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Ein skurriler Western aus Amerika

von ZVAB

Ein seltsamer Western mit 2 Killern, 2 schönen Frauen und 1 Monster? Klingt komisch? So aber lautet der deutsche Untertitel des Romans Das Hawkline Monster (1974) des US-amerikanischen Schriftstellers Richard Brautigan. Und er hält, was er verspricht.

Die zwei etwas schrulligen Auftragskiller Cameron und Greer werden in einem entlegenen Ort im Westen Oregons von den beiden wunderschönen Hawkline-Schwestern für einen Job engagiert. Sie sollen das Monster erschießen, das unter dem Haus der beiden Frauen lebt und von dem diese glauben, es habe ihren Vater, einen Harvard-Wissenschaftler, getötet. Eine Reihe skurriler Dinge geschehen. Und wie sich am Ende herausstellt, alles nur wegen eines Schirmständers. Alles in allem eine skurril-groteske Handlung, mit Happy-End-Garantie!

Richard Brautigan (1935-1984), Underground-Literat und Kultautor der Hippie-Generation der 60er, schuf mit diesem Werk einen amüsanten Genremix aus Horror-, Western- und Liebesroman. Im englischen Sprachraum wird der Roman auch dem Genre des „Gothic Western“ bzw. „Weird West“ zugeschrieben. Darunter wird eine Mischung zwischen Western und anderen literarischen Genres verstanden, vor allem dem Horror-, Okkult- und Fantasy-Genre.

Für alle, die es etwas exzentrisch, skurril und grotesk mögen und Spaß am spielerischen Umgang mit verschiedenen Gattungen haben, verspricht dieses Werk den ultimativen Lesegenuss!

 

16. Oktober 2014

Wer kriegt ihn diesmal, den Nobelpreis für Literatur?

von ZVAB

In zwei Tagen, am 9. Oktober, ist es wieder so weit, die Schwedische Akademie gibt den diesjährigen Literaturnobelpreisträger bekannt! Und wie jedes Jahr wird wieder eifrig diskutiert, wer den Preis diesmal in Empfang nehmen darf. Auch in diesem Jahr steht der Japaner Haruki Murakami wieder ganz oben auf der Liste. Und auch der seit Jahren als Kandidat gehandelte US-Amerikaner Philip Roth ist wieder dabei.

Seit 1901 wird bereits der Nobelpreis für Literatur vergeben. Nach dem Testament des Preisstifters Alfred Nobel soll mit dem Preis die Person ausgezeichnet werden, die „das Vorzüglichste in idealistischer Richtung geschaffen hat“.

Der Nobelpreis gehört heute zu den wichtigsten Auszeichnungen auf den Gebieten  Physik, Chemie, Medizin, Literatur, und Friedensarbeit und wird jedes Jahr am 10. Dezember, dem Todestag Nobels, verliehen.

 

 
Wusstet Ihr schon?

  • Von 1901-2013 wurden 106 Preise an 110 Preisträger verliehen.
  • Viermal wurde der Preis zwischen zwei Personen aufgeteilt.
  • 13 Preise gingen an Frauen, der erste an die Schwedin Selma Lagerlöf im Jahr 1909.
  • Der jüngste Preisträger war 42 Jahre (Rudyard Kipling).
  • Die älteste Preisträgerin war 88 Jahre (Doris Lessing).
  • Zweimal wurde der Preis abgelehnt: 1958 von Boris Pasternak und 1964 von Jean Paul Sartre.
  • Die meisten Preise gingen an englischsprachige Schriftsteller (27), französischsprachige (13) und deutschsprachige (13).
  • Als Überraschungspreisträger unter den Literaten gilt Winston Churchill, dem viele den Friedensnobelpreis zuschreiben.

 
271 Nominierungen wurden im Februar eingereicht, aus denen eine finale Liste von 210 Namen hervorging. Unter den Top-Favoriten, die in diesem Jahr für den Nobelpreis für Literatur gehandelt werden, sind:

 

Wer ist Euer persönlicher Favorit?

 

7. Oktober 2014

Als die Lesesucht den Menschen krank machte

von ZVAB

Heute würde wohl kaum jemand mehr auf die Idee kommen, dass das Lesen gefährlich sei. Vor knapp 200 Jahren sah dies jedoch noch ganz anders aus. Ende des 18. Jahrhunderts entsprang die sogenannte ‚Lesesucht‘- Debatte, deren Gegenstand die falsche und gefährliche Lektüre war.

Sicher ist die Diskussion darüber, was als richtige oder falsche Lektüre betrachtet werden kann, nicht neu und je nach Epoche unterschiedlich zu bewerten. Im ausgehenden 18. Jahrhundert erreichte diese Debatte jedoch ihren Höhepunkt und konzentrierte sich in dem Begriff „Lesesucht“ (bzw. „Lesewut“), die 1809 durch den deutschen Aufklärer Joachim Heinrich Campe in seinem Wörterbuch folgendermaßen definiert wurde:

„Lesesucht, die Sucht, d.h. die unmäßige, ungeregelte auf Kosten anderer nöthiger Beschäftigungen befriedigte Begierde zu lesen, sich durch Bücherlesen zu vergnügen.”

Anlass dieser Begriffsbildung war der Aufschwung an belletristischen Romanen mit zunehmend unterhaltenden Inhalten, die als Gefahr für Leib und Seele betrachtet wurden. Diese verderbliche Wirkung bezog man vor allem auf Kinder und Frauen, die man als besonders empfindsam und leicht beeinflussbar ansah und die somit zu den hauptsächlichen ‘Betroffenen’ dieses Krankheitsbildes wurden.

Bis zu diesem Zeitpunkt wurden überwiegend nur religiöse Bücher, Zeitungen und Kalender gelesen, die im Gegensatz zur Unterhaltungsliteratur einen moralischen und lehrreichen Stellenwert besaßen. Und so waren es nicht nur die Vertreter der Kirche, die die Verderbnis der Lesesucht anprangerten, sondern auch fortschrittliche Aufklärer, die das gedruckte Wort als Mittel der moralischen und geistigen Weiterentwicklung ansahen.

Neben Lesebegriffen und Leseverhalten war auch die Herausbildung eines neuen Lesepublikums ein wichtiger Punkt in jener Debatte. Denn immer mehr Frauen fingen an ‘schöngeistige’ Literatur zu lesen, um in den imaginierten Bücherwelten das zu erleben, was ihnen im realen Leben verwehrt blieb. Kritiker sahen die negativen Auswirkungen des Lesens vor allem in der Vernachlässigung häuslicher und erzieherischer Pflichten.

Als prominentes Beispiel einer gefährlichen Lektüre jener Zeit ist der Briefroman Die Leiden des jungen Werther (1774) von Goethe zu nennen, dessen Werk aufgrund seiner fehlenden erzieherischen Absichten kritisiert wurde. Dabei war es sicher wenig hilfreich, dass vor allem viele junge Leser dem Beispiel des Romanhelden folgten und eine regelrechte Selbstmordwelle losgelöst wurde.

Was vor Jahrhunderten eine gängige Kritik war, sorgt heute sicher nur noch für Schmunzeln. Denn wer unter Euch würde sich heute nicht auch als lesesüchtig bezeichnen?

1. Oktober 2014

Von verlorengegangenen und nie erschienenen Werken

von ZVAB

Ob verschollen, aus Versehen verlorengegangen, niemals erschienen, mit Absicht zerstört oder imaginiert – die Ursachen für das Nichterscheinen von literarischen Werken sind mannigfaltig und haben die Weltliteratur bereits um das ein oder andere Werk gebracht.

1. Die Komödie von Aristoteles:
Die Poetik des Aristoteles ist heute eines der wichtigsten Werke der Kulturgeschichte. Sie gliedert sich ursprünglich in drei Bücher – die Tragödie, Komödie und den Epos – wobei das zweite Buch bis heute als verschollen gilt und von unschätzbarem Wert wäre, sollte es doch noch gefunden werden. Eine zentrale Rolle spielt die Komödie in Umberto Ecos Roman Der Name der Rose.

2. Die Bibliothek von Alexandria:

Sie war die bedeutendste und größte Bibliothek der antiken Welt. Anfang des 3. Jhd. v. Chr. entstanden, verfügte die Bibliothek über einen damals umfangreichen Fundus an Schriftrollen aus dem literarischen wie auch wissenschaftlichen Bereich. Heute ranken sich zahlreiche Mythen um die einstige Stätte des Wissens und ihre Zerstörung. Jedoch waren dies nicht die einzigen Bücher der Antike, die für immer verschwunden sind. Forscher gehen davon aus, dass rund 90% aller antiken Schriften verloren und vernichtet worden sind.

3. Die Memoiren von Lord Byron:

Kurz vor seinem Tod übergab Byron seine Memoiren an den irischen Poeten Thomas Moore, der sie an Byrons Verleger weitergeben sollte. Aufgrund ihres skandalösen Inhalts wurden sie jedoch 1824 auf Drängen der Testamentsvollstrecker und Familie Byrons verbrannt. Auf Grundlage der Memoiren schrieb Moore die noch heute gültige Biografie Letters and Journals of Lord Byron, with Notices of his Life.

4. Die toten Seelen von Gogol:

Ursprünglich plante Gogol eine Trilogie seines heute bekanntesten Romans. 1852 jedoch verbrannte der russische Schriftsteller in einem religiösen Wahn das Manuskript des zweiten Teils, was er bereits kurz darauf als schweren Fehler bezeichnete. Gogol stand zu diesem Zeitpunkt unter dem Einfluss eines Priesters, der seine Werke als verderbt ansah.

5. Erste Version von Der seltsame Fall des Dr. Jekyll and Mr. Hyde:

Gerüchten zufolge schrieb Robert Louis Stevenson den ersten Entwurf seines Romans innerhalb von nur drei Tagen. Angeblich las seine Frau das Manuskript und kritisierte die Arbeit ihres Mannes, woraufhin Stevenson sein Werk verbrannte und noch einmal von vorne anfing.

6. Das Necronomicon:

Auch Werke, die nie geschrieben wurden, jedoch rein fiktiv sind, gehören auf unsere Liste. Das von H.P. Lovecraft erfundene Necronomicon ist wohl das berühmteste Beispiel für ein fiktives Buch, das seinen ganz eigenen Mythos entwickelt hat. Angeblich wurde es von dem verrückten Araber Abdul Alhazred geschrieben. Das Werk wird in mehreren von Lovecrafts Geschichten erwähnt, bis hin zu einem von ihm geschriebenen Essay mit dem Titel History of the Necronomicon.

7. Die Erwachsenenromane von L. Frank Baum

Vor allem durch seine Kinderbücher um die Fantasiewelt Oz berühmt geworden, schrieb der amerikanische Autor auch vier unveröffentlichte und verschollene Erwachsenenromane: Our Married Life, Johnson, The Mystery of Bonita und Molly Oodle. Vermutlich sind die Manuskripte zusammen mit anderen Werken des Autors in den Flammen des Theaters in Richburg, New York, verbrannt.

8. Hemingways Frühwerk:

Besonders schmerzlich hat es den späteren Nobelpreisträger Ernest Hemingway getroffen. 1922 fuhr der Schriftsteller in die Schweiz. Seine damalige Frau Hadley Richardson wollte ihm folgen und packte sämtliche Manuskripte seines Frühwerks in einen Koffer. In einem unachtsamen Moment wurde ihr der Koffer auf dem Pariser Gare de Lyon gestohlen. Die Schriften tauchten nie wieder auf.

9. Die Tagebücher von Thomas Mann:

Sein Leben lang schrieb Thomas Mann Tagebuch. Als er 1933 in die Schweiz emigrierte, blieben die Tagebücher in München zurück. Er fürchtete jedoch diese könnten in die Hände der Nazis fallen. Seinem Sohn Golo gelang es die Bücher zu retten und in die Schweiz zu bringen. Thomas Mann verbrannte alle Tagebücher aus der Zeit vor 1933 im Mai 1945. Dasselbe hatte er bereits 1896 getan. Nach eigenen Angaben war es ihm “peinlich und unbequem, eine solche Masse von geheimen Schriften liegen zu haben”.

10. Sommerdiebe von Truman Capote:

Manchmal passiert es dann aber doch, dass ein verloren geglaubtes Werk wiedergefunden wird. In den 1950er Jahren behauptete Capote, das Manuskript zu Sommerdiebe vernichtet zu haben. Im Herbst 2004 wurde das verloren geglaubte Werk wiedergefunden – in einer Nachlasskiste eines Hausmeisters, den Capote damit beauftragt hatte, den Umzugsmüll aus seiner Wohnung in Brooklyn Heights zu beseitigen.

 

Unser Lesetipp zum Thema: Die Bibliothek der verlorenen Bücher von Alexander Pechmann.

Kennt Ihr weitere berühmte Fälle von verlorenen Werken?

23. September 2014

„Einer kämpft für das Jugendbuch“

von ZVAB

Vom 18. September 2014 bis zum 10. Januar 2015 zeigt die Stadtbibliothek Baden-Baden in Kooperation mit dem Antiquariat im Baldreit die Ausstellung „Einer kämpft für das Jugendbuch“ über den Baden-Badener Verleger Herbert Stuffer.

Herbert Stuffer wurde am 23. September 1892 in Baden-Baden geboren. 1926 gründete er in Frankfurt seinen eigenen Kinder- und Jugendbuchverlag. Im gleichen Jahr siedelte er nach Berlin um, wo er bereits mit dem ersten Buch – Elsa Eisgrubers Sause, Kreisel, sause – seinen ersten Erfolg feierte. Als Verleger war es ihm wichtig, nur mit zeitgenössischen Autoren und Illustratoren zu arbeiten, die nach dem Ende des Ersten Weltkriegs den Aufbruch in die Moderne der 1920er-Jahre repräsentierten.

Stuffer arbeitete mit einigen bedeutenden Bilderbuch-Illustratoren und Autoren zusammen, darunter Tom Seidmann-FreudConny Meissen, Susanne Ehmcke, Elsa Moeschlin, und Otto Flake. 1937 musste er aufgrund wachsender politischer Schwierigkeiten Berlin verlassen und siedelte den Verlag in seine Heimatstadt Baden-Baden um.

Die Ausstellung zeigt 50 Exponate, darunter hochwertige Bilderbücher und deren Nachdrucke in sechs Sprachen, handkolorierte Unikate und Originalentwürfe. Der Ausstellungskatalog, mit den Publikationen des Verlags sowie Informationen zu Autoren und Illustratoren, ist während der Laufzeit der Ausstellung zum Subskriptionspreis von 14 Euro (danach 20 Euro) in der Stadtbibliothek und im Antiquariat im Baldreit erhältlich.

Eröffnet wird die Ausstellung, die zu den üblichen Öffnungszeiten der Stadtbibliothek (Luisenstraße 34) zu sehen ist, am 17. September, um 19 Uhr, mit einem Vortrag von Dr. Barbara Murken. Der Eintritt ist frei. Um eine Anmeldung wird gebeten: Telefon 07221/932260.

16. September 2014

Zu Besuch bei Tschechow

von ZVAB

 “Wenn ich Arzt bin, brauche ich Kranke und Krankenhäuser; wenn ich Literat bin, muss ich mitten im Volk leben.”

So äußerte sich Anton Tschechow 1891, nachdem er von seiner Reise auf die Gefangenen-Insel Sachalin zurückgekehrt war. Jene Reise hatte seinen Gesundheitszustand erheblich beeinträchtigt, so dass er einen Umzug von Moskau aufs Land erwog. Auch sein Wunsch, sich verstärkt als Arzt zu betätigen und sich ungestört der literarischen Arbeit zu widmen, waren Gründe die Großstadt hinter sich zu lassen.

Im Frühjahr 1892 erwarb er für sich und seine Familie das damals verwahrloste Landgut Melichowo, südlich von Moskau. Hier sollte er eine seiner produktivsten Schaffensphasen haben. Mehr als 40 seiner bekanntesten Werke wurden hier fertiggestellt, darunter die Dramen Die Möwe und Onkel Wanja.

Tschechow war dort jedoch nicht nur als Schriftsteller äußerst produktiv, sondern engagierte sich auch sozial. Er war u.a. Mitglied der Dorf-Selbstverwaltung, errichtete Schulen für Bauernkinder, empfing in seinem Arbeitszimmer Patienten, die er kostenlos behandelte, und kämpfte gegen die Cholera-Epidemie von 1892-93.

Heute ist das Landgut des weltbekannten Schriftstellers nicht nur ein Museum, sondern auch Veranstaltungsort eines der ungewöhnlichsten Theaterfestivale, des “Frühling in Melichowo”. Bereits seit einigen Jahren treten hier Theaterensembles aus der ganzen Welt auf, die die Stücke des Dramatikers zum neuen Leben erwecken. Dabei verleiht die natürliche Landsitz-Atmosphäre dem Spektakel einen ganz besonderen Charakter.

Aber natürlich bietet das Museum auch einen Einblick in das alltägliche Landleben des Schriftstellers. Neben dem Wohnhaus des Autors sind vor allem das Nebengebäude, in dem Tschechow die Die Möwe schrieb, sowie sein Studienzimmer mit Schreibtisch und Privatbibliothek beliebte Anziehungspunkte. Unter seinen persönlichen Habseligkeiten findet man u.a. Porträts von Menschen, die er sehr bewunderte, wie Lew Tolstoi, Iwan Turgenew und Peter Tschaikowski.

Eine weitere Besonderheit: jede Ecke des Anwesens hat seinen eigenen Namen. Von der “Liebes-Allee” und “Lewitans Berg”, über den Gemüsegarten “Südfrankreich”, bis hin zur Hilfseinrichtung “Naiver Hof” – auf dem riesigen Areal gibt es jede Menge zu entdecken!

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  Hier schrieb Tschechow “Die Möwe”

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  Der Autor liebte seine Dackel, die für ihn zur Familie gehörten

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  Das Haupthaus. Hier finden schon die ersten Vorbereitungen für das Theaterfestival statt.

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  Der Brunnen und daneben…

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  die Küche… und ein schlafender Untermieter

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  Die “Liebes-Allee” mit duftendem Flieder

tschechow1 tscheow7 11. September 2014

Zehn wertvolle Buchkäufe

von ZVAB

Tom Seidmann-Freud, eine Nichte des Psychoanalytikers Sigmund Freud, gehört zu den bedeutendsten Buchkünstlerinnen in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Sie war nicht nur eine wunderbare Illustratorin, sondern auch Autorin mehrerer Kinderbücher.

Am 17. November 1892 als Martha Gertrud Freud in Wien geboren, wuchs sie in Berlin auf und nahm bereits im Alter von 15 Jahren den männlichen Vornamen Tom an. 1914 erschien ihr erstes Bilderbuch, das Baby-Liederbuch. Zusammen mit ihrem Mann Jakob gründete sie später den Peregrin-Verlag, in dem einige ihrer Bilderbücher veröffentlicht wurden.

Zu ihren bekanntesten Werken gehören vier Spielfibeln – zwei Schreib- und Lese- sowie zwei Rechenfibeln – deren Ziel es war, Kinder spielerisch auf die Schule vorzubereiten und Freude am Lernen zu vermitteln.

Auf unserer Liste der zehn kostbarsten Buchkäufe von Mai bis August 2014 findet sich das von ihr illustrierte Kinderbuch David the Dreamer, welches für 2,400 Euro verkauft wurde. Es handelt sich dabei um die einzige Ausgabe des Werkes, das in nur kleiner Auflage publiziert wurde. Daher zählt es auch zu den unter Sammlern wohl begehrtesten Bilderbuchausgaben.

Aber auch andere wertvolle Titel wurden die letzten Monate wieder über zvab.com verkauft. Neben naturwissenschaftlichen Werken und persönlichen Korrespondenzen wurde auch eine Gesamtausgabe von Nietzsches Werk Also sprach Zarathustra aus dem Jahr 1892 verkauft.

2. September 2014

Der Deutsche Buchpreis 2014 geht an …

von ZVAB

… Lutz Seiler für seinen Roman Kruso!
Der mit 25 000 Euro dotierte Preis wird dieses Jahr zum 10. Mal vergeben, wie immer pünktlich zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse.

Der Roman beschreibt den Sommer des Jahres 1989 auf der Insel Hiddensee, auf der sich Sonderlinge, Querdenker, Freiheitssucher und Menschen, die aus der DDR fliehen wollten, sammelten.

In der Begründung der Jury heißt es:
“[...] Lutz Seilers erster Roman überzeugt durch seine vollkommen eigenständige poetische Sprache, seine sinnliche Intensität und Welthaltigkeit.”

Auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis in diesem Jahr standen:

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  1. Lukas Bärfuss: Koala (Wallstein, März 2014)
  2. Ulrike Draesner: Sieben Sprünge vom Rand der Welt (Luchterhand, März 2014,)
  3. Antonio Fian: Das Polykrates-Syndrom (Droschl, Februar 2014)
  4. Franz Friedrich: Die Meisen von Uusimaa singen nicht mehr (S. Fischer, August 2014)
  5. Thomas Hettche: Pfaueninsel (Kiepenheuer & Witsch, September 2014)
  6. Esther Kinsky: Am Fluß (Matthes & Seitz Berlin, August 2014)
  7. Angelika Klüssendorf: April (Kiepenheuer & Witsch, Februar 2014)
  8. Michael Köhlmeier: Zwei Herren am Strand (Hanser, August 2014)
  9. Martin Lechner: Kleine Kassa (Residenz, Februar 2014)
  10. Gertrud Leutenegger: Panischer Frühling (Suhrkamp, März 2014)
  11. Charles Lewinsky: Kastelau (Nagel & Kimche, Juli 2014)
  12. Thomas Melle: 3000 Euro (Rowohlt.Berlin, August 2014)
  13. Matthias Nawrat: Unternehmer (Rowohlt, März 2014)
  14. Christoph Poschenrieder: Das Sandkorn (Diogenes, Februar 2014)
  15. Lutz Seiler: Kruso (Suhrkamp, September 2014)
  16. Saša Stanišić: Vor dem Fest (Luchterhand, März 2014)
  17. Heinrich Steinfest: Der Allesforscher (Piper, März 2014)
  18. Marlene Streeruwitz: Nachkommen (S. Fischer, Juni 2014)
  19. Feridun Zaimoglu: Isabel (Kiepenheuer & Witsch, Februar 2014)
  20. Michael Ziegelwagner: Der aufblasbare Kaiser (Rowohlt.Berlin, März 2014)

Was haltet Ihr von der Auswahl der Jury?

 

15. August 2014

Literarische Briefwechsel und innige Freundschaften

von ZVAB

Alle bedeutenden Autoren haben sie gern geschrieben: Briefe. Ob an geliebte Personen, Verleger, einen Freund oder einen Schriftstellerkollegen, Briefwechsel sind einzigartige Dokumente, die Aufschluss über das persönliche Leben, Ansichten, Wünsche und Zweifel eines Autors geben. Zudem sind sie ein Spiegel der Zeit und der Gesellschaft, in der der Autor gelebt hat. Wir haben eine Auswahl großartiger Schriftstellerfreundschaften zusammengetragen sowie einige der bekanntesten und schönsten Briefwechsel:

Schiller & Goethe

Das wohl legendärste Freundespaar unter den Schriftstellern sind sicherlich Friedrich Schiller und Johann Wolfgang von Goethe. Bevor sie sich jedoch literarisch und geistig miteinander austauschten und fast täglich besuchten, waren sie Konkurrenten und sich nur wenig zugetan. Dies änderte sich erst im Juni 1794, als Schiller Goethe bat, an der Kulturzeitschrift Die Horen mitzuwirken, worauf Goethe einging. Trotz ihrer unterschiedlichen Anschauungen entwickelte sich ab diesem Zeitpunkt eine innige Freundschaft zwischen den beiden und ein umfangreicher Briefwechsel. Auf Schillers Tod reagierte Goethe mit großer Bestürzung und gab an durch den Verlust seines Freundes “die Hälfte seines Daseins verloren” zu haben.

Hemingway & Fitzgerald

Ernest Hemingway und F. Scott Fitzgerald lernen sich 1925 in einer Pariser Bar kennen. Es entwickelt sich eine intensive, wenn auch kurze Freundschaft, die bis zum Tod Fitzgeralds im Jahr 1940 bestehen blieb. Die erste deutsche Übersetzung der brieflichen Korrespondenz der beiden außergewöhnlichen Autoren zeigt sie als Freunde wie auch gegenseitige Kritiker ihrer Werke.

 

Mann & Hesse

Ihr gemeinsamer Verleger S. Fischer machte Thomas Mann und Hermann Hesse im Frühjahr 1904 in München miteinander bekannt. Während Thomas Mann bereits Erfolge mit seinem Familienroman Buddenbrooks feierte, war Hermann Hesse noch relativ unbekannt. Trotz ihrer unterschiedlichen Persönlichkeiten, war ihre Freundschaft durch großen Respekt für das Schaffen des jeweils anderen geprägt. Als Thomas Mann 1933 Deutschland wegen der Machtergreifung der Nationalsozialisten verließ, erinnert er sich mit Dankbarkeit an die Gespräche mit Hesse. Und auch Hesse fühlte sich durch die Beziehung zu Mann bereichert. In ihren Briefen schreiben sie über Politik, die Leiden Deutschlands und die Zukunft ihres Landes.

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Flaubert & Turgenev

Ivan Turgenev, der lange Zeit in Deutschland wie auch Frankreich lebte, konnte einige bekannte Schriftsteller zu seinen Freunden zählen. Neben Gustave Flaubert, mit dem er bis zu dessen Tod 17 Jahre lange befreundet gewesen war, unterhielt er ebenfalls Beziehungen zu namhaften Autoren wie Prosper Mérimée, Berthold Auerbach, Paul Heyse, Gustav Freytag und Theodor Storm. Die gegenseitige Zuneigung von Turgenev und Flaubert zeigt sich in ihrem Briefwechsel von 1863-1880.

Auster & Coetzee

Nachdem sie sich 2008 in Australien kennen gelernt haben, schrieb J.M. Coetzee an Paul Auster und schlug ihm vor, einen gemeinsamen Briefwechsel zu führen. Die ausgelassene Korrespondenz dieser beiden scharfsinnigen Denker unserer Gegenwart erschien erstmals im Mai 2014 im Fischer Verlag – Von hier nach da: Briefe 2008-2011.

 

Weitere interessante Briefwechsel:

 

Welche großartigen Schriftstellerkorrespondenzen könnt Ihr empfehlen?

 

12. August 2014

Kultbuch alternativen Lebens

von ZVAB

In der vormarxistischen Zeit war es in jedem Haushalt zu finden. Es wurde zum Klassiker und Kultbuch der Naturschutzbewegung sowie der 68er-Generation. Und auch Mahatma Gandhi mit seiner asketischen Lebensführung verwies auf jenes Werk. Kurzum, es ist eines der einflussreichsten Bücher der amerikanischen Literaturgeschichte.

Die Rede ist von dem Werk Walden des US-amerikanischen Schriftstellers Henry David Thoreau. Bereits 1854 geschrieben, wurde es später für viele alternative Bewegungen zum Klassiker und zur Inspiration.

Im Stil von Tagebucheinträgen beschreibt Thoreau sein Leben am Walden-See in den einsamen Wäldern von Massachusetts, wo er sich 1845 in eine Blockhütte zurückzog. Mehr als zwei Jahre verbrachte er dort, um sich der industrialisierten Massengesellschaft zu entziehen und ein alternatives und ausgewogenes Leben zu führen.

Jedes Kapitel ist einem Aspekt des menschlichen Daseins gewidmet, wie z.B. der Ökonomie, Einsamkeit, dem Lesen oder Betrachtungen über die Natur. Mit seinem Werk steht Thoreau in der Tradition des Transzendentalismus, dessen Vertreter sich gegen materialistisches Denken und für ein freies, naturzugewandtes Leben aussprachen. Andere bekannte Vertreter dieser Richtung waren u.a. auch Nathaniel Hawthorne und Herman Melville.

Thoreaus Werk kann man sicherlich auf verschiedene Art und Weise sehen – als persönliches Statement, soziales Experiment, spirituelle Reise oder Kritik an der westlichen Gesellschaft. Aber es geht vor allem auch um eine Auseinandersetzung mit der eigenen Kultur, den Versuch eine alternative Lebensweise zu finden und sich der Bedeutung der Natur für den Menschen klar zu werden. Walden ist nicht einfach nur ein Werk eines Sonderlings, sondern mit all seinen teils philosophischen Betrachtungen ein beeindruckendes und erkenntnisreiches Buch, das sicher zum Nachdenken anregt.

5. August 2014

Immer unterwegs: Zum 81. Geburtstag von Cees Nooteboom

von ZVAB

“Je mehr wir schauen, um so mehr wissen wir. Je mehr wir wissen, um so größer wird das Rätsel.”

Schon sein ganzes Leben lang befindet sich Cees Nooteboom auf Reisen. Heute feiert der niederländische Schriftsteller seinen 81. Geburtstag.

1933 in Den Haag geboren, verließ er bereits vorzeitig eine streng katholisch geleitete Klosterschule. Eine Zeit lang versuchte er sich als Bankangestellter, begann ab 1953 jedoch ausgedehnte Reisen nach Europa, oftmals als Tramper.

Als Journalist machte er das Unterwegssein zu seinem Beruf und war Zeuge vieler bedeutender geschichtlicher Ereignisse: des Ungarn-Aufstands (1956), des Parteitags der SED (1963), der Studentenunruhen in Paris (1968) und der Wiedervereinigung Deutschlands 1989.

Anfangs kannte man ihn in seiner Heimat vor allem durch seine tiefgründige Reiseliteratur. 1957 erhielt er für sein Erstlingswerk Philip und die anderen den Anne-Frank-Preis. Das Werk wurde in den niederländischen Schulkanon aufgenommen und machte seinen Autor einem breiteren Publikum bekannt. In Deutschland erlangte er jedoch erst durch sein Werk Die folgende Geschichte größere Aufmerksamkeit. Ausschlaggebend für den Verkaufserfolg war die begeisterte Besprechung von Marcel Reich-Ranicki mit dem Eingeständnis, dass er das Werk selbst nicht ganz verstanden habe.

Aber vielleicht muss man seine Romane auch nicht alle verstehen, sondern selbst über das Reisen, Lieben, Leben und das Erinnern sinieren. Die folgende Geschichte bietet daher sicher für jeden einen Anknüpfungspunkt und ganz eigenen Interpretationsansatz. Ob Reisen, Vergangenheit und Gegenwart, Erinnerung, Mythologie oder Tod – Cees Nooteboom versteht es verschiedene Sequenzen in sein Werk einfließen zu lassen, die scheinbar unzusammenhangslos nebeneinander stehen, das Werk jedoch auf jeden Fall zu einem der interessantesten und lesenswertesten der Moderne machen.

31. Juli 2014

Skandalös: Frank Wedekind wird 150!

von ZVAB

Heute vor 150 Jahren, am 24. Juli 1864, ist der deutsche Schriftsteller, Dramatiker und Schauspieler Frank Wedekind geboren. In seinen Theaterstücken übte er deutliche Kritik an der Gesellschaft. Besonders als Dramatiker erlangte er große Bekanntheit und war einer der meistgespielten Autoren seiner Epoche. Seine Werke wurden oft als unmoralisch und verwerflich angesehen und daher beschlagnahmt.

Wedekind musste auf seinem Weg zur Schriftstellerei jedoch so manchen Umweg gehen. Seit 1884 studierte er deutsche und französische Literatur an der Universität Lausanne, wechselte jedoch auf Wunsch seines Vaters zum Jurastudium in München, was er schließlich abbrach. Daraufhin arbeitete er unter anderem als Journalist und Chef der Werbeabteilung bei Maggi, gefolgt von einer kurzen Tätigkeit als Zirkussekretär. 1888 begann er erneut ein Jurastudium in Zürich, das er nach dem Tode seines Vaters wiederum abbrach. Die finanzielle Unabhängigkeit, die ihm sein Erbe ermöglichte, erlaubte es ihm sich nun ganz seinem künstlerischen Schaffen zu widmen.

Nach Aufenthalten in München, Paris, der Schweiz, London und Berlin, kehrte er nach München zurück und begründete dort die Satirezeitschrift Simplicissimus mit. Ein satirisches Gedicht über Kaiser Wilhelm II. zwang ihn 1898 nach Paris zu fliehen. Nach seiner Rückkehr im Jahr 1899 wurde er wegen Majestätsbeleidigung für sechs Monate inhaftiert.

Frühlings Erwachen

In seinem Drama Frühlings Erwachen, wie auch in anderen seiner Stücke, schrieb Wedekind gegen die bürgerliche Scheinmoral und Prüderie an. Ebenso thematisiert er in seinem Werk die Tabuisierung sexueller Neugier und der damit einhergehenden gesellschaftlichen Inakzeptanz, an der vor allem junge Menschen zerbrechen.

Heute ist Frühlings Erwachen in weiten Teilen Deutschlands und Österreichs zur Schullektüre geworden. Und trotzdem kam es im Jahr 2009 zu einem Skandal an einer Schule in Zürich, als die Mutter einer Schülerin den dort unterrichtenden Lehrer der Pädophilie und Weitergabe pornografischen Materials beschuldigte. Im Unterricht wurden die Texte Die Selbstmord-Schwestern von Jeffrey Eugenides und Wedekinds Frühlings Erwachen behandelt.

Aber auch viele andere große Werke der Literatur trugen bereits den Stempel “Skandalbuch”. In unserem ZVAB-Special haben wir für Sie eine kleine Auswahl an skandalösen Büchern zusammengestellt, angefangen von Schnitzlers Reigen bis hin zu dem 1991 erschienen Literatur-Schocker American Psycho von Bret Easton Ellis. Schauen Sie jetzt vorbei!

 

24. Juli 2014

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