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	<title>Kommentare zu: Rudolf Borchardt &#8211; Einzelg&#228;nger, Spracherneuerer und Symbol der Zerrissenheit der literarischen Moderne</title>
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	<description>das offizielle Blog des ZVAB rund um antiquarische und vergriffene Bücher - Literatur, Kolumnen, Lesetipps und Autoren-Nachrufe.</description>
	<lastBuildDate>Wed, 25 Jan 2012 14:55:55 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Von: Antiquariat Marcus Haucke Berlin</title>
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		<dc:creator>Antiquariat Marcus Haucke Berlin</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Dec 2007 14:13:10 +0000</pubDate>
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		<description>Borchardt hat wie kaum einer, Brecht vielleicht noch, die sch&#228;rfste dichterische Abgrenzung gegen die Nazis gesucht und in seinen politischen Jamben Mitte der 30er Jahre gefunden. Als Ausdruck des Protestes gegen die Zunahme von tr&#252;ben Nationalgesinnungen unter den Anbietern des zvab u.a. m&#246;chte ich aus seiner nomina odiosa (schlechte Namen) hier zitieren

.....dies ist schlechterdings
Dreck. Trockener, angemachter, aufgeweichter Dreck,
Zerfallener Dreck, gepre&#223;ter Dreck,
Gedruckter, Schei&#223;dreck, Dreckgesinnung, dreckige
Visage, frech wie Stra&#223;endreck,
Dreckseelen, Selbstverdreckung, Schund und darum Dreck,
Halbecht, einen Dreck wert, nachgemacht,
Gepatzt, gekitscht, gepfuscht, gestohlen, falschgem&#252;nzt,
Mit Dreck zu Dreck und wieder Dreck.
Oh wol auf Gleich geschaltet, wol auf Rasse sind
Die Stei&#223;gesichter, da&#223; sie zwar
Sich wie die Hintern gleichen, nicht wie Antlitze
...
Einige von diesen Anbietern sind auch auf anderen Buchdatenbanken zu finden, die haben nur keinen Blog. Ich will keine Aufseher &#252;ber das Angebot, doch vielleicht kann man deutlich machen, da&#223; diese Angebote nicht willkommen sind, in dem ein Forum f&#252;r den Widerwillen ge&#246;ffnet wird. Die einfache Titelaufnahme mu&#223; noch kein Anlas f&#252;r Unwillens&#228;u&#223;erungen geben, ausschlaggebend ist f&#252;r mich die propagandistische Ausgestaltung von Titelaufnahmen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Borchardt hat wie kaum einer, Brecht vielleicht noch, die sch&#228;rfste dichterische Abgrenzung gegen die Nazis gesucht und in seinen politischen Jamben Mitte der 30er Jahre gefunden. Als Ausdruck des Protestes gegen die Zunahme von tr&#252;ben Nationalgesinnungen unter den Anbietern des zvab u.a. m&#246;chte ich aus seiner nomina odiosa (schlechte Namen) hier zitieren</p>
<p>&#8230;..dies ist schlechterdings<br />
Dreck. Trockener, angemachter, aufgeweichter Dreck,<br />
Zerfallener Dreck, gepre&#223;ter Dreck,<br />
Gedruckter, Schei&#223;dreck, Dreckgesinnung, dreckige<br />
Visage, frech wie Stra&#223;endreck,<br />
Dreckseelen, Selbstverdreckung, Schund und darum Dreck,<br />
Halbecht, einen Dreck wert, nachgemacht,<br />
Gepatzt, gekitscht, gepfuscht, gestohlen, falschgem&#252;nzt,<br />
Mit Dreck zu Dreck und wieder Dreck.<br />
Oh wol auf Gleich geschaltet, wol auf Rasse sind<br />
Die Stei&#223;gesichter, da&#223; sie zwar<br />
Sich wie die Hintern gleichen, nicht wie Antlitze<br />
&#8230;<br />
Einige von diesen Anbietern sind auch auf anderen Buchdatenbanken zu finden, die haben nur keinen Blog. Ich will keine Aufseher &#252;ber das Angebot, doch vielleicht kann man deutlich machen, da&#223; diese Angebote nicht willkommen sind, in dem ein Forum f&#252;r den Widerwillen ge&#246;ffnet wird. Die einfache Titelaufnahme mu&#223; noch kein Anlas f&#252;r Unwillens&#228;u&#223;erungen geben, ausschlaggebend ist f&#252;r mich die propagandistische Ausgestaltung von Titelaufnahmen.</p>
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		<title>Von: David Falstaff</title>
		<link>http://blog.zvab.com/2007/06/25/rudolf-borchardt-spracherneuerer-literarische-moderne/comment-page-1/#comment-9497</link>
		<dc:creator>David Falstaff</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 09:15:33 +0000</pubDate>
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		<description>Der letzte Satz ist zu berichtigen: &quot;Ich bin neugierig, ob es diesem treudoofen Allerweltshumanismus, „der den Menschen wie sie sind nach dem Munde redet“ und gierig nach allgemeinem Beifall nur das Privileg des Blog-Warts sucht, gelingt, diese pr&#228;chtig Irren in ihrem normalen Stumpfsinn einzubinden und so lahm zu legen.&quot;</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Der letzte Satz ist zu berichtigen: &#8220;Ich bin neugierig, ob es diesem treudoofen Allerweltshumanismus, „der den Menschen wie sie sind nach dem Munde redet“ und gierig nach allgemeinem Beifall nur das Privileg des Blog-Warts sucht, gelingt, diese pr&#228;chtig Irren in ihrem normalen Stumpfsinn einzubinden und so lahm zu legen.&#8221;</p>
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		<title>Von: David Falstaff</title>
		<link>http://blog.zvab.com/2007/06/25/rudolf-borchardt-spracherneuerer-literarische-moderne/comment-page-1/#comment-9491</link>
		<dc:creator>David Falstaff</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Jun 2007 17:15:45 +0000</pubDate>
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		<description>„Borchardt bewegte sich damit bewusst au&#223;erhalb dessen, was wir heute unter Literatur der Moderne verstehen und vom Naturalismus &#252;ber die Jahrhundertwende bis zum Expressionismus zu recht als avantgardistisch und k&#252;nstlerisch bedeutend bewundern.“ schreibt Carsten Tergast. Das h&#246;rt sich nicht nur wie aus einem Hausaufsatz f&#252;r die gymnasiale Oberstufe an, es zeigt auch eine v&#246;llige Verkennung des Anspruches von Borchardt und kann so nat&#252;rlich nur die langweilig soziologische Sicht auf das Ph&#228;nomen Borchardt und Moderne nur unterst&#252;tzen. Borchardt, und - George, und - Robert Walser, und - Kafka, und - Karl Kraus, und Hiller und Hoddis und ...und: alle diese wollten wirken in ihrer Zeit. Keiner von denen hat „sich bewu&#223;t au&#223;erhalb dessen, was wir heute unter Literatur der Moderne verstehen“ bewegt. Sie, George, Hofmannsthal, Rilke, die Mitarbeiter der Zeitschrift Die Insel waren die Moderne. Daher auch die Polemik, die B&#252;ndnisse, Zerw&#252;rfnisse u.&#228;., der literarische Diskurs wird von diesen Wertphilologen ignoriert. Wenn C.T. eine Aufwertung der Bedeutung Borchardts bei der Betrachtung des Insel-Kreises w&#252;nscht, ist zu bef&#252;rchten, da&#223; diese Aufwertung zu lasten von anderen geht, Robert Walser oder Franz Blei oder Kurt Schwitters etwa.
Borchardts Wannsee, programmatisch im ersten Heft der programmatischen Zeitschrift Die Wei&#223;en Bl&#228;tter erschienen, ist Hipphopp. Seine leidenschaftlichen Polemiken sind Kritik der Literaturbetriebsamkeit der Moderne, auch hier in diesem Kampf war er „alles, nur nie gem&#252;tlich, niemals kleinlich und niemals k&#228;uflich“ (Alewyn)
Die streitbare Poetik (Poelemik) der Kraus, Borchardt, George, Hiller, Scheerbart, Hofmannsthal war nicht zu korrumpieren, sie wenden sich immer gegen die herrschenden Meinungen. Heidegger, Benn, Pound waren korrumpierbar.
Dem militanten Humanismus werden die „Immerseligen“ kaum nachf&#252;hlen k&#246;nnen, sie w&#228;ren das dann nicht mehr, immerselige Tr&#246;pfe. Es gibt einen Text von Paul Scheerbart, in dem er 1909 eine Raketentechnik propagiert, die den letzten Vorstellungen eines Raketenabwehrsystems (SDI oder neuere) des 21. Jahrhunderts ganz und gar entspricht. Die Windm&#252;hlen, gegen die Paul Scheerbart 1909 anzuk&#228;mpfen suchte, waren die beispiellos gewachsenen See- und Landheere. Als Konsequenter Flugmilitarist forderte er die Abschaffung dieser Heere, aller, nicht nur der gegnerischen. In diesem Sinne war auch Borchardt militant.
„Der Bogen seines beschw&#246;renden Gestus schwang so weit &#252;ber alles Heimelige, &#252;ber das falsch mittlere Gl&#252;ck von Stallw&#228;rme und deutscher Idylle hinaus, da&#223; er bei Konservativen nicht weniger anstie&#223; als sein Konservatismus bei der Linken und der literarischen Avantgarde.“ (Adorno &#252;ber Borchardt) „Was alle an ihm schm&#228;hen; worin der Allerweltshumanismus, der den Menschen wie sie sind nach dem Munde redet, und das hinter allgemeinem Einverst&#228;ndnis verschanzte Privileg gegen ihn sich zusammenfanden, ist an ihm zu verteidigen.“ (Adorno). Ich bin neugierig, ob es diesem treudoofen Allerweltshumanismus, „der den Menschen wie sie sind nach dem Munde redet“ und gierig nach allgemeinen Beifall nur das Privileg des Blog-Warts suchen, gelingt, diese pr&#228;chtig Irren in ihrem Stumpfsinn einzubinden und so lahm zu legen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>„Borchardt bewegte sich damit bewusst au&#223;erhalb dessen, was wir heute unter Literatur der Moderne verstehen und vom Naturalismus &#252;ber die Jahrhundertwende bis zum Expressionismus zu recht als avantgardistisch und k&#252;nstlerisch bedeutend bewundern.“ schreibt Carsten Tergast. Das h&#246;rt sich nicht nur wie aus einem Hausaufsatz f&#252;r die gymnasiale Oberstufe an, es zeigt auch eine v&#246;llige Verkennung des Anspruches von Borchardt und kann so nat&#252;rlich nur die langweilig soziologische Sicht auf das Ph&#228;nomen Borchardt und Moderne nur unterst&#252;tzen. Borchardt, und &#8211; George, und &#8211; Robert Walser, und &#8211; Kafka, und &#8211; Karl Kraus, und Hiller und Hoddis und &#8230;und: alle diese wollten wirken in ihrer Zeit. Keiner von denen hat „sich bewu&#223;t au&#223;erhalb dessen, was wir heute unter Literatur der Moderne verstehen“ bewegt. Sie, George, Hofmannsthal, Rilke, die Mitarbeiter der Zeitschrift Die Insel waren die Moderne. Daher auch die Polemik, die B&#252;ndnisse, Zerw&#252;rfnisse u.&#228;., der literarische Diskurs wird von diesen Wertphilologen ignoriert. Wenn C.T. eine Aufwertung der Bedeutung Borchardts bei der Betrachtung des Insel-Kreises w&#252;nscht, ist zu bef&#252;rchten, da&#223; diese Aufwertung zu lasten von anderen geht, Robert Walser oder Franz Blei oder Kurt Schwitters etwa.<br />
Borchardts Wannsee, programmatisch im ersten Heft der programmatischen Zeitschrift Die Wei&#223;en Bl&#228;tter erschienen, ist Hipphopp. Seine leidenschaftlichen Polemiken sind Kritik der Literaturbetriebsamkeit der Moderne, auch hier in diesem Kampf war er „alles, nur nie gem&#252;tlich, niemals kleinlich und niemals k&#228;uflich“ (Alewyn)<br />
Die streitbare Poetik (Poelemik) der Kraus, Borchardt, George, Hiller, Scheerbart, Hofmannsthal war nicht zu korrumpieren, sie wenden sich immer gegen die herrschenden Meinungen. Heidegger, Benn, Pound waren korrumpierbar.<br />
Dem militanten Humanismus werden die „Immerseligen“ kaum nachf&#252;hlen k&#246;nnen, sie w&#228;ren das dann nicht mehr, immerselige Tr&#246;pfe. Es gibt einen Text von Paul Scheerbart, in dem er 1909 eine Raketentechnik propagiert, die den letzten Vorstellungen eines Raketenabwehrsystems (SDI oder neuere) des 21. Jahrhunderts ganz und gar entspricht. Die Windm&#252;hlen, gegen die Paul Scheerbart 1909 anzuk&#228;mpfen suchte, waren die beispiellos gewachsenen See- und Landheere. Als Konsequenter Flugmilitarist forderte er die Abschaffung dieser Heere, aller, nicht nur der gegnerischen. In diesem Sinne war auch Borchardt militant.<br />
„Der Bogen seines beschw&#246;renden Gestus schwang so weit &#252;ber alles Heimelige, &#252;ber das falsch mittlere Gl&#252;ck von Stallw&#228;rme und deutscher Idylle hinaus, da&#223; er bei Konservativen nicht weniger anstie&#223; als sein Konservatismus bei der Linken und der literarischen Avantgarde.“ (Adorno &#252;ber Borchardt) „Was alle an ihm schm&#228;hen; worin der Allerweltshumanismus, der den Menschen wie sie sind nach dem Munde redet, und das hinter allgemeinem Einverst&#228;ndnis verschanzte Privileg gegen ihn sich zusammenfanden, ist an ihm zu verteidigen.“ (Adorno). Ich bin neugierig, ob es diesem treudoofen Allerweltshumanismus, „der den Menschen wie sie sind nach dem Munde redet“ und gierig nach allgemeinen Beifall nur das Privileg des Blog-Warts suchen, gelingt, diese pr&#228;chtig Irren in ihrem Stumpfsinn einzubinden und so lahm zu legen.</p>
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