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Albert Vigoleis Thelen: Der begnadete Erzähler

von faure

Entstehungsgeschichten von Büchern sind manchmal skurril, diese hier aber sollte einmalig sein: Da sitzt ein fast 50jähriger Deutscher Anfang der 50er Jahre in Amsterdam, weil er nicht ins „4. Reich“, wie er das entnazifizierungsunwillige Nachkriegs-Deutschland nennt, zurückkehren will, schreibt Gedichte und schmeißt sie großenteils wieder weg, schmiedet Verlagspläne, die alle nichts werden und erzählt im Freundeskreis die wildesten Geschichten aus seiner Exilzeit auf Mallorca, wo er von 1931 bis 1936 lebte. Für den Unterhalt sorgt natürlich seine Frau.


Der Mann hat außer Übersetzungen fast nichts veröffentlicht (nur 1942 einen unter Ausschluss der Öffentlichkeit erschienen Gedichtband), und doch traut ihm der holländische Verleger Geert van Oorschot, der seine allabendlichen Geschichten kennt, zu, dass aus all diesen aberwitzigen Stories ein Erinnerungsbuch werden kann, nach dem die Leute Schlange stehen. Und der fast 50jährige Debütant lässt sich auf dieses Wagnis ein, unterschreibt zumindest erst einmal einen Vertrag. Seine Name: Albert Vigoleis Thelen (1903 – 1989). Erworben ist an diesem Namen der „Vigoleis“, eine Verballhornung des Epos „Wigalois“ des Minnesängers Wirnt von Grafenberg, aber in diesem Namen steckte für Thelen zuviel deutscher Alois drin, deshalb eine kleine Lautverschiebung…

Alle Geschichten der Welt

Thelen, eigentlich zu weltverloren, um mit der Straßenbahn von einem Ort zum anderen zu finden, setzt sich hin und fängt an zu schreiben. Ohne Konzept, ohne Aufzeichnungen. Recherchen – immerhin sind seit den zu erzählenden Geschehnissen fast 20 Jahre vergangen – lässt er Freunde und Verwandte erledigen: Ein befreundeter Dichter in Palma de Mallorca bekommt lange Fragelisten, der Neffe in Krefeld muss seinen Geographielehrer befragen – so geht das, wenn man nie Tagebuch geführt hat, aber noch nach 20 Jahren alles so genau erzählen will, als wäre es gestern gewesen.

Die Insel des zweiten Gesichts

Und man will es nicht glauben: Es geht gut. Denn liest man Thelens Erinnerungsbuch „Die Insel des zweiten Gesichts“, wird man überrascht sein über die Geschichten und Detailfülle des fast 1000seitigen Buches. Was für Thelenianer bis heute die größte Freude ist: Einander immer wieder die skurrilen Geschichten aus diesem eigentlich unendlichen Buch zu erzählen, und immer wieder wird eines passieren: Einer in der Runde schwört, dass diese Geschichte nie und nimmer in der „Insel“ steht.

Tut sie natürlich doch. Ganz einfach, weil so ziemlich alle Geschichten des Lebens in diesem Buch stehen. Nacherzählen lässt es sich genau aus diesem Grunde nicht kürzer, als es der Autor getan hat. Die absolute Kurzfassung geht so: Vigoleis und spätere Frau Beatrice werden von einem Telegramm auf die Insel Mallorca gerufen, weil Beatrices Bruder dort im Sterben liege. Liegen tut der Bruder freilich, aber im Lotterbett der Hure Pilar, und daraus entsteht ein Elend, das man durchaus tödlich nennen kann. Die finanzielle Seite dieses Elends – nämlich die absolute Pleite – wird Vigoleis und Beatrice recht schnell ereilen: der Bruder hat nämlich auch noch einen nicht unbeachtlichen Schuldenberg aufgehäuft…

Und es wird nicht viel besser, wenn Thelen als Privatsekretär des berühmten Harry Graf Kessler arbeitet, dessen einmaliges Tagebuchwerk übrigens gerade eben zum erstenmal vollständig ediert wird: Seinen Sekretär und „Schreibgehülfen“ hat Kessler leider mit keinem Wort darin erwähnt – soviel Dünkel muss sein. Als Fremdenführer (und was sie den KdF-Reisenden alles an Inselwahrheiten andrehen, gehört bis heute zum Witzigsten, was die deutsche Literatur hervorgebracht) verdienen sie ihren kärglichen Unterhalt, ein paar Gulden gibt es hin und wieder, wenn Thelen für die holländische Zeitung „Het vaderland“ unter Pseudonym Emigrantenliteratur rezensiert: aber 1936 ist Schluss: Mit Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs können sie in letzter Minute von der Insel fliehen.

In der Schweiz, bei Beatrices Verwandten, entkommen sie knapp einem Entführungsversuch der Gestapo, aber da sie mittellos sind, müssen sie das Land verlassen und finden schließlich Zuflucht in Portugal bei Teixeira de Pascoaes, Mystiker und von Haus aus unermesslich reich: Thelen hat extra portugiesisch perfekt gelernt, um das Werk dieses heute vergessenen Philosophen-Dichters ins Niederländische und Deutsche zu übersetzen – und bis zum Lebensende wird Portugiesisch auch die Konversationssprache von Beatrice und Vigoleis bleiben, nicht nur, weil man so trefflich darin fluchen kann.

1000-Seiten Opus überfordert Thomas-Mann-Übersetzer

Das alles erzählt Thelen in der „Insel“ viel schöner, sprachmächtiger und ausführlicher. So ausführlich, dass es Verleger van Oorschot langsam angst und bange wird. Übersetzer C.J.E. Dinaux, von Thomas Mann sprachlich einiges gewohnt, hat längst das Handtuch geworfen, und nun ist klar: die fast 1000seitige „Insel“ wird 1953 in Amsterdam – auf Deutsch! – erscheinen.

Ob Mijnheer van Oorschot in manch schlafloser Nacht bereut haben mag, im Vertrag mit einem solchen Paradiesvogel wie Thelen zu stehen? Dass sein Autor faul ist, darüber kann sich der Verleger wahrlich nicht beklagen. Das Manuskript wächst und wächst, und als es zum Schluss fast 1300 Druckseiten sind, nimmt Thelen alles heraus, was mit seinem Freund, dem 1940 bei einem Torpedoangriff ums Leben gekommenen holländischen Autor Hendrik Marsman, zusammenhängt. Leider enden diese Seiten dort, wo auch die meisten Gedichte enden: im Küchenherd. Aber der Umfang macht van Oorschot keine Angst. Er muss ein Vertriebsproblem lösen: Er braucht einen Kooperationspartner, der das Buch in Deutschland verkauft.

Aber da kann er lange suchen. Ein bisschen ist Deutschland eben doch das von Thelen verabscheute 4. Reich, und so kompromisslos, wie Thelen seinen Hass auf die Nazis niederschreibt, so mag man das in Adenauer-Deutschland nicht drucken. Das sagt man dem Autor natürlich nicht so deutlich ins Gesicht. Man druckst herum, und Hans-Werner Richter von der Gruppe 47 leistet sich bei Thelen den dümmsten Spruch seiner gesamten Karriere, indem er nach Thelens Lesung bei einer Gruppentagung am „Emigrantendeutsch“, das gründlich redigiert werden müsse, herumnörgelt – Wolfgang Hildesheimer, Ingeborg Bachmann und Martin Walser wenigstens haben die Courage, „Papa Richter“ in die Schranken zu weisen.

Das „Rindvieh der Verleger“

Auch Verleger Peter Diederichs ist nicht so restlos überzeugt, dass das Buch in sein Programm passt, aber seine Frau Ursula („mit eigener Promotion“, wie Thelen hochachtungsvoll von ihr sagt) und deren Schwester sind begeistert, und als Frau Ursula dann irgendwann rigoros sagt: „Muß denn Rowohlt alles haben?“ – ist die Entscheidung gefallen: Diederichs wird der deutsche „Insel“-Verleger.

Der schwarze Herr Bahßaup

Bereuen muss er das eigentlich nie, ärgerlich ist nur, dass van Oorschot nach dem deutschen Erfolg des Buches, das von Rezensenten wie Siegfried Lenz als literarisches Ereignis gefeiert wird und dem Autor 1954 den Fontane-Preis einbringt, anfängt, die Lizenzgebühr in die Höhe zu schrauben. Das schafft böses Blut und legt den Grundstein dafür, dass Thelen lebenslang seine Verleger als seine geborenen Feinde ansehen wird. Zwei Gedichtbände („Vigolotria“, „Tragelaph“) erscheinen noch bei Diederichs, dann gerät Thelen an Kurt Desch, wo er sein zweites großes Erinnerungswerk „Der schwarze Herr Bahßetup“ veröffentlicht. Dieses Werk, ebenso verschmitzt-abschweifend-ausufernd erzählt wie die „Insel“, wird von der Presse bösartig verrissen – und bis heute leidet das Werk unter dem angeblichen Makel, nicht ein perfekter Abklatsch der „Insel“ zu sein… Als Desch das Buch kurze Zeit darauf verramscht, ohne es für nötig zu befinden, den Autor davon in Kenntnis zu setzen, ist Thelens Vertrauen in die Verlegerei endgültig erschüttert. Er fühlt sich als „Rindvieh der Verleger“ – und er meint das genauso unfreundlich, wie es klingt. Fortan publiziert er – was Sammlern das Leben schwer und die Brieftasche leicht macht – mit Hilfe von Mäzenen und Pressendruckern.

Die „Insel“, dieses bis heute einzigartige Erzählwerk, ist aber immer lieferbar gewesen. Zum 100. Geburtstag des Dichters erschien eine Jubiläumsausgabe mit einem Nachwort des Thelenforschers Dr. Jürgen Pütz; der betreibt auch die Homepage www.vigoleis.de, hat dafür gesorgt, dass es zwei Hörbücher (von Thelen selbst gelesen) gibt, hat mit der Literaturzeitschrift „die horen“ Teile des Briefwechsels (ein umfangreicher und noch nicht einmal in Ansätzen erschlossener Teil des Thelenschen Werkes) veröffentlicht und zum Jubiläum eine große Bildbiographie Thelens vorgelegt.

In der literaturwissenschaftlichen Forschung spielt Thelen nach wie vor eine eher untergeordnete Rolle, im Jahr 2003 fand in Münster einer erste wissenschaftliche Tagung auf Initiative des Instituts für Niederländische Philologie der Universität Münster statt. Scheut sich die Germanistik vor einem der sprachmächtigsten Dichter der deutschen Literatur überhaupt? Ein „Wörterbuch der sprachlichen Besonderheiten“ im Werk dieses Autors, es dürfte ebenso umfangreich sein wie die „Insel“.

Übersetzungen von Thelen ins Deutsche:

Teixeira de Pascoaes: Paulus der Dichter Gottes. 1938 Rascher Verlag, Zürich u. Leipzig

Teixeira de Pascoaes: Hieronymus der Dichter der Freundschaft. 1941 Tiefland-Verlag, Amsterdam u. Leipzig

Teixeira de Pascoaes: Das dunkle Wort. 1949 Rascher-Verlag, Zürich

Teixeira de Pascoaes: Napoleon. Spiegel des Antichrist. 1997 Weidle Verlag, Bonn

Jan Jacob Slauerhoff: Das verbotene Reich. 1986 Verlag Klett-Cotta, Stuttgart.

Literatur über Thelen:

Sie tanzte nackt auf dem Söller. Das Leben des Albert Vigoleis Thelen. Aus seinen Texten zusammengestellt von Jürgen Pütz. 1992 claassen-Verlag, Düsseldorf

In Zweifelsfällen entscheidet die Wahrheit. Beiträge zu Albert Vigoleis Thelen. Hrsg.: Dr. Jürgen Pütz

Erzweltschmerzler und Sprachschwelger. Ein Bildbiographie. Herausgegeben von Dr. Jürgen Pütz,zusammengestellt aus der Sammlung von Dr. Leo Fiethen, edition die horen, Bremerhaven

Doppelgänger seiner selbst. Der Erzähler Albert Vigoleis Thelen. Herausgegeben von Dr. Jürgen Pütz.

Albert Vigoleis Thelen: Mittler zwischen Sprachen und Kulturen. Hrsg. von Heinz Eickmans und Lut Missinne. Tagungsband. Waxmann Verlag 2005

6. November 2006

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15 Kommentare

  1. Rainer Mayerhofer schrieb am November 14, 2006:

    Mit der “Insel des zweiten Gesichts” hat A. V. Thelen eines der schönsten Bücher des 20. Jahrhunderts geschrieben, das die Dummhit dieses Jahrhunderts in herrlich barocker Weise aufs Korn nimmt und immer wieder ungeheuerliches Lesevergnügen bereitet. Wie er den KDF-Reisenden in Soller miesen Fisch schmackhaft macht, indem er ihn als gekrollten Hai und besondere Delikatesse anbietet oder die Kaschemme als jenen Ort anpreist, an dem der Don Quijote entstanden ist, macht ihn einem Cervantes ebenbürtig. Von der Schar der schrägen Typen, die das Mallorca der frühen Dreißigerjahre bevölkert haben, hat Thelen ein buntes Bild gezeichnet. Lesen, lesen lesen!!!

  2. Walther Prokop schrieb am November 17, 2006:

    Danke für diese furios-engagierte Würdigung und Informtion! Mein schlechtes Gewissen ist nicht mehr zu überbieten, denn ich habe schon oft von Vigoleis gehört, aber noch nie etwas gelesen. Das wird sich jetzt schnell ändern müssen – mein Leidensdruck, herrührend von der Enthaltsamkeit Thelenscher Dichtung, ist ab jetzt nicht mehr zu bändigen!

  3. Winfried Hackhausen schrieb am November 19, 2006:

    ” Ein rheinischer oder besser ein niederrheinischer Fall ”
    Vigoleis beeindruckt mit seiner sich auftürmenden Wort-und Satzfülle ,ist jedoch zu abseitig, daß man an ihm dauerhafte Freude oder auch Erbauung finden könnte…….fast alles kommt dem Rezensenten wie ein Zitat seiner eigenen rheinischen Herkunft mit ihrer eulenspiegelhaften, grielächernden und ausufernden Srachfülle vor……..Summa: So what?!

  4. wolfgang meiser schrieb am January 8, 2007:

    die insel …., eines der 2-3 besten Bücher meines lebens von vielen tausenden.wm

  5. René Tessier schrieb am January 11, 2007:

    Die “Insel des zweiten Gesichts” zu lesen ist auch beim dritten Mal ein geistiges Fußbad, und die vielen dahingestreuten Aphorismen, Anekdoten und Episoden sind auch nach 20 Jahren noch allgegenwärtig, vor allem wenn man heute das Wort “Mallorca” hört und im Fernsehen die Tourist-en und – inninen, die’s nicht mal bis in Chopins sandiges Schlafzimmer. Ob die heute
    noch einen Nachthafen mit Gottesauge zu sehen bekommen?

  6. Barbara Holstein schrieb am February 7, 2007:

    Lesen diese Werke keine Frauen?
    Oder haben Frauen nichts dazu zu sagen?
    Ich kenne sie nicht, würde aber gern mal ein Urteil von einer Frau lesen!

  7. Peter Lietha schrieb am February 7, 2007:

    Einfach ungeheuerlich- ein solches Buch, und ich habe noch nie davon gehört und gelesen.
    Das reinste Lesevergnügen, zum Lachen und schmunzeln und zum zurückblättern

  8. W.Barbara Henrici schrieb am February 8, 2007:

    Doch, auch Frauen lesen diese Werke. Ich habe mich durchgekämpft durch die vielen Seiten skurrilen Nachdenkens über sich selbst. Manches ist so hochgradig absurd z.B.die Wohnung im”Turm der Uhr”, daß man anfängt, Mitleid mit der Frau des Neurotikers Thelen zu bekommen, dennoch ist gerade sie eine Sympathieträgerin des Buches. Wenn es auch nicht zu meinen Lieblings- büchern gehören wird, so werde ich mich doch gerne an viele Einzelgeschichten erinnern.

  9. Renate Goldbach schrieb am February 11, 2007:

    Ich habe dieses Buch vor über 30 Jahren geschenkt bekommen, und es gehört bis heute zu meinen Lieblings-büchern. Ein Buch, das ich immer wieder mit Vergnügen lese. Schade, dass es so wenig bekannt ist.

  10. Jürgen Pütz schrieb am February 15, 2007:

    Gäbe es eine Rangliste der am meisten unterschätzten Bücher, so stünde mein Favorit fest: Thelens “Insel des zweiten Gesichts”. Was sich in diesem Buch sprachlich zusammenbraut, übertrifft viele Bücher, die bekannter sind als die “Insel”, um Längen. Thelens Meisterwerk gehört zu den 3 besten Büchern der Nachkriegszeit.

  11. marion schrieb am March 19, 2008:

    Es ist eines der größten, schönsten, intelligentesten, Bücher, die ich gelesen habe und es ist das liebestollste, skurrilste, melancholischste, trefflichste, verführerischste, labyrinthischste, sprachgewaltigste, fantasiebeflügelndste Buch, das ich je gelesen habe.
    Nach leichten Lese-anfangs-rhythmus-schwierigkeiten lässt einen diese schwindelerregende Fahrt durch seine Wort- und Satzkonstrukte nie wieder richtig los.
    Ich habe sieben Jahre auf der Insel gelebt, das Buch drei mal ganz und zahlreich in Fragmenten gelesen, und habe durch das von ihm geschaffene Prisma Land, Leute und Ereignisse tief- und hintergründiger, vielschichtiger und amüsierender erlebt, als ich es ohne “Die Insel des zweiten Gesichts” je zu tun vermocht hätte ….
    Ich bedauere zutiefst, dass ich seine Kunst erst entdeckte, als er schon längst verstorben war. Vigoleis und seine Beatrice sind für mich die absoluten Thronhalter meiner literarischen Welt.

  12. Friedrich Schumacher schrieb am April 14, 2009:

    In meinem Tonarchiv habe ich eine (leider unvollständige) Aufzeichnung eines Thelenberichts über seinen Rombesuch während des II. Vaticanums.
    Der darin enthaltene Abschnitt Zoobesuch ist zum Glück vollständig. Ein Vergleich mit den besten “aktuellen” Komödianten fällt immer noch zugunsten Thelens aus.
    Ich habe, als ich seinerzeit diesen Radiomitschnitt hörte, sofort nachgeforscht, wer dieser Thelen ist und dann seine “Insel” begeistert gelesen.
    Seither habe ich sie häufig verschenkt und damit stets große Begeisterung ausgelöst.

    Friedrich Schumacher, Münster/Westfalen, April 2009

  13. Dr. Klaus Eissing schrieb am August 17, 2009:

    Es war eine der drei Damen unseres achtköpfigen Lesekreises, die die Insel auf unser Programm setzte und damit eine große Zustimmung, zum Teil Begeisterung auslöste. Keiner der literarisch durchaus versierten Teilnehmer kannte das monumentale, historische und sprachlich fesselnde Werk vorher und bis auf einen Skeptiker waren alle glücklich, dieses Opus entdeckt zu haben. Die Neuausgabe hätte ein größeres Publikum verdient als es wohl der Fall war – sonst wäre es nicht alsbald bei 2001 verramscht worden – schade.

  14. Elke Lange schrieb am January 2, 2011:

    Die Insel des zweiten Gesichts gehört seit vielen Jahren zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Es gibt eingetlich nichts, was ich dem oben Gesagten hinzufügen könnte, ich habe mir aber erlaubt, meinen Freundeskreis auf dieses aussergewöhnliche Buch hinzuweisen, indem ich einen Link auf diese Webseite erstellt habe, sowie auf die bereits bestehenden Übersetzungen aufmerksam zu machen. Ich lebe seit vielen Jahren als Übersetzerin in Spanien und dieses Buch hat mir – wie kein anderes – gezeigt, wie man mit Sprache umgehen sollte – liebevoll!
    Ich hoffe meinen kleinen Beitrag leisten zu können, damit Albert Vigoleis Thelen und seine wunderbare Sprache nicht in Vergessenheit geraten.
    Herzlichst Ihre
    Elke Lange

  15. Reiner schrieb am June 2, 2017:

    Das ist großartige und beeindruckende Literatur. Nach ca. 20-seitigem Einlesen könnte ich platzen vor Superlativen. Finde ich beeindruckend wie Borchert, sprachlich besser als Grass, schlauer als Lenz, so farbig wie Zola, es ist Weltliteratur. Meine persönliche Sensation nach über 40 Jahren lesen.


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