ZVABlog

Direkt zum Inhalt springen

Der schönste erste deutsche Satz ist gekürt!

von zvab

Das lange gespannte Warten hat endlich ein Ende. “Ilsebill salzte nach” ist der schönste erste Satz eines deutschsprachigen Romans. Kurz und knapp beginnt Grass‘ Roman Der Butt aus dem Jahr 1977 und bewies: In der Kürze liegt die Würze, denn die drei Wörter, so die Begründung der Jury, machen Lust auf mehr der insgesamt über 700 Romanseiten; sie malen literarische und kulinarische Bilder, die eine reichhaltige Lektüre versprechen.

Vorschläge kamen aus der ganzen Welt. Wie die “Initiative Deutsche Sprache und die Stiftung Lesen” berichten, haben sich über 17.000 Menschen aus 60 Ländern an der Suche beteiligt, davon einige auch hier auf dem ZVABlog.

Auf Platz zwei landete Franz Kafkas Erzählung Die Verwandlung: “Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt”.
Bei den Kindern und Jugendlichen lag Janoschs Lari Fari Mogelzahn ganz vorn: “In der Mottengasse elf, oben unter dem Dach hinter dem siebten Balken in dem Haus, wo der alte Eisenbahnsignalvorsteher Herr Gleisenagel wohnt, steht eine sehr geheimnisvolle Kiste.”

Wir möchten uns an dieser Stelle auch noch einmal bei all denen bedanken, die sich so fleißig auf dem ZVABlog geäußert haben vor allem auch für die schöne Idee, die eingereichten Sätze aneinander zu reihen (s. Kommentar Nr. 70).

In diesem Sinne schließen wir die Aktion wenngleich wir schon überlegt haben, dass man eigentlich gleich wieder von vorn beginnen sollte und den schönsten letzten Satz küren.

7. November 2007

Stichwörter:

, , , , ,

2 Kommentare

  1. Lutz Mühlfriedel schrieb am November 12, 2007:

    Ja, bitte den schönsten letzten Satz küren.
    Mein Vorschlag derweil lautet in der Kurzfassung
    “… Ja.” (eigene Übersetzung, englischsprachiges Original “…Yes.”), natürlich aus James Joyce’ “Ulysses” (1922).
    Die Langfassung des “Satzes” ist nachzulesen z. B. in der Penguin-Ausgabe des Romans von 1986, Kapitel 18, S. 608 – 644.
    Ansonsten: laut eines Lesezeichens in eben jener Ausgabe bin ich vor Jahren bei der originalsprachlichen Lektüre dieses Jahrhundertromans wohl exakt bis zum Ende des ersten Teils gekommen. Teil II und III stehen mir also immer noch bevor, wenn mir auch die so genannte Molly-Bloom-Episode im 18. und letzten Kapitel des Romans bereits vertraut ist.
    Deshalb also nochmals mein ausdrückliches Plädoyer für oben stehenden letzten “Satz” aus Joyce’ Roman als Beitrag zu einer noch nicht existierenden Abstimmung.

    Mit freundlichen Grüßen aus Kapellendorf im Weimarer Land,

    Lutz Mühlfriedel.

  2. I. Bartels schrieb am December 4, 2008:

    Ja, macht das ruhig! Es hat mir soviel Vergnügen bereitet, die “Erste-Sätze-Sammlung” zu lesen, da kann man ruhig noch die letzen Sätze mit in die Sammlung aufnehmen. Es muss Gerechtigkeit geben auf der Welt.

    Mit einem fröhlichen “Die Letzten werden die Ersten sein”
    Matthäus 20,16


RSS-Feed für Kommentare dieses Beitrags.

Leave a comment

Erlaubte Tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>