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Hans Magnus Enzensberger: WortSpielZeug

von zvab

Das Literaturmuseum der Moderne in Marbach zeigt eine neue Ausstellung. Seit Juni 2006 hängt Enzensbergers Poesieautomat, eine Leihgabe der Sammlung Würth, im Literatur Museum der Moderne und lädt den Besucher zum Spiel mit Worten ein. Nun hat der Schriftsteller, Medienkritiker, Übersetzer, Theoretiker und Buchstabenjongleur 18 neue Wortspielzeuge entworfen, die den Besucher zu Wort- und Glücksspielen animieren. Sie sind Poesie ohne Papier, Literatur zum Anfassen, zum Schieben, Kugeln, Klingeln. Die 18 Objekte werden vom 25. März an bis einschließlich 6. Mai im Literaturmuseum der Moderne in Marbach am Neckar gezeigt.

Ricordi die Laura
Ricordi di Laura

Enzensberger, geboren 1929, ist Medienkritiker, Theoretiker, Übersetzer, Vermittler, Weltgeist auf Achse und als Autor schwer fassbar.

Vor gut fünfundzwanzig Jahren war mir ausnahmsweise langweilig zumut. Die politische Bewegung hatte sich in Katzenjammer, Sektiererei und Gewaltphantasien aufgelöst, und meine langfristigen literarischen Projekte kamen nicht recht voran. Ich zog mich auf gewisse Sprach – und Denkspiele zurück, die den Vorrang des Obsessiven hatten,

schreibt Hans Magnus Enzensberger in seiner “Einladung zu einem Poesieautomaten” (1999). Der Poesieautomat ist wie auch die neuen 18 WortSpielZeuge, ein Ergebnis seiner Verwunderung über die Sprache:

An unserem Umgang mit der Sprache ist etwas eigentümlich Unpersönliches, so als würfe ihr Mechanismus seine Ergebnisse hinter dem Rücken derer aus, die sie sprechen.
Die Linguisten arbeiten seit einem halben Jahrhundert daran, die mathematischen Strukturen ausfindig zu machen, die für jenen fremden, unpersönlichen Anteil an unseren Produktionen verantwortlich sind, aber es sieht ganz so aus, als kämen sie damit niemals an ein Ende.

3. April 2007

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2 Kommentare

  1. Hartwig Richter schrieb am April 6, 2007:

    Ich würde Sie gern einmal kennenlernen. Ich leite ein “Märcheneum” in Neustrelitz – das sich u.a. mit Dingen beschäftigt: …wie könnte man heut Daniel Sanders erheitern – er ist u.a. Symbol zur schönen DEutschen Sprache. Hier gibt es keinen Automaten – dafür eine Nacht im Museum und “automatisch” werden wir der WAhrheit näher kommen.

  2. wolfgang hille schrieb am July 22, 2008:

    dunkelheit
    > >>gewässer
    > >>kälte
    > >>
    > >>
    > > das nichts


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