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Irmtraud Morgner: Ein weiblicher Tausendsassa

von faure

Ich gebe es zu: Da ihr Buch Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura. Roman in dreizehn Büchern und sieben Intermezzos (1974) überall im Volksbuchhandel der DDR herumstand, war mir das Buch nie einen Blick wert, da half auch der auffällige Schutzumschlag von Heinz Hellmis nix. Das gehörte sich einfach nicht als DDR-Autor: Präsent zu sein im Handel. Über dem Ladentisch: Das war der Platz für sozialistische Scribenten, für die man sich demonstrativ nicht interessierte.
Diese Ignoranz gegenüber der Autorin Morgner haben Irmtraud Morgner, geboren am 22. August 1933 in Chemnitz, studierte gleich nach dem Abitur von 1952 bis 1956 Germanistik und Literaturwissenschaft an der Universität Leipzig (u.a. bei Hans Mayer und Ernst Bloch). Von 1956 bis 1958 war sie Mitarbeiterin in der Redaktion der Zeitschrift „Neue deutsche Literatur“. Dort, im Frühjahr 1957, sah sie einen Redakteur „heilige Worte“ redigieren: „Der Redakteur tilgte zwei Strophen eines Gedichts, ersetzte gegebene Worte durch eigene und fertigte aus dem Abfall zwei neue Verse… Als die Entrüstung nachließ, meldete sich der verdrängte Drang zum Schreiben. Der ein Drang nach Weltmacht ist“, erzählt sie 1973 in „Apropos Eisenbahn“ (veröffentlicht in Marlis Gerhardts Sammelband Irmtraud Morgner Texte, Daten, Bilder).
Schon 1958 lebt sie als freie Schriftstellerin in Berlin. Ihr erstes (später verworfenes, weil im Sinne des „sozialistischen Realismus’“ geschrieben) Buch: Das Signal steht auf Fahrt (1959), nicht viel besser beurteilte sie ihren 1962 erschienenen „Zweitling“, den Roman Ein Haus am Rand der Stadt: „Meine erste Erzählung ist dem Sujet nach keine, die ich schreiben mußte. Es war nicht lebenswichtig für mich… Und da es in diesem Sinne unnötig war für mich, war es auch für das Publikum unnötig… Da ich aus Mangel an Selbstbewußtsein nicht wagte, direkt oder indirekt in mein erstes Buch zu treten, wurde es keins. Im Gegensatz zu meinen anderen Büchern erhielt es einen Preis. Hochzeit in Konstantinopel zählt für mich als erstes Buch.“ Das erschien 1968. Bele heißt die Heldin. Von Beruf übrigens u.a. Triebwagenführerin.

Lesen Sie hier die ausführliche Langversion des Artikels!
 

 
Zwei informative Seiten über Irmtraud Morgner:
http://faculty.vassar.edu/vonderem/g301/project/Morgner/
http://www.politeia.uni-bonn.de/biographien/morgner/morgner.html

 

15. March 2007

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