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Index Librorum Prohibitorum – Verbotene Bücher

von zvab

Was haben so unterschiedliche Autoren, Schriftsteller, Geistliche, Wissenschaftler und Philosophen wie beispielsweise Heinrich Heine, Martin Luther, Nikolaus Kopernikus und Immanuel Kant gemeinsam? Ihre Werke standen bis ins Jahr 1966 auf dem Index, genauer gesagt auf dem Index Librorum Prohibitorum, einem im 16. Jahrhundert gegründeten päpstlichen Verzeichnis verbotener Bücher. Zuletzt waren dort 6000 Bücher aufgeführt, die bei Strafe der Exkommunikation von Katholiken weder gelesen, besessen noch verkauft werden durften. Der Index war in drei Klassen aufgeteilt:

Die erste Klasse verzeichnete die Namen häretischer, d.h. ketzerischer Schriftsteller, die zweite listete unliebsame Werke und die dritte Klasse umfaßte anonym erschienene verbotene Schriften.

Am 9. April 1966 trat der römische Kurienkardinal Alfredo Ottaviani vor die Öffentlichkeit und verkündete, der Index sei eines natürlichen Todes gestorben. Endgültig außer Kraft gesetzt wurde er schließlich durch Erlasse der Glaubenskongregation vom 14. Juni und vom 15. November 1966, nicht zuletzt wohl auch aus praktischen Gründen angesichts der unüberschaubar zunehmenden Zahl von Publikationen.

Mit gutem Gewissen können Sie also heute über das ZVAB Index Librorum Prohibitorum Bücher von Jean-Paul Sartre, Emile Zola, Karl May oder zum Beispiel Victor Hugos "Glöckner von Notre Dame" kaufen und anschließend lesen.

 

9. April 2006

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2 Kommentare

  1. Ina schrieb am June 18, 2008:

    hi… hätte mal eine frage – kann mir jemand auskunft über das auf den index stehende buch “Spuk” geben???

  2. paul schrieb am August 25, 2009:

    Mit der Abschaffung des Index wurde leider das beste Bücherverzeichnis der Welt vernichtet. Bis 1966 wusste man immer, was sich unbedingt zu lesen lohnte.


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