbeeindruckt zwischen den stehenden Autos zurück. Ich schrie, ich kreischte, ich brüllte, ich bettelte: “Halt an, Thomas, bitte, halt an!” Doch Professor Geishauser fuhr weiter. Die Lastwagenfahrer, die neben ihren Lastern standen, glotzten uns zuerst ungläubig entgegen und dann brüllten sie und drohten und trommelten sich in die Stirn. Mann! Die hätten uns echt gelyncht, wenn wir nicht so schnell gewesen wären. Der einzige Coole auf der Autobahn war wohl der Geisterfahrer Geishauser. Würden wir an der Autobahnsperre im Knast landen? Doch als wir an dieser anlangten, gab’s dort keine Polizei. Ein Straßenarbeiter schob einen rotweiß gestreiften Plastikkegel zur Seite und winkte uns hinaus, auf die Ausfahrt. So hat Professor Geishauser meine Karriere in der Tschechei gerettet. “Danke! Mann!”, sagte ich nach der Geistertour.

“Ich bin halt manchmal ein Raubtier”, sagte er und lächelte mich an.

Und da wurde mir plötzlich alles klar! Karin kam aus Niederbayern. Genauso wie Professor Geishauser! Auch ich musste ein Raubtier werden! Damit Karin vor mir wieder etwas Achtung bekommt. Und los ging’s mit dem Autogenen Training: “Ich bin ein Raubtier, ich bin ein Raubtier!..”, murmelte ich zwei Tage lang vor mich hin, bis Karin und die Jungs besorgte Blicke tauschten. Egal! Ich war ein Raubtier und damit basta! Schon am zweiten Tag sprühte ich vor lauter Testosteron. Am Abend machte ich dreißig Liegestütze, schmiss die Familie aus dem Wohnzimmer, köpfte ein Pilsner Urquell und glotzte Fußball.

Gleich in der Früh wollte Karin den Kindern im Kaufhof Sportschuhe kaufen. “Komm kurz mit!”, sagte ich ihr in der Herrenwäscheabteilung. Meine Verkäuferin, die mir die blutige Unterhose angedreht hatte, bediente an der Kasse. Fünf Frauen mit Männerunterwäsche in der Hand standen dort an. Ich schob die Weiber beiseite.

“Was machst du da?”, fragte Karin und wollte mich wegzerren. Ich holte die blutige Unterhose aus dem Rucksack und breitete sie auf der Kauftheke aus. “Geben Sie mir eine saubere Unterhose!”, brüllte ich. “Aber dalli! Und schwarz!” Ich fühlte mich wie ein Säbelzahntiger, wie Tyranosaurus Rex, wie Arnie Schwarzenegger. Da glotzt ihr was! Alle Frauen an der Kasse betrachteten mich mit Ehrfurcht. Nur Karin drehte sich um und rannte davon. Um meiner Forderung noch mehr Gewicht zu verleihen, fügte ich hinzu: “Rücken Sie sofort die Hose raus, sonst hole ich Professor Geishauser!” Zu meinem Erstaunen bekam ich eine neue Unterhose – und sogar in Schwarz! Echt nett die Verkäuferin im Kaufhof! War gar nicht sauer, dass ich die blutige Unterhose zurückgebracht hatte. Dagegen war Karin sauer. Und das ziemlich! “Du wolltest doch ein Raubtier haben!”, sagte ich zu ihr am Abend in der Küche.

“Das schon”, sagte sie. “Aber ein Höfliches!” Und da hatte ich endlich das Wesen des Kapitalismus begriffen. Deswegen also hatte Professor Geishauser gewollt, dass ich den wütenden Lastwagenfahrern freundlich zuwinkte. Das höfliche Raubtiersein – Kapitalismus eben! Ich versprach Karin, mich zu bessern.

28. March 2008

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23 Kommentare

  1. Uwe Gaitzsch schrieb am March 28, 2008:

    rooaaaaaarrr! *freundlich wink*

    Aber mal ehrlich, jetzt kommt doch bald der Klimawandel, da hat es sich mit den langen Unterhosen sowieso erledigt.

  2. Jaromir Konecny schrieb am March 28, 2008:

    Das stimmt leider mit dem Klimawandel, Uwe. Die globale Erwärmung macht wohl auch Schiesser Feinripp überflüssig. Keine erfreuliche Aussicht für einen tradionsbewussten Menschen! Wo würde uns nur unsere Kultur hinführen, wenn mal die Hüllen fallen? Brechen mit der globalen Erwärmung auch unsere keuschen Religionen zusammen?

    Liebe Grüße aus München

    Jaromir

  3. Jaromir Konecny schrieb am March 30, 2008:

    Vielen Dank, Helga! Boah! Dass ich jetzt sogar nach Schottland Grüße schicken darf! Was hat Dich in dieses wunderschöne Land der Burgen und grünen Hügel verschlagen? Wir haben hier in München heute auf jeden Fall den ersten Frühlingstag, der sich ausgesprochen global erwärmt gibt! Was mir – das gebe ich schamhaft zu – sogar Freude bereitet. Was die warmen Unterhosen aber angeht, hast Du selbstverständlich recht: Die überleben in fernen, kalten Gegenden und sterben wohl als Art nie aus.

    Liebe Grüße nach Schottland

    Jaromir

  4. Helga schrieb am March 30, 2008:

    Hi Jaromir, vielen Dank für Deine Antwort. Was mich nach Schottland verschlagen hat, ist leicht zu beantworten. Zuerst Ehe für 33 Jahre in London. Als Witwe liegen mir das herrliche Hochland und auch die Leute dieser Gegend mehr als die unpersönlichen Londoner.
    Ursprünglich komme ich aus Berlin. In 1954 war ich auch mal in München. Das war auf einer Schulreise kurz vor dem Abitur nach Bayern und Österreich.
    Viele Grüße aus dem hohen Norden,
    Helga

  5. Jaromir Konecny schrieb am March 31, 2008:

    Liebe Helga,

    zuerst muss ich mich für das Duzen entschuldigen. Ich nehme im Netz schon sehr unbedarft an, dass ich hier mit meinen 51 der Älteste bin – man sollte eben abwarten, bis die Dame das Duzen anbietet. Schottland ist sicher ein Zauberland. München liebe ich eigentlich, nur gebe ich zu, dass es mich jetzt auch langsam aufs Land zieht. Da legen in einem wohl die Erinnerungstrupps der Kindheitserlebnisse ihre Fallen – wenn man in einem uralten aber winzigen Städtchen in Mähren aufgewachsen ist, mit alten Burgen, Urmenschen-Höllen und Bergen und Wäldern umgeben.

    Liebe Grüße aus dem sonnigen München

    Jaromir

  6. Helga schrieb am March 31, 2008:

    Lieber Jaromir, keine Entschuldigung notwendig. Da im englischen nur das ‘you’ angewandt wird, ist mir das ‘Du’ in manchem Sinne viel familiärer. Und was das Alter anbetrifft, da bin ich Dir schon fast 21 Jahre voraus. Meine älteste Tochter ist 50. Aber nach 25 habe ich aufgegeben, nach Altersunterschieden zu urteilen.
    Das schottische Hochland ist herrlich, nur hat das Wetter oft einen Fimmel, wie der Berliner sagt, und so gibt es uns alle vier Jahreszeiten in einem Tag. Letztes Jahr kam der letzte Schnee im Juni. Aber auch das hat seinen eigenen Reiz. Berge mit Schneekuppen und dann Sonnenschein darauf.
    London war gut für Arbeit und die Schulen, aber ansonsten ist es mehr wie ein Menschenauflauf. Großstadtleben sagte mir noch nie zu.
    Danke für Deinen ‘sonnigen’ Gruß, jetzt scheint die Sonne hier auch.

    Liebe Grüße aus Schottland,
    Helga

  7. Uwe Gaitzsch schrieb am April 1, 2008:

    zum 2. Kommentar.

    Das wäre noch was. Der Papst spendet seinen Segen in Badehose und Duschhaube (Kopfbedeckung muss schon sein). Oder wie heißt der Hut, den er sonst aufhat? Sähe sicher auch hübsch aus zur Badehose.

  8. Jaromir Konecny schrieb am April 3, 2008:

    Liebe Helga,

    zumindest ist Deine Tochter ein Jahr jünger als ich. Als Kind habe ich das Leben auf dem Lande genossen, das hat sich dann mit fünfzehn – wohl durch den Testosteronschub verursacht – ziemlich geändert. Mit fünfzehn wollte ich nur weg aus der Kleinstadt. Als Jugendlicher in einer Kleinstadt hast du das Gefühl, dass dich alle beobachten und dir alle reinreden wollen, wie du leben solltest. Jetzt brauche ich die Anonymität der Großstadt aber nicht mehr. Es zieht mich wieder zurück, in eine Kleinstadt mit viel Wald und Fluss und viel Geschichte und mit Leuten, die sich grüßen, wenn sie sich treffen, und sollte es auch zwanzigmal am Tag sein.

    Liebe Grüße

    Jaromir

  9. Jaromir Konecny schrieb am April 3, 2008:

    Lieber Uwe,

    die Bischofsmütze heißt Mitra. Ob die Papstmütze aber auch so heißt, weiß ich nicht. Wohl schon. Du hast auf jeden Fall recht, die Mütze muss sein… ach, ist das nicht schön! Die “Männliche Komödie”! Das “Theater der Eitelkeiten”! Sind die prachtvollen Hüllen der Würdenträger nicht ihre Pfauenfeder? Mit seinem “Balzverhalten” hört der Mann wohl nicht mal in der Rente auf, mit der Demonstration seiner Macht, seines Überlebenswertes. Daran muss ich immer denken, wenn ich mir Gel ins Haar schmiere.

    Liebe Grüße

    Jaromir

  10. aD! schrieb am April 3, 2008:

    grüezi jaromir

    das foto hat bei mir starke assoziationen zu einem burkini (ganzkörperschwimmanzug – vorwiegend für muslimische frauen) hervorgerufen. in diesem sinn bezweifle ich auch, dass der klimawandel die ‘liebestöter’ (nennt ihr die opa-unterwäsche auch so?) ausrotten wird. im gegenteil, es wird ja immer wichtiger die haut vor der uv-strahlung zu schützen. ich kann dir übrigens die modelle von calida empfehlen, das ist die schweizer konkurrenz von schiesser.

    in der geschichte erkenne ich mich wieder. ich gehöre wohl auch zu den beutetieren. aber wehe wenn mich so ein raubtier in die ecke drängt. dann kann ich durchaus zur bestie werden…

    gruss aus luzern!

    aD!

  11. Jaromir Konecny schrieb am April 9, 2008:

    Guten Morgen aD!,

    “burkini” finde ich sehr schön. Was man alles nicht kennt! “Liebestöter” kenne ich – das Wort war ja auch die Inspiration für einige Sachen in der Geschichte.

    Wohl hast Du recht damit, dass uns der Klimawandel nicht auszieht, ich habe ja selbst zwei Jahre in Nordafrika gearbeitet. In den Wüstengegenden laufen halbnackt eigentlich nur die Europäer rum, aber auch die nur am Anfang ihres Aufenthaltes dort. Nach einigen Monaten knüpft man sich zu. Und so ist auch der Islam eine “keusche” Religion. Das Ganze hängt wohl mit der Völkerwanderung und dem Schutz unserer hellen Haut zusammen. Die schwarzen Afrikaner in Mittel- und Südafrika brauchen ja nicht so viel UV-Schutz wie die weißen. Trotzdem passen sich auch die schwarzen Afrikaner der westlichen Bekleidungskultur an – wenn sie das Geld dafür haben.

    In die Ecke getrieben werde ich auch hin und wieder zu Bestie – das Blöde ist, wenn’s dann die armen Verkäuferinnen ausbaden – sie sind ja auch nur die Beutetiere im Konsumdschungel.

    Liebe Grüße aus München (nach drei Tagen etwas mehr entkleidetes Herumlaufen in der Algarve)

    Jaromir

  12. Dani schrieb am April 13, 2008:

    Lieber Jaromir,

    danke für diese tolle Geschichte.Ich habe so sehr gelacht.
    Ja, was man so alles erlebt im Einkaufsdschungel.Am schlimmsten waren früher immer die Schlussverkäufe, wenn dann zwei Damen am Wühltisch an der selben Hose zerren,hiiiiilfe!!!

    Ganz liebe Grüsse

    Dani

  13. Jaromir Konecny schrieb am April 13, 2008:

    Hallo Dani,

    vielen Dank! Bei den Schlussverkäufen konnte man wirklich eine Menge Geschichten erleben. Ganz fies finde ich diese ganzen Angebote bei den Supermarktketten, mit Wühltischen voll Billigzeug. Die Dinger kommen einem so billig vor, dass man damit volle Plastiktüten nach Hause schleppt und sich erst dann fragt, wozu man den ganzen Trash eigentlich gekauft habe.

    Liebe Grüße

    Jaromir

  14. Rauschenbach, K. schrieb am May 10, 2008:

    Ich habe herzhaft über den Unterhosenkauf gelacht. Aber dann doch bitte lieber eine weiße Feinripphose von Schiesser, als eine schwarze, denn da weiß doch die Frau, dass schon alles tot ist in der Hose.

  15. Jaromir Konecny schrieb am May 14, 2008:

    Die Slawen haben nun mal einen Hang zum Trauermarsch. Deswegen wohl die Vorliebe für schwarze Unterhosen bei mir. Kann aber sein, dass hier auch andere freudsche Komplexe als die Todessehnsucht eine Rolle spielen.

    Liebe Grüße aus Mähren

    Jaromir Konecny

  16. Achim schrieb am July 5, 2008:

    Hallo Jaromir,

    ich bin, wenn man meinem Link folgt, recht mutig im April als Robin Hood durch den Schwarzwald. Dennoch, trotz langer Unterhosen, bitter hat’s mich dann im Frühjahr erwischt: Gräser- und Polenflug. Die lange Unterhose, sie stand mir gut, denn sie ist 100 % 180er Sea Island Qualität und mein Heldendasein brachte mir die Zuneigung zu Frau Conzuela Schöner-Fuß. Ein Leben ohne Langer Unterhosen ist für mich nicht vorstellbar.

  17. Achim schrieb am July 8, 2008:

    Lieber Jaromir,

    die Jahreszeit ist vielleicht ungeeignet, der Langen Unterhosen ausführlich das Wort zu reden. Dennoch, um meinen 50 Geburtstag im nächsten Monat in halbwegs propperer Gesundheit erleben zu dürfen, begann ich frühzeitig mit dem Tragen zunächst qualitativ minderwertiger Langer Unterhosen. “Sieht ja niemand”, argumentierte ich vor mir selbst. Bis sie dann doch jemand sah und die Situation pikant für mich wurde. “Schisser-Unterwäsche” ist männliche Unterwäsche, für Bauarbeiter und Handwerker. Eben für Männer, die wissen, wie man zupackt. Die Beinkleider der Firma “Mey” sind von ausgesuchter Güte, fein gewirkt, weich und anschmiegsam, und bestehen auch im samstag- sonntäglichen Dämmerlicht. 180er Sea Island Qualität ist fast unbezahlbar, aber für jubelnde Abend unerläßlich.

    Mit fortschreitendem Alter und wachsendem Selbstvertrauen begrüße ich als Mann das freundliche Gelächter meiner Angebeteten, wenn sie mich mit der Hand aufs Polster zitiert, den Königlichen: “Komm, mein Bauarbeiter, mein Kraftfahrer, mein Dichter und Sänger, du Sohn eines Malers und Anstreichers. ‘Mey’, schau an, wie schmuck er dasteht.”
    Und wenn sie lacht, dann ist das doch für unsereiner wie Grand Hand mit Vieren.

  18. Jaromir Konecny schrieb am July 12, 2008:

    Lieber Achim,

    ich stimme Dir zu und zitiere mich gleich selbst:

    “Es war genauso wie mit meiner Mutter – seit achtundzwanzig Jahren haben Weiber nicht mehr so viel über meine Figur gelabert und gelacht wie an diesem Nachmittag. Doch ich habe schon etwas Weisheit geschöpft in diesen achtundzwanzig Jahren! Sollen sie nur lachen! Dafür ist der Mann doch da! – um die Frau zum Lachen zu bringen. Ist das nicht der Sinn deines Lebens? Und manchmal… – manchmal belohnen sie dich auch dafür, oder…” (aus “In Karin”).

    Wir haben noch ein paar Termine bei den Schwabinger Schaumschlägern im Herbst frei, Achim. Wenn Du Lust hast, könntest Du an einem Sonntag wieder bei uns mitauftreten. Gib mir Bescheid!

    Liebe Grüße

    Jaromir

  19. Maximilian schrieb am January 18, 2009:

    Klimawandel, naklar. Nur kann der auch anders
    kommen, eben wie dieser Winter und so einige
    andere Winter es in letzten Jahren immer wieder
    bewiesen haben. Temperaturen bis 25 Grad Minus.
    Also nix mit Palmen am Rhein ;-).

    Aber schöne Geschichte, sowie das Klischeehafte
    Mutter und dann Frau kaufen Mann die Unterwäsche.
    Sowie Klischeehafte Verkäuferinnen in der Servicewüste
    Deutschland.
    Welche ein Glück das es auch anders geht.
    Werde Selbständiger und deine Frau wird wieder
    zu dir aufsehen, als ihren Helden.

  20. Jaromir Konecny schrieb am January 29, 2009:

    Hallo Maximilian,

    danke für Deinen Tip! Ich richte meinem Ich-Erzähler von Dir aus, dass er selbständiger werden solle, damit Karin zu ihm wieder wie zu ihrem Helden aufsieht, wie Du so schön schreibst, hoffe aber doch, er befolgt den Ratschlag nicht. Sonst würde mir ja der Stoff für meine Geschichten ausgehen, und das wäre der Tod meines Ich-Erzählers. Diesen will er sicher selbst nicht – bei seinem Selbsterhaltungstrieb.

    Liebe Grüße

    Jaromir

  21. Sven schrieb am April 18, 2009:

    Hallo, Jaromir!

    Vielen Dank für diese schöne Geschichte. Ich habe vieles vor meinem gesitisgen Auge gesehen und mich köstlich amüsiert.
    Schießer feinripp weiß mit Eingriff(das muss!!!) traumatisiert frühkindlich übrigens auch in der Anusgabe “halbes Bein” (“Verhidert, dass du dir einen Wolf läufst!” O-Ton Papa

    In diesem Sinne wünsche ich dir ein schönes Wochenende
    Sven

  22. Sven schrieb am April 18, 2009:

    Hallo, Jaromir!
    So jetzt nochmal ohne Freud’sche Fehler:

    Vielen Dank für diese schöne Geschichte. Ich habe vieles vor meinem geistigen Auge gesehen und mich köstlich amüsiert.
    Schießer feinripp weiß mit Eingriff(das muss!!!) traumatisiert frühkindlich übrigens auch in der Ausgabe “halbes Bein” (”Verhindert, dass du dir einen Wolf läufst!” O-Ton Papa

    In diesem Sinne wünsche ich dir ein schönes Wochenende
    Sven

  23. Jaromir Konecny schrieb am May 9, 2009:

    Hallo Sven,

    ich schäme mich echt, dass ich Deinen Kommentar erst jetzt beantworte – ich bin seit “Doktorspiele” erschienen ist durchgehend auf Tour und krieg’s irgendwie nicht auf die Reihe. Ich danke Dir auf jeden Fall für den Zuspruch. “Freudsche Fehler” machen sowieso das Leben aus, und in Manchem hatte sogar Freud geirrt. Bei uns hat mich immer Mama vor dem Wolf zu schützen versucht, erstaunlich wie viel Kulturelles die Tschechen und die Deutschen gemeinsam haben, auch den uns in den Hintern beißenden Wolf kann man direkt in den tschechischen Volksmund übersetzen und muss nicht nach anderen Raubtieren suchen.

    Liebe Grüße!

    Jaromir


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