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Oskar Pastior – Ein Sprachmagier

von zvab

Am 21. Oktober wird der Georg-Büchner-Preis, der wichtigste deutsche Literaturpreis verliehen. Oskar Pastior war es nicht vergönnt diese Ehrung einen Tag nach seinem 79. Geburtstag zu erleben. Der Dichter starb unerwartet während der Buchmesse am 4. Oktober in Frankfurt, wo man inmitten des hektischen Treibens mit einem Moment der Stille seiner gedachte. Die Würdigung des Preisträgers in Darmstadt wird posthum erfolgen.

Pastior wurde am 20. Oktober 1927 in Hermannstadt (Rumänien) als Angehöriger der deutschen Minderheit geboren. Sein Germanistikstudium in Bukarest schloss er mit dem Staatsexamen ab. Seine ersten Lyrikveröffentlichungen im Rumänien der 1960er Jahre erregten Aufsehen und brachten ihm zwei bedeutende rumänische Literaturpreise ein. 1968 nutzte Pastior einen Studienaufenthalt in Wien zur Flucht in den Westen. Er ging weiter nach München und anschließend nach West-Berlin, wo er seit 1969 als freier Schriftsteller lebte und sich einen Namen als legitimer Nachfahre des Dadaismus machte.

Pastior war sowohl einer der bedeutendsten als auch beliebtesten zeitgenössischen Lyriker deutscher Sprache. Entsprechend erschüttert zeigte man sich in Frankfurt, wo der Autor im Rahmen der Buchmesse an Veranstaltungen teilnehmen und Lesungen geben wollte. Als einen der „letzten großen Schamanen“ der experimentellen Literatur lobte Verleger Michael Krüger den verstorbenen Schriftsteller. Der Verleger des Carl Hanser-Verlags sprach von Pastior als einem Menschen, der „für jedes neue Projekt eine neue Form gefunden“ habe.

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung wird die diesjährige Büchnerpreisvergabe „in eine posthume Ehrung dieses herausragenden Dichters“ umwandeln.

10. October 2006

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